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Enge in der Ortsmitte: Wer seine Parkplätze ablösen möchte, muss sich in Holzkirchen auf neue Regelungen einstellen. 

So leicht geht's jetzt nicht mehr

Bauen ohne Parkplätze? So einfach geht's in Zukunft nicht mehr

Holzkirchen – Bis dato taten sich künftige Bauherren in Holzkirchen leicht: Statt Parkplätze vorzuweisen, zahlten sie einfach einen Obolus. Doch ab jetzt wird's teuer.

Gerade in der Holzkirchner Ortsmitte ist es für Bauwerber oft nicht leicht, auf engem Raum genug Parkplätze zu schaffen. Anstatt dessen bitten sie die Gemeinde zuweilen um eine Ablöse. Das heißt, sie zahlen Geld, wenn sie die erforderliche Zahl an Kfz-Stellplätzen nicht nachweisen können. Doch das stößt im Gemeinderat nicht immer auf Gegenliebe. Heuer im März zum Beispiel ließ das Gremium einen Investor abblitzen, der auf dem Gelände der Schreinerei Vogl drei Mehrfamilienhäuser baut. Weil er zehn Parkplätze weniger als vorgeschrieben nachweisen konnte, hatte er um eine Ablöse gebeten.

Jetzt ist das Thema im Holzkirchner Bauausschuss aufgeschlagen. In der Sitzung ging es um die Satzung, die die Zulässigkeit und Gestaltung von Parkplätzen, Garagen und Fahrradabstellplätzen regelt. Diese hatte der Gemeinderat im Jahr 1995 in Form des Bebauungsplans Nummer 81 erlassen, sie gilt für das gesamte Gemeindegebiet. Jetzt ging es um die zweite Änderung dieses Bebauungsplans. Insgesamt waren davon vier Punkte betroffen.

Der erste war die Ablöse. Bislang verlangte die Gemeinde für einen Parkplatz im Ortszentrum 10.250 Euro, erklärte ein Mitarbeiter aus dem Rathaus. Künftig sollen es 12.000 Euro sein. Außerhalb der Ortsmitte waren es bisher 6150 Euro, jetzt stehen 8000 Euro im Raum. „Wir sind relativ hoch drin“, erklärte der Mitarbeiter weiter. Das sei aber durchaus so gewollt. Man habe sich bei der Festlegung auch die Zahlen in München und Umgebung angeschaut.

Herbert Gegenfurtner (CSU) meldete sich zu Wort: „Ich finde, wir sollten eine Ablöse an sich eher vermeiden“, meinte er. Das verleite die Leute nur dazu, auf Parkplätze zu verzichten. Wenn, soll die Ablöse teuer sein, fand er. Hubert Müller (FWG) sah das ähnlich. „Jeder sollte genug Stellplätze auf seinem Baugrundstück zur Verfügung stellen“, forderte er. „Bevor sie genug Stellplätze bauen, zahlen viele lieber.“ Oftmals würden die Parkplätze dann von vornherein nicht mitgeplant. Die Verwaltung entgegnete, dass man in manchen Fällen die Ablöse aus Platzgründen einfach brauche – etwa bei alten Gebäuden im Zentrum. Albert Kraml (CSU) sorgte sich um die Geschäftswelt. Wenn ein Neuling gleich so viel Ablöse zahlen müsse, könne er sein Geschäft ja gar nicht aufsperren. „Da stellen wir uns selbst ein Bein“, befürchtet er.

Der zweite Punkt, der in der Satzung geändert werden soll, war das Thema Stauraum vor Garagen und Grundstückszufahrten sowie der seitliche Abstand zu öffentlichen Verkehrsflächen. Bislang muss der Abstand von einem Garagentor bis zu einer öffentlichen Fläche fünf Meter betragen – neu wären jetzt drei Meter. Auch der seitliche Abstand soll schrumpfen – von drei auf 1,50 Meter. „Die Verknappung des Stauraums vor Garagen begrüße ich“, sagte Christoph Schmid (CSU).

Außerdem sei es „nicht mehr zeitgemäß“, detailliert die Gestaltung von Garagen zu regeln, erklärte der Rathausmitarbeiter. Hans Putzer (SPD) sah das ebenso: „Garagen nur mit Satteldächern, das kann man gar nicht mehr durchziehen“, meinte er. Diese Vorgabe will die Gemeinde daher streichen.

Die Regelungen für die Fahrradstellplätze detailliert gemäß DIN-Norm zu definieren – eine weitere Änderung in der Satzung – missfiel Schmid. „Das grenzt für mich an einen Schildbürgerstreich.“ Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) meinte, dass die Normen nunmal eingehalten werden sollten. Zum Beispiel wird dabei genau festgelegt, welche Länge und Breite ein Parkplatz hat. Am Ende stimmte der Ausschuss geschlossen für die vorgeschlagenen Änderungen. Löwis erinnerte daran, dass der Gemeinderat immer individuell entscheiden könne, ob eine Ablöse möglich ist. Elisabeth Dasch (SPD) nickte: „Die Flexibilität im Gemeinderat ist da.“ Am Rande merkte Löwis an, dass die Gemeinde vielleicht bei kleinen Wohnungen in Bahnhofsnähe prinzipiell darüber nachdenken sollte, weniger Parkplätze zu fordern.

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