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Arbeiten am Boden des Wettkampfbeckens, oben schmieren zwei Männer die Aufhängung an einem Sprungbrett. Das zu den Olympischen Sommerspielen 1972 eröffnete Bad war zuletzt arg in die Jahre gekommen.

Drei Wochen Baustelle

Olympiaschwimmhalle: Umbau im laufenden Betrieb

München - Mark Spitz ist in der Olympia-Schwimmhalle zur Legende geworden. Sieben Goldmedaillen und sieben Weltrekorde holte der Amerikaner bei den Olympischen Spielen 1972. Mehr als 40 Jahre später ist die Sportstätte marode. Die Sanierung hat jetzt begonnen.

Es ist eine logistische Herausforderung: Die Olympia-Schwimmhalle wird saniert und der Badebetrieb läuft parallel weiter, teilweise zumindest. Bäder-Chefin Christiane Kugler, Bäder-Technikchef Reinhold Zorn und Architekt Thomas Hezel stellten am Dienstag die Baumaßnahme vor. Nicht verraten wollten sie allerdings, was die Sanierung des Bades kosten wird. Einige Posten befänden sich noch in der Ausschreibungsphase, sagte Zorn.

Neben dem Nichtschwimmerbecken wird ein Planschbereich für Kinder errichtet. Dafür muss der Kiosk weichen.

Seit vergangener Woche ist die Schwimmhalle wegen der jährlichen Revisionsarbeiten geschlossen. Drei Wochen lang werden technische Anlagen und Becken gewartet und bei Bedarf ausgebessert. Die Maßnahme bildet den Auftakt zur großen Sanierung. Ziel des Architekten ist es, das Gebäude mit der markanten Glasfassade optisch in seinen Originalzustand von 1972 zu versetzen und gleichzeitig technisch auf den neuesten Stand zu bringen. In den vergangenen Jahren ist die Halle punktuell immer wieder modernisiert worden, so wurden beispielsweise die Decken neu gemacht.

Neben den Stadtwerken und der Denkmalschutzbehörde gehört auch Architekt Fritz Auer zu Hezels Ansprechpartnern. Er hat damals die Schwimmhalle geplant. Hezel sprach von „fast schon archäologischen Recherchemaßnahmen“, die notwendig gewesen seien, um den Originalzustand des Gebäudes zu rekonstruieren.

Die Sanierung werde in zwei Bauabschnitten durchgeführt, erklärte Bäder-Chefin Kugler. Bis voraussichtlich Mai 2017 sollen das Trainings- und das Nichtschwimmerbecken geschlossen bleiben. Um den Schwimmbetrieb im Wettkampf- und Sprungbecken nicht durch Baulärm und -schmutz zu stören, wird zwischen den beiden Bereichen eine Trennwand eingezogen.

Die Halle wird neben privaten Badegästen vor allem auch von der Technischen Universität für die Ausbildung der Sportlehrer sowie von den Leistungsschwimmern der SG Stadtwerke München genutzt. So lange das Trainingsbecken überholt wird, trainieren die Schwimmer im Wettkampfbecken. Um ihnen ausreichend Platz und Zeit einzuräumen, stehe das Wettkampfbecken von 7 bis 10 Uhr ausschließlich ihnen zur Verfügung, sagte Kugler. Ab 10 Uhr starte der reguläre Badebetrieb. Private Frühschwimmer bittet sie, ins Dantebad auszuweichen.

Im ersten Bauabschnitt werden im Trainings- und Nichtschwimmerbereich die aus Stahlbeton bestehenden Becken überholt. Unterhalb, im Technikbereich, sind etliche Schadstellen an den Becken zu sehen, an denen Chlorwasser austritt und der Stahl korrodiert. Statt mit Fliesen werden die Becken künftig mit Edelstahl ausgekleidet. Umkleiden und Sanitärbereich werden ebenfalls erneuert. Der Kiosk verschwindet, stattdessen entsteht ein neuer Planschbereich. Bei farblichen Akzenten wird an die Spiele von 1972 erinnert: mit Gelb und Orange, Grün und Blau. Auch die Decken und der Treppenabgang werden erneuert. Die Baustelle laufe rund um die Uhr sagte Zorn. Besonders laute Arbeiten würden nachts ausgeführt.

Im zweiten Bauabschnitt werden Wettkampf- und Sprungbecken saniert und ebenfalls mit Edelstahl ausgekleidet. Zum Schluss steht die Erneuerung der 3000 Quadratmeter großen Glasfassade auf dem Plan. Wenn alles gut läuft, soll im Sommer 2018 alles fertig sein – und die Olympia-Schwimmhalle wieder Weltklasse-Niveau haben.

Drei Wochen dicht: Oly-Schwimmhalle wird saniert

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