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Am Hauptbahnhof soll wieder mehr Sicherheit und Ordnung geschaffen werden.

Kontrollen, Kameras, Security

So soll der Hauptbahnhof wieder sicher und sauber werden

München - Mehr Sicherheit und auch Ordnung soll es in Zukunft am Hauptbahnhof in München geben. Die CSU will einen mehrstufigen Plan vorlegen.

Wahrlich nicht erst seit den jüngsten Bürger-Protesten um den CSU-Politiker Andreas Lorenz (MdL) verhindert die Polizei bereits seit Monaten mit großem Aufwand eine Verfestigung der schwierigen Szene rings um den Hauptbahnhof, im Alten Botanischen Garten und zeitweise auch am Stachus. Es geht um Junkies, Dealer und Trinker, Bettler-Mafia, Arbeiterstrich und illegale Prostitution – all jene Menschen also, die am unteren Rand der Gesellschaft unter teils unwürdigen Bedingungen ihr Leben fristen. Ihre großen Probleme zu lösen, liegt nicht in der Macht der Polizei. Wohl aber die Eindämmung von unhaltbaren Zuständen, die das Sicherheitsgefühl der Bürger beeinträchtigen.

Junkies, Trinker, Randalierer - speziell am Haupteingang und bei gutem Wetter auch auf dem Bahnhofsvorplatz hat sich eine Szene etabliert, die Bürgern Angst macht

Seit Anfang des Jahres schickte die Polizei 533 Einsatzzüge bestehend aus 20 bis 30 Beamten los, die zwischen sechs und acht Stunden täglich und an 168 Tagen auch doppelt so lange patrouillierten, kontrollierten, festnahmen und Platzverweise erteilten – und allein schon durch ihre Anwesenheit beruhigend auf die Bürger wirkten. Zusätzlich zu den verstärkten Kontrollen absolvierten Hunderte Beamte der umliegenden Polizeiinspektionen bereits 30 Schwerpunkteinsätze. Die Kripo schritt 62 Mal ein in Sachen Rotlicht- und Drogenkriminalität. Zudem patrouillierten 63 gemeinsame Streifen der Bundes- und Landespolizei. Zusammenfassend erklärte Polizeisprecher Thomas Baumann: „Es gibt in ganz München keinen Ort mit größerer Polizeidichte als das Bahnhofsviertel.“ Angesichts dieses Kontroll-Marathons steigen – logischerweise – dann auch die Kriminalitätszahlen. Falsch interpretiert führen sie immer wieder zu Ängsten und einem subjektiven Unsicherheitsgefühl. Allein 1658 Drogendelikte stellte die Polizei seit Jahresanfang fest. Dazu kommen 1035 Ordnungswidrigkeiten wie Belästigung, Verschmutzung, etc., 45 Fälle von verbotener Prostitution, 3500 Platzverweise und 226 Hausverbote im Hauptbahnhof.Wenn demnächst der Schwammerl und damit der Wetterschutz verschwindet und zu den zwei bestehenden noch zwei Zusatz-Kameras aufgebaut werden, werden zumindest Junkies, Trinker und Randalierer bald weiterziehen. So war es am Ostbahnhof, so war es auch am Sendlinger Tor. Bleibt nur die Frage, wann und wo neue Treffpunkte entstehen werden.

CSU-Überwachungsplan: Mehr Kameras, mehr Security

Stadtrat Michael Kuffer (44)

Drastische Maßnahmen am Hauptbahnhof: Immer mehr Beschwerden, immer mehr Ärger – jetzt reicht’s! Die Rathaus-SPD hatte jüngst unter anderem mehr Personal für die Behörden gefordert. Nach tz-Informationen will die CSU am Mittwoch offenbar mit einem Antrag für ein neues Sicherheits- und Ordnungskonzept nachlegen!
„Der Hauptbahnhof wird immer mehr zu einer Herausforderung. Um die zu bewältigen, muss neben der Polizei auch die Stadt einen Beitrag leisten“, sagt der Sicherheitspolitische Sprecher der Fraktion, Michael Kuffer. Er will durchgreifen und fordert:

Alkohol-Verbot: Am Bahnhof zu trinken, soll künftig nicht mehr erlaubt sein. „Dabei geht es nicht um denjenigen, der sich auf dem Weg zur S-Bahn ein Bier kauft“, sagt Kuffer. Sondern um diejenigen, die sich rund um den Bahnhof abschießen! Die Verwaltung soll ein „Verbot des Niederlassens zum Zwecke des Alkoholkonsums“ erlassen. Wer sich nicht daran hält, zahlt Bußgelder oder kassiert einen Platzverweis.

Drogen-Verbot: Hier fordert Kuffer ein schärferes Vorgehen gegen Kriminelle, Verkäufer von Betäubungsmitteln etwa. Auch das müsste die Verwaltung in einer Satzung regeln. Kuffer: „Die Polizei schätzt den Bahnhof als einen Anziehungspunkt für Problemgruppen wie Alkoholiker, Bettler oder Drogenabhängige ein.“ Gerade die Kriminalität im letztgenannten Bereich habe stark zugenommen. „Dieser Entwicklung müssen wir entgegentreten – mit robusten Maßnahmen!“

Prostitutions-Verbot: Kuffer will die Sperrgebietsverordnung auch im Bereich des Hauptbahnhofes durchsetzen.

Bettel-Verbot: Das gibt es schon in der Fußgängerzone. Auf Wunsch Kuffers soll das Verbot auf den Hauptbahnhof ausgeweitet werden.

Kameras: Die Anzahl an Kameras soll erheblich erhöht werden. Zwei neue sind laut Polizei bereits geplant. Außerdem sollen „Angsträume“ verschwinden.

Privater Sicherheitsdienst: Die Stadt will bekanntlich den Ordnungsdienst erweitern. Bis dahin soll ein privater Sicherheitsdienst am Hauptbahnhof kontrollieren.

Lagebild: Das Kreisverwaltungsreferat soll ständig ein Lagebild erarbeiten und dann reagieren, um diese Ziele durchzusetzen. Dabei soll auch die Polizei helfen. Kuffer: „Die Stadt ist den Nutzern des Bahnhofes, den Anliegern, aber auch den Gewerbetreibenden ein konsequentes und entschlossenes Vorgehen schuldig.“

Das Schwammerl kommt weg!

Eines ist klar: Wenn irgendwann der Umbau des Münchner Hauptbahnhofs fertig ist, wird sich das Stadtbild extrem verändern. Mancher Münchner freut sich auf eine Modernisierung – mancher nicht. Denn Altbekanntes wie der „Schwammerl“ – der flache, runde Vorbau vor dem Eingang des Hauptgebäudes – soll demnächst abgerissen werden! Ein Bahnbeamter im Ruhestand hat jetzt bei der tz Alarm geschlagen: „Das ist ein wertvolles Baudenkmal aus den 50er-Jahren!“ Eine Sprecherin der Bahn bestätigt: „Der so genannte Schwammerl, also das Vordach des Bahnhofseingangs, muss für die Bauarbeiten zur zweiten Stammstrecke weg.“ Momentan würden dort erst die Vorarbeiten für den großen Umbau getätigt, währenddessen bleibe der Schwammerl noch erhalten. Aber wenn die Hauptbaumaßnahmen beginnen, werde er abgerissen und nicht wieder aufgebaut. „Er wird nicht Teil des neuen Eingangsgebäudes sein.“ Das riesige Relief in der Front des Haupteingangs und die große Bahnhofsuhr sollen für die Baumaßnahmen entfernt und später wieder in den Neubau integriert werden.

Sascha Karowski

Sascha Karowski

E-Mail:sascha.karowski@tz.de

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