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Fünf Asylbewerber haben schließlich an dem Radlkurs auf dem Verkehrsübungsplatz an der Flinspachstraße in Holzkirchen mitgemacht, den unter anderem Hartmut Romanski (v.l.) und Horst Bertram anboten.

Hartmut Romanski will sich weiter bemühen

Asylbewerber interessieren sich kaum für Radlkurse

Holzkirchen - Freiwillige Helfer haben extra Radlkurse für die Holzkirchner Asylbewerber organisiert - nur die Resonanz war sehr begrenzt. Schade, denn ein wenig Nachhilfe täte vielen Flüchtlingen schon gut.

Der Einstieg in den Radlkurs war etwas wacklig. Als der Holzkirchner Radlbeauftragte Hartmut Romanski mit gelber Warnweste und Helm pünktlich an der Traglufthalle im Moarhölzl stand, fehlte es zunächst leider an einem wichtigen Bestandteil: an Teilnehmern. „Das war schon eine Enttäuschung“, sagt er. „Die 13 Asylbewerber, die sich dafür angemeldet hatten, waren unauffindbar.“ Kurzerhand trommelte Horst Bertram vom Helferkreis Asyl aber fünf Freiwillige zusammen. Und die Schulung konnte doch noch starten.

Wie berichtet, hatte ein Unfall an der B 13 den Stein ins Rollen gebracht. Anfang Juli wurde ein Asylbewerber (19) beim Überqueren der Bundesstraße auf Höhe der Traglufthalle schwer verletzt. Er wollte mit dem Fahrrad die Straßenseite wechseln, um zum dortigen Radweg zu gelangen, und wurde dabei von einem Auto erfasst. Daraufhin diskutierten die Gemeinderäte darüber, ob und wie man die Stelle sicherer gestalten könnte. Gleichzeitig brachte Bürgermeister Olaf von Löwis weitere Fahrradkurse für Asylbewerber ins Spiel. Bereits der letzte Kurs jedoch, den Romanski geplant hatte, musste ausfallen – weil sich keine Teilnehmer gemeldet hatten.

Dieses Mal aber zog Romanski sein Training durch. „Wir hatten sogar einen Dolmetscher für Arabisch dabei“, erzählt er. Zunächst radelte die Gruppe zum Verkehrsübungsplatz an der Flinspachstraße. Allerdings nahmen sie den Weg über die Thanner Straße und nicht den „über die böse B 13“, berichtet Romanski. Schließlich müssten die Asylbewerber lernen, diesen zu meiden. „Auch wenn es sich bei ihnen eingeschlichen hat, so zu fahren.“ Hierbei seien zwei Fahrspuren auf einer stark befahrenen Straße zu überwinden, um auf den Radweg, den es nur auf der Gegenseite gibt, zu gelangen. Viel zu gefährlich, wie der Unfall damals zeigte.

Schon auf dem Weg zum eigentlichen Ziel hielt die Gruppe an jedem Verkehrszeichen, das Romanski dann erklärte. Vorfahrtsstraße, Vorfahrt gewähren, Stoppschild und so weiter. Außerdem zeigte er den Teilnehmern einige Markierungen auf der Straße sowie die kleine Fußgängerzone am Kulturhaus. „Das ist besser als ihnen bloß einen Flyer in die Hand zu drücken“, findet er. Auch am Verkehrsübungsplatz selbst lernten die Holzkirchner Asylbewerber noch einige Verkehrsregeln. Für alles blieb aber nicht genug Zeit. Rechts-vor-Links und Co. soll daher bei Fortsetzungsterminen erläutert werden.

Romanski baut fest darauf, dass die Asylbewerber wieder kommen. „Ihr Interesse war dann sehr groß“, sagt er. „Denn sie haben vieles einfach nicht gewusst.“ Am Ende sollen die Teilnehmer ein Zertifikat und ein kleines Geschenk bekommen. Damit wolle der Helferkreis noch mal kräftig für die Kurse werben. „Wir hoffen sehr, dass es sich rumspricht.“

Für die Schulungen nutzen die Flüchtlinge übrigens ihre eigenen Räder, die sie – aus einem Spenden-Pool heraus – kaufen mussten. Wie berichtet, hatten unordentlich gestapelte Räder auf dem Traglufthallen-Gelände kürzlich für Wirbel gesorgt. Bürgerin Elke Neudecker hatte sich darüber geärgert, „wie hier mit gespendeten Sachen umgegangen wird“. Romanski nennt es „der Radlfriedhof“

Integrationsbeauftragte Maria Korell bestätigt das, was ihr Kollege Franz Lutje bereits angedeutet hatte. „Es ist ein Ersatzteillager“, sagt sie. Will heißen, es handle sich um alte, unbrauchbare Räder, die für bessere ausgeschlachtet werden. Die guten hingegen, die nur kleinere Reparaturen erfordern, seien in einem Container eingesperrt. Einmal die Woche treffe sich die Radlgruppe aus dem Helferkreis, die zusammen mit den Asylbewerbern die maroden Drahtesel auf Vordermann bringt. „Die sollen das lernen“, betont Korell. Und: „Wir brauchen auch weitere Radl-Spenden.“

Für die Räder, die genutzt werden, gibt es laut Romanski eine Radlabstellanlage mit circa 40 Plätzen vor der Traglufthalle. Falls eines Tages wider Erwarten doch noch mehr Asylbewerber kommen sollten, plant Romanski eine weitere Anlage. Er hat da schon was um Auge.

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