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Das Gymnasium Holzkirchen erlebt einen ungebrochenen Andrang. Hält er weiter an, könnte es eng werden an der Schule. 

Anmeldungen an Gymnasium und Oberland-Realschule in Holzkirchen

Der Andrang bleibt ungebrochen

Holzkirchen – Der Andrang auf die weiterführenden staatlichen Schulen in Holzkirchen bleibt ungebrochen. Während die Oberland-Realschule damit gut klar kommt, könnte der Ansturm das Gymnasium in Bedrängnis bringen, sofern er weiter andauert.

Nach der Anmeldung Anfang der Woche steht fest: An der Oberland-Realschule wird es im Schuljahr 2016/17 vier Einstiegsklassen geben. Sogar fünf sind es am Gymnasium – dabei ist die junge Schule eigentlich nur auf Dreizügigkeit ausgelegt, also auf drei Klassen pro Jahrgangsstufe.

Noch keine zwei Jahre alt ist das staatliche Gymnasium, das sich den Neubaukomplex an der Holzkirchner Nordspange mit der Fachoberschule (FOS) teilt. Die Schule wird sukzessive aufgebaut, im kommenden Schuljahr 2016/17 gibt es dort die Jahrgangsstufen fünf bis neun; der erste Abiturjahrgang wird 2020 die Prüfungen ablegen. 155 Mädchen und Buben, zehn weniger als im Vorjahr, sind nun für die fünfte Klasse angemeldet worden, keine zehn Prozent davon besuchen erst noch den Probeunterricht, berichtet Direktor Axel Kisters auf Anfrage unserer Zeitung. Damit werden fünf Eingangsklassen gebildet. 

Eigentlich hatte die Schule schon vor der Anmeldung mitgeteilt, dass aus Kapazitätsgründen nur vier fünfte Klassen gebildet werden könnten. Doch allein die Anmeldungen von Schülern aus dem zugeordneten Sprengel mit Holzkirchen und den umliegenden Landkreisgemeinden erforderte heuer fünf Klassen. Schüler aus Nachbarlandkreisen, etwa aus Dietramszell und Sauerlach, füllen die ohnehin fünf Klassen lediglich auf. 

Noch geht der Platz an der Schule nicht aus. „Unser Lehrerraumprinzip nutzt die Klassenzimmer effektiver aus als ein Klassenraumkonzept“, erklärt Kisters. Die Schüler pendeln dabei zu Doppelstunden in die den Lehrern fest zugeteilten Räume. Das biete Flexibilität, sagt Kisters. Doch die Tendenz, die auch die diesjährigen Anmeldezahlen bestätigen, bereitet dem Schulleiter durchaus ein mulmiges Gefühl – auch wenn er sich freut, dass die Schule so gut ankommt, wie er betont. „Insgesamt bereitet uns das schon Sorgen“, gesteht Kisters. 

Das Wort „Ausbau“ will der Direktor nicht in den Mund nehmen, zumal das Sache des Landkreises als Schulaufwandsträger sei. Aber wenn der Andrang – ebenso wie bisher auch an der FOS – weiter anhält, dürfte sich die Frage stellen, wie mit dem Problem umzugehen ist. „Wir liegen in einer Zuzugsregion“, stellt auch Kisters fest, „hier wird gebaut.“ 

Die Mittelstufe Plus, die derzeit an 47 Gymnasien in Bayern – im Landkreis nur in Miesbach – als Pilotprojekt wieder einen neunjährigen Weg zum Abitur ermöglicht, ist dabei noch gar nicht eingedacht. Was, wenn sie flächendeckend eingeführt würde, nachdem die Nachfrage steigt? „Das Thema stellt sich bei uns momentan nicht“, sagt Kisters, „wir können das in unserer derzeitigen Situation als Schule im Aufbau nicht umsetzen.“ 

Den Weg vom Ansturm zum Ausbau hat die Oberland-Realschule, die 2005 eröffnete, als es nur noch eine weitere Realschule im Landkreis in Miesbach gab, schon hinter sich. Sechs Jahre ist es her, dass sie zum zweiten Mal aufgestockt wurde. Erst nachdem die dritte Realschule im Tegernseer Tal eröffnete, entspannte sich die Situation. Trotzdem: Die Neuanmeldungen bleiben stabil auf hohem Niveau, sagt Direktor Joachim Fischer. 

108 Kinder kommen im Herbst in die fünfte Klasse, teilt der Schulleiter auf Anfrage mit. Einige davon kommen aus den angrenzenden Gemeinden der drei Nachbarlandkreise. Es werden vier Eingangsklassen gebildet. Einige Schüler kommen im Herbst möglicherweise noch von Mittelschule oder Gymnasium hinzu. Probleme wirft das nicht mehr auf: „Wir kommen mit dem Platz gut aus.“ 

Die ungebrochene Attraktivität führt Fischer – wie auch Kisters – zum Teil auf die verkehrsgünstige Lage Holzkirchens zurück. Die Oberland-Realschule habe sich aber auch ein gutes Profil erarbeitet. „Wir setzen auf Kreativität und Identifikation mit der Schule“, sagt Fischer. „Die Schüler sollen merken, dass sie hier etwas bewegen können."

Katrin Hager

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