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Grünanlagen an der Herzog-Wilhelm-Straße

Das ist der Schandfleck im Herzen unserer Stadt

München - Es ist ein Mahnmal der Verwahrlosung im Herzen der Stadt: Über der Wiese in der Herzog-Wilhelm-Straße erhebt sich ein Pferd aus Stein, der linke Huf ist abgeschlagen, ein verchromter Metallstift ragt ins Leere. Die Grünanlagen verkommen zur Müllkippe. Jetzt schlägt die Kommunalpolitik Alarm!

Schmierereien.

„Die Zustände in der Herzog-Wilhelm-Straße sind dem Herzen einer Großstadt alles andere als würdig“, klagt der City-Stadtrat der CSU, Richard Quaas. Das ganze Areal sei eine Schande. „Menschen verrichten ihre Notdurft, Obdachlose campieren in der Grünanlage, Junkies und Jugendliche, die hier nachts vorglühen, hinterlassen ihren Müll.“ Die Vandalismus-Schäden, wie etwa an der Pferdeskulptur, und zahlreiche Graffiti trügen das Übrige zum Bild bei.
Auf tz-Anfrage bestätigt der Sprecher des Kreisverwaltungsreferats (KVR), Johannes Mayer: „Der-Herzog-Wilhelm-Park ist aufgrund seiner zentralen Lage Anziehungspunkt für viele Menschen – dazu gehören zunehmend auch Wohnungslose, Bettler, Menschen mit Alkoholproblemen und Drogenabhängige.“ Dabei stiege nicht nur die Zahl der Anzeigen wegen Sachbeschädigungen in der Anlage. Auch gebe es immer mehr Diebstähle, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und Körperverletzungsdelikte. Mayer weiter: „Die Polizei führt dort deshalb verstärkt Kontrollen durch.“ Das tut auch die Stadt: Fünf Aufenthaltsverbote wurden vom KVR im Bereich Herzog-Wilhelm-Park ausgesprochen. Zudem seien vermehrt die städtischen Streetworker in dem Areal unterwegs. Die Suchthilfe hat bis zu sieben Patienten der nahe gelegenen Methadon-Praxis gezählt.

Vandalismus.

Die Stadt könnte mehr tun, um den Park freundlicher erscheinen zu lassen, sagt Quaas: „Vor allem die Tiefgarageneinfahrt am Nordende der Straße müsste dringend umgestaltet werden.“ Und auch der Zustand der öffentlichen Toilette sei katastrophal.
Der Vize-Chef des Bezirksausschusses Altstadt-Lehel, Wolfgang Püschel (SPD), macht die Gestaltung der Straße für die Zustände verantwortlich: „Die Frage ist, ob man an dieser Stelle so viele Parkplätze braucht.“ Die Stachus-Tiefgarage sei gleich nebenan. „Und die ist nur an Weihnachten und bei der Shopping-Nacht ausgelastet.“

Ist das noch schön? Das sagen die Gewerbetreibenden

Spielplatz ist voller Scherben

Die Zustände sind ein Graus. Tagsüber bekommen die Beschäftigten, die mittags auf einer Bank Brotzeit machen wollen, keinen Platz, weil Obdachlose und Drogenabhängige dort lagern. Manche haben auch ihre Hunde dabei, die alles vollmachen. Touristen lassen sich da natürlich auch nicht nieder. Der Spielplatz ist voller Scherben. Der Platz ist sowieso nicht schön. Und als ich Blumenkästen vor meinen Laden zur Dekoration aufstellte, musste ich sie auf Anordnung der Stadt wieder wegräumen.

Ines Müller, Inhaberin von Leder Baumann

Endlos trist

Der Park ist von Haus aus nicht schön, die Einfahrt zur Stachus-Tiefgarage ist auch endlos trist. Hier hausen viele Obdachlose, Drogenabhängige, und nachts ist die Tankstelle ein Treffpunkt, um billigen Alkohol zu kaufen, den die jungen Leute vor Ort konsumieren und den Müll dann ins Gebüsch werfen. Die Geschäftshäuser haben schon Securitys engagiert, um die Passagen einigermaßen in Ordnung zu halten.

Christian Dengler, Geschäftsführer des Café Cord

Sehr lästig

Nachts saufen vor der Türe grölende Jugendbanden, Junkies und Obdachlose pöbeln die ­Leute an, urinieren ins Gebüsch und machen mit ihren Radios laut Musik. Für unsere Gäste ist das alles sehr lästig. Ein paar Bäume auf unserer Straßenseite zwischen den parkenden Autos würden wenigstens die Aufenthaltsqualität verbessern. Unter der Straße verläuft übrigens der Glockenbach unterirdisch. Denn könnte man doch freilegen. Dann kommen vielleicht auch nachts nicht mehr die Ratten raus wie jetzt. Christian Fahrngruber, Chef der

Hotels Herzog Wilhelm und Tannenbaum

Trostlos

Hier in der Herzog-Wilhelm-Straße liegt schon einiges im Argen. Der Vorplatz mit dem Vogelbrunnen ist völlig trostlos, wenn er nicht ohnehin von Handwerkern zugeparkt ist, obwohl er Fußgängerzone ist. Ich hatte vorgeschlagen, den Vogelbrunnen vor meinem Lokal nachts zu beleuchten, die Stadt wehrte das ab. Und meine Gäste werden, wenn sie zum Rauchen ins Freie gehen, ständig von den Obdachlosen angebettelt. Was die Kriminalität betrifft, hat die Kamera drüben am Sendlinger Tor die Situation schon verbessert.

Günther Grauer, Wirt der Bar Roy

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