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Von oben: Das Hubertusstadion in Holzkirchen erfreut sich großer Beliebtheit. Für die Gemeinde ist die Einrichtung jedes Jahr aufs neue ein Zuschussbetrieb. Eine Auslagerung schwebt nach wie vor im Raum.

Bilanz im Gemeinderat

Eisstadion bleibt teures Vergnügen

Holzkirchen - Das Eisstadion in Holzkirchen ist und bleibt für die Gemeinde ein Zuschussgeschäft. Das geht aus Jahresbericht und Wirtschaftsplan hervor. Davon abgesehen hätten die Vereine gerne mehr Nutzungszeiten.

Seit Kurzem flitzen wieder Schlittschuhläufer in Holzkirchen über die Eisfläche. Denn am 1. November startete das Hubertusstadion an der Thanner Straße in die neue Saison (wir berichteten). Pünktlich dazu stellte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) jetzt in der Gemeinderatssitzung den Jahresbericht des Eisstadions der Saison 2015/16 vor. Danach skizzierte er den Wirtschaftsplan für 2016/17.

Der Betrieb des Eisstadions schloss in der vergangenen Saison mit einer Bilanzsumme von rund 759 000 Euro ab. Der Jahresverlust betrug circa 184 760 Euro. Nach Verrechnung der Abschreibungen blieb ein Restfehlbetrag von gut 128 600 Euro übrig, den die Marktgemeinde bezahlt. Insofern ist das Eisstadion wie viele öffentliche Einrichtungen nach wie vor ein Zuschussgeschäft für die Kommune. Zum Vergleich: Im Vorjahr bezifferten die Gemeindewerke den Jahresverlust auf rund 161 812 Euro, die Gemeinde musste circa 111 382 Euro dazugeben. Der Anstieg des Defizits hat laut Albert Götz, Geschäftsleiter der Gemeindewerke, mit mehr Aufwand im Unterhalt zu tun. „Vor allem für das Kühlaggregat“, erklärt er auf Anfrage. Viel Geld – nämlich gut 147 200 Euro an Investitionen – verschlangen ferner Anschaffungen wie die neue Eismaschine sowie Eislernhilfen.

Die Umsatzerlöse hingegen stiegen leicht an: Während sie sich in der Saison 2014/15 auf knapp 52 815 Euro beliefen, waren es dieses Mal rund 53 484 Euro. Die Zahl der witterungsbedingten Ausfallzeiten blieb mit 46 Stunden in etwa gleich. In den Hauptnutzungszeiten war das Stadion meist voll ausgebucht.

Der Wirtschaftsplan 2016/17 sieht einen Jahresverlust von 202 800 Euro vor. „Das stellen wir ebenfalls für den Unterhalt ein“, sagt Götz. „Wir können ja nicht darauf warten, dass das Eisstadion nicht mehr betriebsfähig ist.“ Demnach müsse die Gemeinde voraussichtlich noch mehr Geld, also rund 154 400 Euro beisteuern. Hinzu kommen gut 12 000 Euro für Investitionen.

In den folgenden Jahren rechnen die Gemeindewerke damit, dass rund 341 000 Euro an Investitionen anfallen. „Das hängt mit der Pistenverrohrung zusammen“, erklärt Götz. Wie berichtet, ist die 20 Kilometer lange Pistenverrohrung unter der Eisfläche, durch die das Kühlmittel läuft, marode. Jedes Jahr stellt sich aufs neue die Frage, wie lange die Anlage noch hält. Fraglich ist außerdem, ob sich eine Sanierung überhaupt noch lohnt – angesichts der angedachten Aussiedlung des Eisstadions. Bekanntlich denkt die Gemeinde wegen der geplanten Bebauung auf Gemeindegrund südlich des Postbräuareals über eine Auslagerung nach, womöglich am Moarhölzl. Konkretes gibt es dazu im Moment jedoch nicht. Davon abgesehen würde ein Neubau sicher mehrere Millionen Euro kosten. Eventuell muss laut Götz außerdem das Kühlaggregat, das auf der gegenüberliegenden Straßenseite nahe des Moserhofs liegt, verschoben oder mit Lärmschutzmaßnahmen nachgerüstet werden, wenn das Postbräuareal selbst bebaut wird.

Dann ging es im Gemeinderat um die Eintrittspreise: „Preiserhöhungen sind nicht einkalkuliert“, erklärte Löwis. Wie bisher sei vorgesehen, dass die Einnahmen aus der Bandenreklame dem Eishockey-Club (ESC) zugute kommen. Eine Saisonkarte – so wie von vielen Nutzern gewünscht – gibt es auch heuer nicht. Nach wie vor können Kunden Zehnerkarten erwerben, Kinder zahlen hierfür 132 Euro und sparen sich gegenüber Einzelkarten so 33 Euro, Erwachsene kostet das 240 Euro, sie sparen sich 66 Euro. Fortan bekommen Schwerbehinderte eine Ermäßigung. Schwerbehinderte Kinder sowie alle Geburtstagskinder dürfen kostenlos aufs Eis.

Dann meldete sich Irmi Ammer (SPD) zu Wort. Sie hatte von einem Aufruhr wegen des neuen Belegungsplans gehört. „Der ESC hätte gern mehr Zeiten gehabt, so wie alle anderen Vereine auch“, sagt Götz. Eng sei es geworden, weil der Eishockeyclub so eine gute Nachwuchsarbeit mache, und daher zwei weitere Mannschaften gründete. Insgesamt sei die Eiszeit, die von November bis Februar laufe, zu kurz. Weil das Stadion kein Dach hat, ist eine Verlängerung nicht möglich. Am Ende stimmte der Gemeinderat geschlossen für die Berichte und Pläne. Auch mit der Preisgestaltung zeigten sich alle einverstanden.

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