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Blieb am Freitag geschlossen: Das Staatliche Gisela-Gymnasium München-Schwabing an der Arcisstraße.

Erkrankung nach Chorfahrt

Schule wegen Mumps geschlossen

München - Für einige Schüler des Münchner Gisela-Gymnasiums beginnen die Sommerferien eine Woche früher – wegen Mumps. Am Freitag fiel der Unterricht an dem staatlichen Gymnasium komplett aus, am Montag soll es mit Einschränkungen wieder weitergehen. Die Behörden melden eine Häufung von Mumps-Fällen in der Stadt.

Betroffen sind vor allem jene 41 Schüler aus mehreren Klassen, die am Freitag vor einer Woche von einer fünftägigen Chorfahrt ins Schullandheim Maxhofen (Landkreis Rosenheim) zurückkamen. Wenige Tage darauf erkrankte ein Lehrer, der dabei war. Der Arzt diagnostizierte Mumps und informierte das Gesundheitsamt – seit 2013 ist die Viruserkrankung meldepflichtig.

Das Problem: Mumps ist schon bis zu sieben Tage vor Ausbruch der Krankheit ansteckend. Der Lehrer konnte also Schüler in der Chorfreizeit infiziert haben.

In Absprache mit den Behörden wurde der Fall am Donnerstag in der Lehrerkonferenz diskutiert. Das Ergebnis: Weniger als die Hälfte der Lehrkräfte sei sicher, zuverlässig vor einer Infektion geschützt zu sein, verlautet aus der Schule.

Wer einmal an Mumps erkrankt ist, bleibt normalerweise ein Leben lang geschützt. Auch ein Impfschutz ist möglich und wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) ausdrücklich empfohlen. Das Problem: Bis Anfang der 90er-Jahre, so RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher, sei nur einmal geimpft worden. Inzwischen wisse man, dass zehn Prozent der so Behandelten nicht vor einer Mumpsinfektion geschützt sind. Erst auf die seither übliche zweifache Schutzimpfung könne man sich verlassen.

Vor diesem Hintergrund entschloss sich die Schule am Donnerstagnachmittag, alle Schüler und Lehrkräfte verfrüht ins Wochenende zu schicken. „Aufgrund einer Mumps-Erkrankung am Gisela-Gymnasium bleibt die Schule am Freitag, 22.07.2016, geschlossen“, stand auf der Internetseite der schule zu lesen. Bis Montag, so ein Sprecher der Schule, sollten die Teilnehmer der Chorfreizeit ihren Impfstatus überprüfen. Wer nicht geschützt sei, solle die restlichen Tage bis zum Ferienbeginn am kommenden Wochenende zu Hause bleiben. Viel versäumen werden die Schülerinnen und Schüler in den letzten Tagen des Schuljahres erfahrungsgemäß ohnehin nicht.

Im Kultusministerium kennt man den Vorgang. „Die Schule hat uns informiert“, sagte ein Sprecher am Freitag. Von weiteren Krankheitsfällen an Schulen wisse man nichts. Das bestätigt auch das städtische Gesundheitsreferat, das der Schule zur Freitags-Schließung geraten hatte. Derzeit wisse man von keinem weiteren Fall an Münchner Schulen, sagt Sprecher Alois Maderspacher. Allerdings gebe es derzeit „eine Häufung“ von Mumpsinfektionen in der Stadt. „Allein in den letzten drei bis vier Tagen sind uns 14 Fälle gemeldet worden“, so Maderspacher. Vor allem junge Menschen seien betroffen. Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2015 gab es in München 30 Fälle, im Jahr zuvor 60.

Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs appelliert an die Münchnerinnen und Münchner, ihren Impfstatus zu überprüfen. „Wer sich impft, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch andere“, sagt sie. „Impfen ist also auch ein Dienst an der Gemeinschaft“.

Die Krankheit, die durch Tröpfcheninfektion und Kontakt mit Speichel übertragen wird, ist alles andere als harmlos: Neben Fieber und einer schmerzhaften Schwellung der Ohrspeicheldrüse kann es zu schweren Komplikationen kommen. Es drohen Hirnhautentzündung, Hodenentzündung, die zur Unfruchtbarkeit führen kann, in seltenen Fällen auch Taubheit und Entzündungen der Nieren und der Bauchspeicheldrüse.

Laut RKI sind die Schulanfänger in Bayern recht gut geschützt: „90,9 Prozent haben zwei Impfungen“, berichtet Susanne Glasmacher. Sorgen machen ihr die jungen Erwachsenen, in deren Kindheit es schlechter um die Impfmoral bestellt war: „Etwa die Hälfte hat gar keine Impfung, die anderen nur eine.“

Ihnen empfiehlt das Gesundheitsreferat, die zweite Impfung umgehend nachzuholen. 

Info-Telefon: Beratung findet man beim Hausarzt oder am Infotelefon des Gesundheitsreferats: Unter der Rufnummer 233 - 669 07 geben Fachleute werktäglich von 11 bis 12 Uhr Auskunft.

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