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„Big Jump“ 2014: Nur an Aktionstagen ist hier Baden erlaubt. Mitte: Benjamin David.

Stadt untersagt "Schwimmende Demo"

Protest für Flussbad: Verein will Isarschwimmen gegen Verbot durchsetzen

München - Die Stadt hat die "Schwimmende Demo" am 3. Juli aus Sicherheitsgründen untersagt – doch die Veranstalter wollen sich nicht geschlagen geben.

Die „Schwimmende Demo“, die der Verein Isarlust und die Urbanauten für Sonntag, 3. Juli, angekündigt hatten, könnte ins Wasser fallen: Das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) hat die Veranstaltung aufgrund zu hoher Risiken im geplanten Flussabschnitt für „nicht genehmigungsfähig“ befunden. Doch Veranstalter Benjamin David will sich nicht geschlagen geben: „Irgendetwas findet statt“, sagte er dem Münchner Merkur.

Ziel des Vereins: Ein Flussbad an der Isar

Davids Verein Isarlust hatte anlässlich des Europäischen Flussbadetages am 3. Juli geplant, die „große Isar“ zwischen dem Deutschen Museum, den Patentämtern, der Reichenbach- und der Ludwigsbrücke in ein temporäres Isarflussbad zu verwandeln. Mit 300 Badegästen, einem sportlichen 1000-Meter-Wettschwimmen und einem „Isartreiben“ für die gemütlicheren Teilnehmer. Auch als Demonstration war die Aktion gedacht, als Appell für ein dauerhaftes Isarflussbad.

Das RGU-Gutachten wirft diese Pläne nun über den Haufen. „In diesem Abschnitt der Isar wird die Veranstaltung definitiv nicht stattfinden“, sagt Bernadette-Julia Felsch vom RGU. „Dort ist das Risiko viel zu hoch.“

In dem Abschnitt lauern auch Gefahren für Schwimmer

Für die Passage nördlich der Reichenbachbrücke gelte schon lange ein grundsätzliches Badeverbot. „Dort, wo das Baden seit 1839 verboten ist“, heißt es auch in der Mitteilung von Isarlust. Das RGU sieht in dem Flussabschnitt nördlich der Reichenbachbrücke gleich mehrere Gefahrenquellen. Wehranlagen, Abläufe und Schwellen im Wasser könnten Strudel und Wasserwalzen verursachen, die selbst Profischwimmern erhebliche Probleme bereiten, heißt es.

„Ich bin sehr optimistisch, dass die Veranstaltung trotzdem stattfinden wird“, sagt jedoch David. Er habe sich gestern nochmal mit dem RGU besprochen. In den kommenden Tagen werde man erneut überprüfen, ob das Schwimmen im fraglichen Flussabschnitt nicht doch möglich sei. Er halte die Stelle nicht für gefährlich. „Parallel überlegen wir, ob wir es einfach einen Flusskilometer weiter oben machen, also zwischen Wittelsbacher- und Corneliusbrücke.“ Für das dauerhafte Isarflussbad, das mit der Veranstaltung beworben werden soll, komme aber nur die Passage nördlich der Reichenbachbrücke infrage. „Der Bund Naturschutz hat sich gegen das Baden in der ,Kleinen Isar‘ ausgesprochen“, so David, „um die Flora und Fauna der renaturierten Isar zu schützen.“ Nun arbeite man eng mit dem RGU zusammen, um das Flussbad in der „Großen Isar“ zu ermöglichen.

Für ein dauerhaftes Flussbad bräuchte es erhebliche Baumaßnahmen

Gesundheits- und Umweltreferentin Stephanie Jacobs ist dafür: „Ich bin ein großer Fan der Idee eines Isarflussbades im innerstädtischen Bereich der Großen Isar.“ Die Abwägung der RGU lasse jedoch keinen Spielraum. „Die Risiken sind bei so vielen Menschen nicht verantwortbar.“ Aus diesem Grund seien für ein dauerhaftes Flussbad erhebliche Baumaßnahmen erforderlich. „Dafür wollen wir vom Stadtrat eine Machbarkeitsstudie beauftragen lassen“, so Jacobs. Eine Beschlussvorlage werde sie noch im Juli in den Stadtrat einbringen.

Eine Absicht, die David begrüßt. Bei allem Enthusiasmus für das Flussbad sieht auch er Baubedarf: „Im Bereich der Patentämter kommt man nicht so leicht raus aus der Isar, deshalb ist das unbeaufsichtigte Schwimmen dort aktuell nicht zu empfehlen.“ Ein Problem, das sich durch Treppen wohl beheben lasse. Mehr soll die Studie verraten. Für den langfristigen Plan eines Isarflussbads stehen die Chancen tatsächlich nicht schlecht. Wie berichtet, hat der Stadtrat am 7. Juni beschlossen, das Baden an mehreren Stellen der zentralen Isar zu erlauben. Diese Regelungen werden voraussichtlich 2017 endgültig umgesetzt.

David ist zuversichtlich, dass das Isarschwimmen am 3. Juli stattfinden wird: „Wir suchen nach einer Lösung.“ Für die Sicherheit der Teilnehmer sollen Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sorgen. Eine Stunde nach Veröffentlichung der RGU-Erklärung gab Isarlust gestern erneut bekannt, dass man sich für die „schwimmende Demo“ anmelden kann: unter www.isarlust.org.

Die Münchner Badeseen auf einen Blick

Marian Meidel

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