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Friedrich Cubigsteltig ist fassungslos: Einige der betroffenen Bäume haben wegen der Salzschäden, die Unbekannte im Viertel verursacht haben, bereits braune Blätter wie im Herbst und sie seien auffällig kahl, berichtet er.

Baumschänder im Lehel unterwegs

Unbekannte vergiften Bäume mit Salz

München - Baumschänder treiben im Lehel ihr Unwesen. Anwohner sind entsetzt: Die Fremden haben Salz rund um mehrere Bäume verteilt – und das sogar „kiloweise“, die Blätter wurden herbstbraun. Polizei und Stadt sind eingeschaltet. 

Die Bewohner im südlichen Lehel sind fassungslos: Entlang der Mannhardt- und der Kanalstraße am Ring sowie an der Thierschstraße haben Unbekannte Salz an mehrere Bäume im Wohngebiet gestreut. Schon seit Juli und bis vor wenigen Tagen sind die mysteriösen, weißen Spuren immer wieder aufgetaucht. Dort, wo die Bäume in den Boden gelassen sind, waren die Betonplatten mit den Löchern, durch die normalerweise Regenwasser zu den Wurzeln dringt, mit dem aggressiven Salz verklebt. „Ich dachte zuerst, das ist ein Dünger“, sagt Hausmeister Josef Jonas, der sich um mehrere Anwesen im Viertel kümmert. „Es sah erst so aus wie weißes Pulver, so wie Bittersalz.“ Schnell sei jedoch klar gewesen, dass es sich wohl um „normales Kochsalz“ handelt, das die Unbekannten „kiloweise“ verstreut haben.

„Massiv“ betroffen sei ein Baum neben dem „Onkel Emma“-Laden in der Mannhardt-, Ecke Adelgundenstraße, sagt Mitarbeiter Friedrich Cubigsteltig. „Anfang Juli hat alles angefangen.“ Eine Nachbarin habe damals schon „ein gutes Kilo Salz“ von der Baumplatte weggefegt. „Das hat sich dann regelmäßig fortgesetzt, sodass immer mal wieder Salz an den Bäumen war, wenn Regen angekündigt war.“ Aber auch in Blumenkübeln vor dem Geschäft fand er die Spuren.

Mit dem Industriestaubsauger habe er das Salz schon „weggesaugt“. Auch einige Nachbarn hätten in ihrer Verzweiflung zum Akku-Staubsauger gegriffen. Doch der oder die Täter kamen wieder.

Das Salz richte großen Schaden an, sagen die besorgten Anwohner. Die Blätter seien trotz des feuchten Sommers herbstlich braun, und die Bäume bereits kahler.

„Wir haben uns seit längerem gewundert, warum einzelne Bäume nicht so gedeihen können, wie erwartet“, sagt der Grünen-Politiker Norbert Weigler vom Bezirksausschuss Altstadt-Lehel, der im Viertel wohnt. Betroffen seien „etwa sechs bis sieben Bäume“ im Alter bis 15 Jahre. Etwa fünf Meter hoch werfen sie noch keinen großen Schatten. Sie nehmen nicht einmal viel Platz weg neben den parkenden Autos – wie in der Mannhardtstraße. „Es ist unfassbar, dass es jemanden gibt, den die Baumbepflanzung offenbar stört und der zu solchen brachialen Mitteln greift“, sagt der Grünen-Politiker. Und auch BA-Vorsitzender Wolfgang Neumer (CSU) betont: „Die Bebauung ist ziemlich dicht. Deshalb sind wir sehr froh um jeden Baum und um jede Hecke.“

Bei der Polizei wurde bereits Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Es gebe jedoch noch keine Hinweise auf den oder die Täter, sagte Polizeisprecher Sven Müller gestern. Die Kollegen vor Ort würden verstärkt achtgeben.

Auch die Stadt kümmert sich. „Um den Schaden einzudämmen, wird das Salz sofort gründlich entfernt. Um Salzreste möglichst stark zu verdünnen, werden die betroffenen Flächen intensiv gewässert“, teilte das Baureferat mit. Ob die Bäume so nachhaltig beschädigt seien, dass sie ersetzt werden müssen, sei derzeit noch unklar. Ähnliche Salzschäden habe man auch an Hecken am Gärtnerplatz festgestellt.  

Anne Hund

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