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Über 56 000 Quadratmeter Nutzfläche stehen im Karstadt zur Verfügung (im roten Kreis).

US-Investoren blättern Vermögen hin

Karstadt am Hauptbahnhof: Das passiert nach dem 250 Millionen-Deal

München - Sensationsdeal am Münchner Immobilienmarkt: Der Karstadt am Hauptbahnhof wurde für 250 Millionen Euro verkauft. Was damit passieren wird.

Diese Summe wird in der Immobilienszene für den Deal zwischen der irischen Signature Capital und dem US-Immobilienmulti RFR genannt. Was die Amis mit dem Traditionskaufhaus von 1905 vorhaben, ist unklar. Allerdings wäre ein Radikal-Umbau oder gar eine Neubau des Kaufhauses nicht uninteressant.

Im Westen soll der Hauptbahnhof neu gebaut werden.

Erst Mitte 2015 hatte die Investmentgesellschaft Signature Capital das Kaufhaus für, so hieß es damals, 180 Millionen Euro in einem Bieterverfahren vom Karstadt-Besitzer Highstreet erworben. Das entspräche einer Wertsteigerung von 40 Prozent innerhalb von nur 18 Monaten! Die US-Holding RFR wurde vor 25 Jahren von Nachkommen deutscher Holocaust-Überlebender, Aby Rosen und Michael Fuchs, gegründet. Weltweit verwaltet das Unternehmen ein Immobilienvermögen von rund 10 Milliarden US-Dollar – unter anderem das Seagram Building und das Lever House in New York. In Deutschland gehören ihnen neben zahlreichen Büroimmobilien das Kaufmannshaus und die Alsterarkaden in Hamburg. In Frankfurt lassen sie derzeit die Zeilarkaden in ein neues Einkaufszentrum umbauen.

Neuer Glanz für Karstadt-Bau

Im Osten vom Karstadt entsteht der Neubau des Hotels Königshof.

Vieles spricht dafür, dass sie auch in München dem Karstadt-Bau neuen Glanz verleihen wollen: Die Nachbarschaft wird sich in den kommenden Jahren grundlegend ändern. Im Osten wird das Hotel Königshof neu gebaut, im Westen soll der Hauptbahnhof ebenfalls völlig neu entstehen. „Da ist Musik drin“, so der Münchner Immobilienexperte Tomas Aigner zu dem Millionendeal. „Alleine die knapp 500 Parkplätze in der Tiefgarage dürften 30 Millionen Euro wert sein.“ Die Laufkundschaft zwischen dem neuen Hauptbahnhof und der Innenstadt sei interessant.

Allerdings: „Das jetzige Konzept des Karstadt liegt nicht mehr im Zeitgeist, da müsste etwas getan werden.“ Klassische Warenhäuser seien out, heute würden Hersteller ihre Waren in Einkaufszentren mit mehreren eigenständigen Geschäften präsentieren. Allerdings: Der Mietvertrag mit Karstadt läuft noch bis zum Jahr 2026. RFR wollte sich zu seinen Plänen nicht äußern. Bei der Stadt haben die neuen Besitzer jedenfalls noch nicht wegen Bauabsichten vorgesprochen.

Münchens große Immobiliendeals

Niedrigzinsen machen Immobilien als Investment immer interessanter. München gilt als sicheres Pflaster – die spektakulärsten Immobiliendeals:

2013: kauft die Hamburger Quantum Immobilien AG die Hofstatt für geschätzt 400 Millionen Euro.

2012: schnappt sich das Moskauer Unternehmen Lenhart Global Investments das Palais an der Oper für 300 Millionen Euro.

2013: blättert die Signa Holding des Österreichers René Bekjo 240 Millionen Euro für 65 Jahre Erbbaurecht an der Alten Akademie hin.

2015: Die Deka Immobilien GmbH kauft für 158 Millionen Euro das Hotel Meridien (Bayerstraße).

2006: Der US-Immobilien-Multi Tishman Speyer zahlt 150 Millionen Euro für den Elisenhof.

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