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„Die letzte Wohnung mit Bergblick“: Der neue Friedhof an der Thanner Straße wird Richtung Süd-Osten zur Steindl-Alle hin erweitert. Im Anschluss an das Nebengebäude (l.) entsteht eine Aussegnungshalle. 

„Letzte Wohnung mit Bergblick“ 

Friedhofs-Erweiterung: Für einen würdigen Abschied

Holzkirchen - Mehr Platz für Urnen, ein Feld für muslimische Bestattungen und eine Aussegnungshalle: Die Erweiterung des neuen Friedhofs kostet circa 2,2 Millionen. 

Der neue Friedhof an der Thanner Straße ist beliebt, beliebter als der alte am Oskar-von-Miller-Platz. Das ist laut Landschaftsarchitekt Wolfgang Ritz ungewöhnlich, weil sonst innerörtliche Ruhestätten vorne liegen. Doch der neue punkte mit seinem „sagenhaften Blick Richtung Berge.“ Irmi Ammer (SPD) bezeichnet ein Grab dort als „letzte Wohnung mit Bergblick.“ Trotzdem fällt dort ein würdiger Abschied oft schwer: Zuweilen müssen Trauergemeinden auf dem Parkplatz stehen.

Das ändert sich nun. Ritz und Professor Michael Gaenssler stellten im Hauptausschuss die neuen Pläne für die Friedhofserweiterung vor. Das Gesamtpaket kostet rund 2,2 Millionen Euro.

„Das Thema tragen wir schon lange mit“, meinte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). Ein Rathausmitarbeiter blickte zurück: 1994 zog die Gemeinde einen Ideen- und Realisierungswettbewerb für den Friedhof mit Aussegnungshalle durch, den Gaenssler gewann. Aktuell ist der erste Bauabschnitt verwirklicht – mit Nebengebäude, Wirtschaftshof, 25 Parkplätzen sowie drei Urnen- und fünf Erdbestattungsfeldern. 2007 und 2014 kamen Urnenwände hinzu, 2014 ein Gemeinschaftsgrab für anonyme Bestattungen. „2007 kam die Aussegnungshalle wieder ins Gespräch“, sagte der Mitarbeiter. Aus finanziellen Gründen wurde sie auf Eis gelegt. Im Januar 2015 beschloss der Gemeinderat, den Vorplatz nördlich des Nebengebäudes zumindest zu überdachen. Doch auch diese Pläne zerschlugen sich. Der Bedarf sei groß. Aktuell stünden sechs Urnenerdgräber, 49 Urnennischen und 110 Erdgräber zur Verfügung. Pro Jahr brauche es Platz für rund 40 Urnen- und 50 Erdbestattungen. „Da sieht man, wann das zuneige geht.“

Eine Arbeitsgruppe, in der unter anderem Planer, Gemeinderäte und Vertreter verschiedener Konfessionen saßen, erarbeitete neue Vorschläge. Die aktuelle Planung sieht so aus: Laut Gaenssler entsteht im Norden eine Aussegnungshalle mit 148 Quadratmetern, an die eine Sakristei dockt. Ein 230 Quadratmeter großes Dach überdeckt den Feierplatz davor. „Es ist wichtig, dass die Schwelle vom Vorplatz zum Friedhof spürbar ist“, erklärte Gaenssler. Im Nordwesten und im Osten gibt es neue Tore. Das alte verschwindet, der Parkplatz wächst um 20 Stellplätze, eine Zufahrt zur Halle entsteht. Es kommen neue Urnenwände hinzu sowie ein Feld für Erdbestattungen mit Grabpflegeverpflichtung und eines für Wiesengräber, die billiger und für Angehörige pflegefrei sind. „Der Trend geht zu Urnenbestattung“, erklärte Ritz. Die Wiesenfläche für anonyme Bestattungen wird durch eine Stele aufgewertet. Eine solche gibt es auch für die neuen Sternchengräber – ein Gedenkort für totgeborene Kinder. Ein Feld für muslimische Bestattungen Richtung Mekka und ein Becken für die rituelle Waschung sind vorgesehen. Auf weiteren Feldern sind verschiedenen Formen der Urnenerdbestattungen möglich – je nach Bedarf flexibel gestaltbar. „Naturbestattung ist ein heißes Thema, das kommt“, meinte Ritz. Für Baum- oder Wiesenbestattungen wird daher ein Bereich reserviert. Außerdem wächst der Wirtschaftshof.

„Wir wünschen, dass das auf den Weg gebracht wird“, sagte Martina Neldel (Grüne) Die flexible Nutzung gefiel ihr und Elisabeth Dasch (SPD). Hubert Müller (FWG) meinte: „Wir müssen Geld für eine Aussegnungshalle in die Hand nehmen.“ Sepp Sappl senior (CSU) bereiteten die hohen Kosten „Kopfzerbrechen“. Dennoch sagte er: „Eine würdige Verabschiedung wäre mir ein Anliegen.“ Christoph Schmid (CSU) wollte wissen, wie viel Urnengräber dann verfügbar sind. Ritz rechnet mit 280 bis 320. Dasch schlug vor, den Bauabschnitt zu teilen, um Kosten zu senken. Laut Löwis bringt das nichts, weil der größte Brocken die Halle ist. Sebastian Franz (CSU) hätte sich mehr Varianten mit unterschiedlichen Kosten gewünscht. „Wir hatten immer die Kostenfrage im Auge“, so Löwis. „Es ist ein schlichter Bau, der nicht protzen soll“, sagte Gaenssler.

Am Ende stimmte der Ausschuss geschlossen dafür, die Planung zu genehmigen. Die Kosten sind in der Haushaltsplanung zu beraten. Die neuen Gräber könnten schon 2017/18 kommen. Laut Löwis könnte der Friedhof sogar eines Tages gen Süden nochmal doppelt so groß werden. Kapazitäten gibt es also.

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