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Grüne Lunge: Die Bürgerinitiative (BI) Liebens- und lebenswertes Holzkirchen fordert eine Baumschutzverordnung für die Marktgemeinde, damit die Durchgrünung erhalten bleibt. Das Bild entstand am Bahnhof.

Bürgermeister ist dagegen 

Bürgerinitiative fordert Baumschutzverordnung

Holzkirchen - Die Bürgerinitiative (BI) Liebens- und lebenswertes Holzkirchen fordert eine Baumschutzverordnung für die Marktgemeinde. Doch Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) hält das nicht für nötig, für ihn ist alles im grünen Bereich.

Der Entwurf ist mit einem Zitat des Dichters Eugen Roth gespickt: „Zu fällen einen schönen Baum, braucht‘s eine halbe Stunde kaum. Zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenk’ es, ein Jahrhundert.“ Für Iris Fischer ist die Sache eindeutig. Die weiteren Bauvorhaben in ganz Holzkirchen sowie „der lockere Umgang mit Baumbestand“ – all das macht in ihren Augen eine Baumschutzverordnung nötig. Bei mancher Baustelle wurde zuweilen „extrem nah an den Wurzeln gegraben und zudem schweres Gerät unter dem Kronenbereich und um die Stämme herum gelagert“, sagt sie. Schlecht für die Gesundheit der Pflanzen.

Deshalb fordert Fischer für Holzkirchen eine Baumschutzverordnung. Im Namen der Bürgerinitiative (BI) Liebens- und lebenswertes Holzkirchen hat sie nun einen Vorschlag im Rathaus eingereicht. Den Entwurf hatte die BI nach Sichtung von Baumschutzverordnungen anderer Gemeinden sowie in Rücksprache mit Naturschützern aufgesetzt. Auch, um Gemeinderat und Verwaltung Arbeit abzunehmen, wie sie sagen.

Generell gilt: Besitzt eine Gemeinde eine solche Verordnung, dürfen Bürger Bäume gegebenenfalls nur mit Genehmigungen fällen oder zurückschneiden. Im Falle einer Ausnahmeregelung kann man Ersatzpflanzungen oder Ausgleichszahlungen vereinbaren, erklärt Landratsamt-Sprecher Gerhard Brandl. Im Landkreis haben die Stadt Miesbach und die Gemeinden Bayrischzell, Otterfing und Rottach-Egern für die im Zusammenhang bebauten Ortsteile eine Baumschutzverordnung. Davon abgesehen könnten Gemeinden durch Gestaltungssatzungen oder Bebauungspläne Bäume schützen. Ohne Baumschutzverordnung und Co. können Behörden wenig tun, meint Brandl. Lediglich bei sogenannten „landschaftsbildprägenden Bäumen“ könne der Naturschutz eingreifen. Häufig sei es dann aber schon zu spät. „Wir erfahren das oft erst nach der Fällung.“

„Holzkirchen ist ein traditionsreicher Markt, der in den letzten Jahren stark gewachsen ist und die Tendenz zum weiteren Wachstum aufweist“, heißt es im BI-Entwurf. Das Ortsbild von Holzkirchen und den Ortsteilen sei geprägt von Bäumen und Anpflanzungen. Ziel sei es, eine Durchgrünung zu erhalten. So will die BI zum Beispiel alle Laub- und Nadelbäume mit einem Stammumfang von 80 Zentimetern und mehr schützen. Das Fällen und Zuschneiden an Gehölzen soll verboten oder erlaubnispflichtig sein. Ist die Verkehrssicherheit in Gefahr oder die Pflanze krank, sei in der Regel ein Fällungsantrag zu stellen. Die Brutzeiten der Vögel seien zu beachten. Ausnahmen erfordern eine Genehmigung. „Bei der Planung von Baumaßnahmen ist auf den vorhandenen Baumbestand Rücksicht zu nehmen“, fordert die BI. Man könne einen Bauschutzzaun aufstellen. Bei Verstößen gegen die Verordnung drohe Bußgeld bis zu 70 000 Euro.

Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) hat eine klare Meinung zu dem Thema: „Das stößt bei mir auf wenig Resonanz“, sagt er. „Es gibt bei uns überhaupt keinen Grund für eine Baumschutzverordnung.“ Ganz neu sei der Vorstoß nicht, schon vor Jahren sei das Thema aufgeschlagen. Auch in der Bürgerversammlung 2015 wurde ein solcher Wunsch geäußert.

Bei gemeindlichen Bäumen gebe es ohnehin den Beschluss, dass diese nie ersatzlos gefällt werden dürfen. Wenn ein Baum weichen muss, dann geschehe das in Rücksprache mit dem Naturschutz im Landratsamt, versichert Löwis. Zudem gebe die Gemeinde Fällungen vorab in der Öffentlichkeit bekannt, um Unmut zu vermeiden.

Rein theoretisch könne ein Privatmann zwar die Bäume auf seinem Grund einfach so fällen. In Bebauungsplänen sei allerdings oft geregelt, was er tun darf. „Der Eingriff in das Privateigentum ist nicht gerechtfertigt“, meint Löwis. „Die Bevölkerung ist sehr baumbewusst.“ Es gebe genug Bäume in Holzkirchen. Noch mehr Satzungen wären aus seiner Sicht „der Wahnsinn.“

Bäume würden bei Bauvorhaben nicht ohne Weiteres aus dem Weg geräumt. „Da gehen wir sensibel damit um.“

Demnächst will Bürgermeister Löwis mit der BI das Gespräch suchen. Ob die Gesprächspartner dabei auf einen grünen Zweig kommen, ist offen.

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