Flüchtling Adil (Mitte) aus Pakistan erhofft sich von dem geplanten Protest-Marsch am Samstag einen großen Erfolg.

"Marsch der Weltbürger" startet am Samstag

So geht es mit den Flüchtlingen am Sendlinger Tor weiter

München - Am Sendlinger Tor campieren derzeit rund hundert Flüchtlinge aus Protest. Wie es weitergeht, verkündeten die Veranstalter am Freitag bei einer Pressekonferenz. Alle News gibt's hier im Live-Ticker.

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+++ Was sich Adil von dem Marsch am Samstag erwartet? "Wir haben kein Recht zum Leben. Unser Leben zählt nichts", sagt er. Deshalb wolle er auf die Straße gehen und weiter für sein Bleiberecht und bessere Bedingungen für Flüchtlinge im Allgemeinen demonstrieren.

+++ Das Problem der Kommunikation wird angesprochen. "Ich darf kein Deutsch lernen", sagt Adil. Er habe nach drei Jahren in Deutschland noch immer keine Erlaubnis für einen Deutschkurs bekommen. Auch das sei ein großer Missstand, der sich ändern müsse, findet der Pakistaner.

+++ Eine afghanische Frau berichtet, wie enttäuscht viele Flüchtlinge aus Afghanistan darüber seien, dass sie zurück in ihr Land müssten. "Wir können in dieser Unsicherheit nicht leben", sagt sie. Auch der Iran sei keine sichere Ausweichmöglichkeit für Afghanen.

Den Marsch sieht sie als äußerst schwierig an. Trotzdem müsse er stattfinden, um den Unmut der Flüchtlinge auszudrücken, sagt sie.

Mindestens 300 Flüchtlinge sollen an dem Marsch teilnehmen

+++ Ein Mann berichtet aufgewühlt, dass er Arbeit gehabt habe und ihm diese wieder genommen worden sei. "Wir wollen nur arbeiten", sagt er.

+++ Mindestens 300 Menschen sollen an dem Marsch teilnehmen, so Adil.

+++ Die Flüchtlinge wollen auf ihrem Marsch auf der Straße schlafen, sie wollen keine Unterkünfte beziehen. Doch das wollen einige Städte im Landkreis nicht: Es gibt noch Probleme, wie beispielsweise in Garching oder in Freising. Hier müssen die Städte entscheiden, wo die Flüchtlinge schlafen. Vielleicht kommen die Flüchtlinge nach dem Marsch nach München zurück, das sei aber noch nicht entschieden, sagt Sprecher und Flüchtling Adil. Während des Marsches würde das entschieden werden.

"Wir arbeiten nicht bürokratisch", sagt der pakistanische Sprecher. Trotzdem funktioniere der Protest sehr gut. Er spricht von einem großen Erfolg, die vielen Flüchtlinge mobilisiert zu haben. "Marsch der Weltbürger", nennt er den Protest. "Gute Besserung, bayerische Politik, gute Besserung deutsche Politik, gute Besserung Weltpolitik", sagt er in die Kameras in Bezug auf seine Kritik an den Regelungen zum Bleiberecht in Deutschland und Europa.

Verdi unterstützt die Flüchtlinge bei ihrem Marsch

+++ Hedwig Krimmer von Verdi äußert sich ebenfalls. Der Protest am Sendlinger Tor sei einmalig. Sie spricht von einer enormen demokratischen Leistung, die die Flüchtlinge hier erbringen, weil sie sich öffentlich für ihre Rechte einsetzen. "Davor kann man nur den Hut ziehen", sagt Krimmer, auch im Hinblick auf den langen Marsch, den die Flüchtlinge vor sich haben. Wer von Afghanistan zu Fuß nach Deutschland gekommen ist, der könne auch zu Fuß nach Nürnberg laufen, finden die Flüchtlinge. Verdi unterstützt sie dabei.

+++ Noch einmal wird betont: Die 120 Flüchtlinge wollen sich für uneingeschränktes Bleiberecht von Flüchtlingen einsetzen und dafür kämpfen.

+++ Der Sprecher bestätigt: Morgen geht es zum Protest nach Nürnberg. Die Zelte am Sendlinger Tor werden eingepackt.

+++ "Wo bleibt die Solidarität?", fragt Flüchtlings-Sprecher Adil. Allein Verdi und Die Linke hätten sich zu ihren Forderungen geäußert. "Das ist nicht genug", findet er.

Darum geht es bei dem Protest am Sendlinger Tor:

Wochenlang harren die rund 100 Flüchtlinge nun schon am Sendlinger-Tor-Platz aus. Sie protestieren für das Bleiberecht geflüchteter Menschen und gegen die Benachteiligung von Flüchtlingen.

Für Samstag haben die Organisatoren von "Refugee Struggle for Freedom" ab 14 Uhr einen Marsch nach Nürnberg angemeldet. Dort wollen sie vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) protestieren. Das Kreisverwaltungsreferat hat bekannt gegeben, dass die Genehmigung der Dauerversammlung bis Samstag verlängert worden ist.

sb

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