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Kämpfen um ihren Markt (v.l.): Rolf Issels, Thomas Bartu, Susanne Wiebe, Hubertus von Medinger, Lara Joy Körner und Helmut Pauli.

Bürger setzen auf Petition

Rettung auch für Standl am Elisabethmarkt?

München - Die Rettung der alten Marktstandl am Wiener Platz durch Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) macht Hoffnung. Und zwar den Unterstützern des Status quo am Elisabethmarkt.

Jetzt gibt es eine Petition, die den Stadtrat und den Bezirksausschuss 4 (Schwabing-West) dazu auffordert, auch dort die Standl in ihrer aktuellen Form zu erhalten und den geplanten Totalabriss (siehe unten) zu verhindern. Die Unterschriftensammlung läuft seit gut einer Woche. Initiiert hat sie Hubertus von Medinger, Geschäftsführer einer Immobilienfirma. Ihm zur Seite steht eine illustre Runde, die für die Tradition am Elisabethmarkt kämpft: Schauspielerin Lara Joy Körner, Modedesignerin Susanne Wiebe, Schuh- und Bioeis-Unternehmer Thomas Bartu, Konzertveranstalter Helmut Pauli und Prof. Rolf Issels vom Uni-Klinikum in Großhadern.

„Die Stimmung am Markt stimmt einfach. Man kann hier alles für den täglichen Bedarf kaufen. Es ist schön hier“, schwärmt Bartu. Er will nicht, dass sich etwas ändert. Aktuell steht die Variante zwei im Raum, die von den Händlern bevorzugt wird: Lagerflächen und Parkplätze sollen künftig unter der Oberfläche verschwinden. „Die Tiefgarage ist hier nicht sinnvoll“, sagt Bartu, der auch um die zahlreichen Bäume auf dem Platz fürchtet. Dass die Händler sich für Variante zwei ausgesprochen haben, will von Medinger nicht anzweifeln. Nur: „Hier wird verschwiegen, dass sich die Gesamtheit der Händler nur deshalb dafür entschieden hat, weil eine dritte Variante, in der der Markt zwar saniert, aber nicht abgerissen worden wäre, nicht vorgestellt worden ist.“

Zudem würden sie um ihre lebenslange Zuweisung des Standlbesitzes fürchten. Und: Wer würde sich da schon trauen, etwas gegen das Kommunalreferat zu sagen, wenn dieses bald über die Zukunft des ganzen Marktes zu entscheiden hat, fragt sich von Medinger. Er verweist auf die Lebensmittelmarktsatzung, laut der die lebenslage Zuweisung im Falle baulicher Änderungen durchaus erlöschen könne.

Die Standlbesitzer sind geteilter Meinung

Ein Druckmittel gegen die Standlbesitzer? Jedenfalls sind diese von Medinger zufolge geteilter Meinung. Die einen seien für den Abriss und Neuaufbau, die anderen dagegen. Der 66-Jährige fürchtet jedenfalls um das Flair seines Marktes, zwischen dessen Buden er schon als Fünfjähriger an der Hand seiner Oma unterwegs war. Er wohnt in der Friedrichstraße, ganz in der Nähe des Elisabethmarkts. Bartu ist sein Nachbar. Auch ihre Mitstreiter wohnen nicht allzu weit entfernt. Sie alle sorgen sich um ein gutes, altes Stück Schwabing. Wiebe verweist bezüglich der Märkte auf „die fürchterliche Neubau-Hallenlandschaft in Paris. Das ist ein abschreckendes Beispiel in Europa“. So was wollen sie am Elisabethplatz nicht sehen.

Hoffnung macht der Wiener Platz. Von Medinger sagt: „Die Marktfrauen dort haben sich gegen die Argumente der Markthallen zur Wehr gesetzt. Mit dem Rückhalt des Bezirksausschusses ist es gelungen, die wesentlichen Referate aus dem Kreisverwaltungsreferat wie Hygiene und Brandschutz an den Tisch zu bekommen.“ Eben mit dem Ergebnis, dass die Mängel nicht so groß seien, dass gleich was abgerissen werden muss. „Der Oberbürgermeister hat daraufhin ein Machtwort für den Erhalt gesprochen“, sagt von Medinger.

Für seine Petition hat er bislang exakt 1012 Unterschriften (Stand: Samstagmittag um 13 Uhr) gesammelt. 12.000 werden es locker noch werden, meint er. Vor einer Woche hat er einen Brief an OB Dieter Reiter geschrieben. Eine Antwort steht noch aus.

Markus Schwarzkugler

OB Dieter Reiter und die Rolle rückwärts am Wiener Platz

Es war ein Paukenschlag, als vor rund einem Jahr bekannt wurde, dass die Märkte am Wiener Platz in Haidhausen, am Schwabinger Elisabethplatz und der Viktualienmarkt in Pasing saniert und dafür möglicherweise erst einmal komplett abgerissen werden müssten. Für jeden der drei Märkte gibt es Machbarkeitsstudien mit je zwei Varianten, wie diese nach dem Neu-Aufbau aussehen könnten. Der Grund für die Sanierung: Die Märkte entsprechen nicht mehr den aktuellen Anforderungen an Hygiene und Brandschutz. Wie berichtet, gab es vor gut zwei Wochen dann die Rolle rückwärts. Die machte OB Dieter Reiter, der bekannt gab, dass die alten Marktstandl am Wiener Platz nun doch nicht abgerissen werden sollen. Das kam durchaus überraschend, hatte doch nicht zuletzt die Stadtverwaltung die Abriss-Pläne forciert. Zwischenzeitlich hatten 8000 Münchner für den Erhalt der Marktstandl demonstriert.

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