Frau verklagte die Modekette

Ärztin stürzt in dunklem Laden: Abercrombie & Fitch muss zahlen

München - Das Ladenkonzept von Abercrombie & Fitch sorgte schon öfters für Verwunderung. Eine Ärztin stürzte in dem spärlich ausgeleuchteten Geschäft und bekommt nun Schmerzensgeld.

Die 50-Jährige stürzte bereits Ende 2012 und zog sich dabei eine Bänderzerrung und einen Bänderriss zu. In dem damals neu eröffneten Flagshipstore der US-Modekette in München wollte die Ärztin eine Jeans kaufen. 

Das entsprechende Regal befindet sich bei Abercrombie & Fitch (A&F) auf einem leicht erhöhten Podest. Aufgrund des in dem Geschäft üblichen schummrigen Lichts übersah die Frau dabei eine Stufe und stürzte schwer. Vor Gericht forderte sie daraufhin ein Schmerzensgeld in Höhe von "mindestens 12.000 Euro". Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung"

"Toll beleuchtet" könne man nicht sagen

Ihre Forderung wurde in erster Instanz vom Landesgericht München I abgelehnt. Die Richter waren der Ansicht, dass die Kunden aufgrund der Dunkelheit besonders aufmerksam sein müssten. Die 50-Jährige ging vor dem Oberlandesgericht in Berufung.

Hier war man der Ansicht, dass die schlechte Beleuchtung "zulässig" sei. Allerdings hätten eine "farbliche Abhebung oder Lichtbänder gefehlt". Die Stufe sei lediglich mit drei Lampen von jeweils 50 Watt beleuchtet gewesen. "Toll beleuchtet" könne man dazu nicht sagen. Das bestätigte auch ein Mitarbeiter von A&F. Gerade wenn das Geschäft sei voll sei, könne man die Stufe leicht übersehen.

Forderung von 12.000 Euro ist aber überzogen

In den Augen der Richter des OLG trage die Ärztin dennoch eine Mitschuld. Daher sei die Forderung von 12.000 Euro Schmerzensgeld "deutlich zu hoch". Laut der "Süddeutschen Zeitung" haben sich die Klägerin und A&F daher in einem Vergleich auf eine Zahlung in Höhe von 5.000 Euro geeinigt. Bindend ist die Vereinbarung jedoch noch nicht.

Zum Ladenkonzept von A&F gehören unter anderem laute Musik und eine schummrige Beleuchtung. Auf diese Weise soll das Geschäft an einen Club erinnern. Außerdem wird das hauseigene Parfüm großzügig im Laden versprüht, und die Kunden werden in die Umkleidekabinen "eingeschlossen". Zuletzt ist der Hype um die Modekette zunehmend abgeflaut. Ein Imagewechsel brachte keinen Erfolg. Gerüchte im letzten Jahr, dass die Filiale in der Sendlinger Straße schließt, haben sich jedoch nicht bewahrheitet.

ja

Rubriklistenbild: © Schlaf Marcus

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