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„Es sieht eklig aus“: Wunibald Mayer hat wegen des massiven Wasserlinsenbewuchses heuer auf ein Bad im Roggersdorfer Weiher verzichtet. Auch tote Fische tauchten dort auf, er fotografierte diese.

Am Roggersdorfer Weiher

Fische sterben unter grünem Schleier

Roggersdorf - Ein ekliger grüner Schleier und tote Fische: Der Roggersdorfer Weiher ist in einem schlechten Zustand, finden Anwohner wie Wunibald Mayer. Doch der Bürgermeister sieht momentan keinen Handlungsbedarf.

Früher ging Wunibald Mayer im Roggersdorfer Weiher gerne schwimmen. „Auch meine Kinder sind damals immer reingehüpft“, sagt der 75-Jährige. Doch heuer ließ er die Badehose im Schrank. Denn ein grüner Schleier zog sich über das Gewässer seines Heimatdorfs. „Es sieht richtig eklig aus“, findet er. „Und so schlimm war es noch nie.“ Als dann auch noch zehn tote Fische – zwei Hechte, ein Graskarpfen, ein Giebel und mehrere kleinere Arten – dort auftauchten, war es aus. Er wandte sich an die Gemeinde. Auch Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt (WWA) wurden eingeschaltet.

Jetzt landete der Fall im Holzkirchner Hauptausschuss. SPD-Gemeinderätin Irmi Ammer erkundigte sich in der Sitzung nach dem Vorfall. Sie bedauerte das Fischesterben in dem Holzkirchner Ortsteil. „Die Roggersdorfer sind deswegen sehr aufgebracht“, meinte sie. Das gemeindliche Gewässer bräuchte dringend eine Kur. Ihres Wissens habe das WWA den Weiher untersucht. Jetzt wollte sie die Ergebnisse wissen.

„Wichtig war uns, dass für die Kinder, die da reinspringen, keine Gefahr herrscht“, sagte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). Dass keine Gefahr für Leib und Leben oder Gesundheit beim Menschen bestand, belege das Schreiben des WWA. Das wichtigste: Fäkalien oder Güllereste aus der Landwirtschaft wurden dort keine nachgewiesen. Lediglich der TOC-Wert sei etwas erhöht, dieser gibt in einem Gewässer die Summe für den gesamten organischen Kohlenstoff an. Er ist also ein Hinweis für die organische Belastung, zum Beispiel durch Laub oder andere Pflanzen. Das Fischesterben wiederum führte das WWA laut Löwis hauptsächlich auf den geringen Sauerstoffgehalt zurück – eine Folge des massiven Wasserlinsenbewuchses. Diesen wiederum würden bestimmte Witterungsbedingungen fördern. „Die Wasserlinsen an sich sind eigentlich harmlos“, meinte Löwis.

Sicher könne man die Pflanzen technisch entfernen, etwa durch einen Oberflächenrührer. Der Aufwand schien Löwis aber angesichts der Lage als unverhältnismäßig hoch. Er fürchtete ferner einen Präzedenzfall. „Sonst müssten wir das bei jedem Dorfweiher machen.“ Als man beispielsweise in Sufferloh plante, die beiden verlandenden Weiher zu entschlammen, merkte man, welcher Rattenschwanz an Komplikationen da dran hängt. Es erforderte laut dem Bürgermeister einen Kraftakt bis man sich mit dem Naturschutz geeinigt hatte, wo der Aushub entsorgt beziehungsweise aufgebracht werden sollte. Laut Mayer gab es auch am Roggersdorfer Weiher bereits ähnliche Aktionen. Im August 2009 wurde der Weiher entschlammt. Kleine Anekdote am Rande: 1985 lief das Wasser ungewollt raus, erzählt der 75-Jährige. Folge eines Fehlers, den eine Firma bei einer Rohrreinigung begangen hatte, behauptet er.

Vorerst soll aber nichts mehr passieren an dem Roggersdorfer Weiher. „Wir beobachten das weiter“, versprach Löwis. „Aber man muss die Kirche im Dorf lassen.“ Zumal es sich offiziell um einen Löschweiher, keinen Bade- oder Fischweiher handle.

Mayer – den Löwis übrigens scherzhaft „den heimlichen Bürgermeister von Roggersdorf“ nennt – ist derweil froh, dass nichts Schlimmeres entdeckt und die Angelegenheit im Hauptausschuss publik wurde. „Der Bürgermeister wirkt auch sehr besorgt“, meint er. Er wartet vorerst ab und hofft auf eine bessere Witterung im nächsten Sommer. Und folglich auf weniger Wasserlinsen. Denn: „Das Dorf ist eigentlich sehr stolz auf seinen Weiher“, sagt Anwohner Mayer. „Das ist unser Goldstück.“

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