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Künstliche Hügel: Der Bikepark Unterhaching vermittelt einen Eindruck davon, was im Moarhölzl entstehen könnte.

Bikepark-Pläne

Der Traum vom Taubenberg

Holzkirchen/Warngau  - Es ist kein Bikepark, aber ein Anfang: Im Moarhölzl dürfen Vereine einen Kurs für Jung-Mountainbiker anlegen. Auch der große Park soll kommen - vielleicht mit Trails am Taubenberg?

Aktualisierung, 3. Juni, 10 Uhr: Unbekannte haben, möglicherweise als Reaktion auf diesen Artikel, hochgefährliche Nagelfallen am Taubenberg aufgestellt. Wir sind der Geschichte nachgegangen.

Ursprünglicher Artikel, 2. Juni 

Die Erlaubnis ist frisch erteilt. RSLC und Équipe Vélo bekamen das Okay aus dem Rathaus, die seit Jahren im Moarhölzl auf Gemeindegrund deponierten Humushaufen in einen kleinen Parcours zu verwandeln. „Wir freuen uns, dass das möglich ist“, sagt RSLC-Präsident Georg Smolka, der federführend für beide Vereine das Projekt Übungsgelände vorantreibt. Der Kurs ist gedacht für Mountainbiker im Alter von fünf bis neun Jahren.

Maximal zwei Meter hoch werden die „Berge“, dazu vielleicht ein paar Paletten-Hindernisse oder Wippen. „Es geht in diesem Alter weniger um Ausdauer als um Geschicklichkeit“, sagt Smolka. Mit den Arbeiten wolle man bald beginnen. Nach wie vor sucht der RSLC-Präsident auch nach Optionen, einen anspruchsvolleren Bikepark für jugendliche und erwachsene Mountainbiker zu entwickeln.

Ein Vorstoß im Hauptausschuss erwies sich jedoch eher als Bremsklotz. Im Moarhölzl sollte auf einem 3000 Quadratmeter großen Areal ein Biker-Gelände aufgeworfen werden, nutzbar für jedermann. Von Baukosten in Höhe von über 200 000 Euro war die Rede. Die Gemeinderäte reagierten verschreckt (wir berichteten). 

„Ist unglücklich gelaufen“, räumt Smolka ein. Tatsächlich wäre schon für 20 000 bis 30 000 Euro ein schöner Bike-Park möglich. Die Vereine würden den Kurs instandhalten, der gemeindliche Bauhof könnte mit Mäharbeiten helfen. Smolka schielt in dem Zusammenhang auf eine benachbarte Großbaustelle: Die Bauarbeiten für die Tieferlegung der B 318 in Warngau haben begonnen. „Da wird eine ganze Menge Kies frei“, weiß Smolka. Ohne größeren Aufwand könnte das wertvolle Baumaterial ins Moarhölzl gefahren werden, um dort einen Bike-Park zu formen. „Wäre eine wunderbare Chance“, glaubt Smolka. Dafür müssten aber bald Entscheidungen fallen. 

Noch ein Eisen haben die Radsportler im Feuer – und das ist zweifellos das heißeste: Offizielle Mountainbike-Trails am nahen Taubenberg, die Premium-Alternative zum Kogel, aus dem die Radsportler verbannt worden waren (wir berichteten). „Der Taubenberg, das wär’s natürlich“, sagt Smolka, „das Gelände erfüllt alle Träume eines Mountainbikers.“ Er weiß aber auch, dass für eine solche Lösung die Trauben hoch hängen, da weite Teile des Taubenbergs als FFH-Gebiet kartiert sind und einem besonderen Schutz unterliegen. 

Nicht zuletzt gilt es, die Grundbesitzer ins Boot zu holen. Gut die Hälfte des Gebiets gehört der Stadt München. „Wir haben hier ein hochgradig sensibles Gebiet“, erklärt Jan Linder, Leiter der städtischen Forstverwaltung in Gotzing, „Mountainbike-Trails passen nicht zu unserem Bewirtschaftungs-Konzept.“ Der Taubenberg eigne sich als Naherholungs-Ziel für sanfte Familienasflüge ohne Konfliktpotenzial. „Diese Zielgruppe passt wunderbar“, sagt Linder. Die zu Tale flitzenden Downhill-Biker aber eher nicht. 

Warngaus Bürgermeister Klaus Thurnhuber sieht das ähnlich: „Wir setzen am Taubenberg auf Familienwandern.“ Er würde sich wünschen, auch auf Forstwegen, auf denen Radfahren grundsätzlich nicht verboten ist, eine bessere Trennung zwischen Fußgängern und Radlern hinzubekommen. „Wenn man griabig wandern will, die Kinder hin- und herlaufen, dann will man nicht dauernd Angst haben, dass ein Mountainbiker vorbeizischt.“ Viele Biker seien selbst auf Wanderwegen unterwegs.

Natürlich weiß auch Linder, dass es längst „wilde“ Trails gibt. „Das sind unerlaubte Eingriffe in das Ökosystem Wald, die wir nicht dulden“, betont der Forstmann. Entdecke man einen Biker, werde der entsprechend belehrt. Vor fünf Jahren habe man oberhalb von Nüchterbrunn gar einen regelrechten Parcours samt künstlicher Hindernisse gefunden. „Den haben wir sofort entfernt“, sagt Linder, „als Grundbesitzer spielt für uns auch die Verkehrssicherungspflicht eine Rolle.“ 

Vielleicht ließen sich wenigstens ein oder zwei Routen irgendwie legalisieren, hofft Smolka für seine Radsportler. Moarhölz oder doch Taubenberg – das Projekt Bikepark habe sich zu einer „Hängepartie“ entwickelt, seufzt der RSLC-Chef. Seine Hoffnungen ruhen auf einem Gespräch, das die Bürgermeister aus Holzkirchen und Warngau demnächst mit Linder führen wollen. „Die Frage ist, ob eine Trennung von Wander- und Radwegen rechtlich und technisch überhaupt möglich ist“, sagt Thurnhuber. 

avh

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