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Cornelia S. demonstriert ihren Unmut vor der Allianz in der Königinstraße

Kein Geld von der Versicherung

Verzweifelte Mutter klagt an: „Zahlt endlich für meinen Buben“

München - Eine Mutter kämpft seit 12 Jahren um Schmerzensgeld für ihren Sohn. Nach einer OP ist ihr Kind zu 80 Prozent schwerbehindert - bis heute hat die Versicherung kein Geld gezahlt.

Immer wieder zeigt Cornelia S. auf ein Bild ihres Sohnes: „Gebt meinem Constantin endlich, was ihm zusteht“, ruft sie zeitgleich. Auf dem Foto ist ihr Kleiner zu sehen – auf der Intensivstation. Zig Schläuche ragen aus dem Körper des Buben. Was passiert war? Ein Arzt hatte bei Conni eine schwere Infektion übersehen – mit fatalen Folgen: Seitdem ist der Bub behindert. Zwölf Jahre ist das nun her. Und seitdem kämpft die Familie um Schmerzensgeld. Zwei Millionen Euro will sie. Jetzt geht es gegen die Allianz in München.

„Ich kann einfach nicht glauben, dass wir immer noch keinen Cent für diesen schrecklichen Fehler bekommen haben“, schimpft die Mutter, während sie vor der Allianz-Zentrale in München steht. „Und das, obwohl längst feststeht, dass ein Arzt gepfuscht hat.“

Constantin im Jahre 2004: Eine Infektion wurde bei dem Buben nicht erkannt. Heute ist der gebürtige Münchner 16 Jahre alt, geht begeistert zur Schule.

Die Tragödie passiert im März 2004. Die Mutter fährt mit dem damals Zweijährigen in die Cnopf’sche Kinderklinik in Nürnberg, wo sie damals wohnen. Der Bub hat Fieber und Durchfall. Nur eine leichte Gastritis, sagt der behandelnde Arzt und schickt beide wieder Heim. Nach ein paar Stunden ist der Zustand des Zweijährigen so schlecht, dass die Mama wieder in die Klinik fährt. „Machen Sie sich keine Sorgen“, lautet die Antwort. Fünf Mal wiederholt sich dieses Spiel. Constantin spuckt plötzlich Blut, verliert das Bewusstsein. Per Sanka kommt er ins Uni-Klinikum nach Erlangen. Die Diagnose: eine schwere Pneumokokken-Infektion. Die Bakterien haben schon Herz und Gehirn angegriffen. Nur eine Not-OP rettet ihm das Leben.

Seit damals ist Constantin zu 80 Prozent schwerbehindert, er ist halb taub und verhaltensauffällig. Ein jahrelanger Kampf beginnt. Der Arzt behauptet nämlich schlichtweg: „Der Fall war nicht zu verhindern!“ Daher will man auch keine Entschädigung zahlen. Ein Gutachten jagt das andere, zig Verhandlungen werden vor Gericht geführt. „Das kostete jedesmal mehr Kraft“, erzählt die Mutter. Und Geld. 2014 (zehn Jahre nach dem Vorfall) dann die Entscheidung: Ein anerkannter Experte stellt vor Gericht fest, dass der Mediziner damals gepfuscht hat. Punkt! Die Klinik stimmt daraufhin einem Vergleich zu.

„Aber Schmerzensgeld haben wir noch immer nicht bekommen“, so Cornelia S. Warum? „Weil die Allianz, über die der Arzt versichert ist, die geforderten zwei Millionen nicht zahlen will. Jetzt läuft wieder ein Zivilverfahren. Die hoffen doch nur, dass wir irgendwann aufgeben und sie billig aus der Lage rauskommen.“

Die Allianz sieht das ganz anders. Auf Anfrage erklärte eine Sprecherin, dass man der Familie schon eine Summe im sechsstelligen Bereich als „Vorrauszahlung“ gewährt hätte. Stimmt – man muss aber auch bedenken: Um ihren Sohn zu pflegen, musste Cornelia S. ihren Job als Architektin aufgeben. Zudem zahlte man Tausende an Euros für Gutachten und Anwälte. Die Familie S. hat Schulden.

Weiterhin gibt die Versicherung an, man wolle den Fall auch endlich mit einem Vergleich abschließen. „Um einen validen Vergleichsvorschlag machen zu können, benötigen wir wie das Gericht allerdings weitere ärztliche Untersuchungen“, so Pressesprecherin Susanne Seemann. So müsse festgestellt werden, ob die Schwerhörigkeit auf den Behandlungsfehler zurückzuführen ist und außerdem müsse das Ausmaß der körperlichen Einschränkung diagnostiziert werden. „In den bisher vorgelegten Unterlagen sind diese für uns entscheidungsrelevanten Punkte nicht ausreichend dargelegt.“ Heißt: Mehr Gutachten! Genau die will aber Connis Familie nicht mehr.

„Die wollen Zeit schinden“, sagt Cornelia S. „Aber ich kämpfe weiter.“ Bei diesen Worten zeigt sie wieder auf das Bild ihres Sohnes.

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