Weltberühmte Architektur: Zeltstadt und Landschaft des Münchner Olympiaparks. ArchivFoto: Marcus Schlaf

UNESCO-Liste

Weltkulturerbe Olympiapark? Initiative setzt sich für Eintragung ein

München - Der Verein „Aktion Welterbe Olympiapark“ mit der zweimaligen Hochsprung-Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth strebt eine Eintragung des Geländes der Sommerspiele 1972 in die Unesco-Liste als Weltkulturerbe an.

„Wir sehen im Olympiapark ein Gesamtkunstwerk, das durch die Förderung der olympischen Idee und seine besondere Geschichte für weltweit wichtige Werte steht“, heißt es in einem Schreiben des Vereins an den Münchner Stadtrat. Schirmherr der Aktion ist Alt-Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel, in dessen Amtszeit der Olympiapark gebaut wurde.

Dem Verein gehe es einerseits „um den Gedanken des friedlichen Zusammenlebens und -wirkens der vielen Völker, um wechselseitigen Respekt.“ Aber auch der Respekt vor den Opfern des Olympia-Attentats am 5. September 1972 während der Spiele in München sei den Vereinsmitgliedern wichtig.

Der Park, erbaut für die Olympischen Spiele 1972, hat durchaus Einzigartiges zu bieten. Olympiastadion, Olympiahalle und Schwimmhalle mit ihren markanten Zeltdachkonstruktionen stehen bereits unter Denkmalschutz. Parteien wie die Linke hatten den Stadtrat aufgefordert, sich für die Aufnahme einzusetzen, obwohl damit möglicherweise auch Einschränkungen bei der Nutzung die Folge wären.

Was als Weltkulturerbe gilt, darüber entscheidet das Unesco-Kommitee. 1052 einzigartige Orte auf der ganzen Welt hat die Unesco bereits zum Welterbe erklärt. 21 davon sind dieses Jahr neu aufgenommen worden, darunter zwei Häuser der Weissenhof-Siedlung in Stuttgart. Die Architektur von Le Corbusier sei ein herausragender Beitrag zur „Modernen Bewegung“ hieß es in der Begründung. Neu dabei sind unter anderem auch die archäologische Stätte von Philippi in Griechenland, das Qanat-Bewässerungssystem im Iran und die Neandertal-Höhlen auf Gibraltar.

In Deutschland wurden bisher insbesondere Kirchenbauten in die Liste aufgenommen, darunter der Aachener Dom, der Dom zu Speyer und der Kölner Dom. Aber auch die Würzburger Residenz als Zeugnis des süddeutschen Barocks oder die Altstadt von Bamberg als größter unversehrt erhaltener Stadtkern in Deutschland dürfen sich Stätte des Weltkulturerbes nennen.

Wie berichtet, versucht auch der Münchner Viktualienmarkt seit Jahren, auf die Unesco-Liste zu kommen. Die Chancen dürften freilich gegen Null tendieren. Der Olympiapark könnte da größere Chancen haben, sowohl aus architektonischer Sicht als auch vor dem Hintergrund der Erinnerung an das Olympia-Attentat auf israelische Sportler, bei dem 1972 insgesamt 17 Menschen ums Leben kamen. wha

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