+
Wollen keine Hilfe mehr: Die Asylbewerber in den Holzkirchner Containern.

Auch Tafel-Mitarbeiter wurden abgewiesen

Flüchtlinge werfen Asyl-Helfer aus Container

Holzkirchen - Das Tischtuch ist zerschnitten: Aus heiterem Himmel brachen die Flüchtlinge der Wohncontainer (Rosenheimer Straße) den Kontakt zum Holzkirchner Helferkreis Asyl ab.

Am vergangenen Wochenende hatte sich die Situation unvermittelt zugespitzt, als Franz Lutje, einer der drei Integrationsbeauftragten der Marktgemeinde, von einem Nigerianer und dessen Frau verbal und körperlich attackiert worden war. „Diese Agressivität kam völlig überraschend“, sagt Lutje. In der Folge habe die Wohngemeinschaft deutlich gemacht, dass die Asyl-Helfer in den Containern nicht mehr erwünscht seien. Auch die Mitarbeiter der Holzkirchner Tafel seien abgewiesen worden. „Wir müssen diesen Rauswurf akzeptieren“, sagt Lutje.

In einer Helferversammlung am Montag erklärten sich fast alle 50 Mitglieder solidarisch. „Wir werden jetzt mal vier Wochen nicht mehr präsent sein in den Containern“, erklärte der Integrationsbeauftragte, „vielleicht schadet es den Flüchtlingen nicht, wenn sie spüren, was ihnen womöglich fehlt.“ Lutje betont, dass nicht alle Container-Bewohner glücklich sind mit dem abrupten Kontaktabbruch. Und weiterhin werde sich der Helferkreis um die 48 Asylbewerber in der Föchinger Turnhalle kümmern.

Dass sich die Stimmung in den Containern derart aufschaukelte, ist für Lutje völlig unverständlich. Offenbar haben der Frust über die enge Wohnsituation, vor allem aber fehlende Perspektiven und das monatelange Warten auf Anerkennung oder Abschiebung in eine Protesthaltung umgeschlagen. „Vielleicht wurde auch etwas von außen reingetragen“, vermutet Lutje, „es muss da fast irgendwas passiert sein.“

Nicht zufällig seien daraufhin auch die 25 Eritreer auf die Straße gegangen. Doris Weigel, Mitglied im Helferkreis, beteiligt sich nicht am Boykott und hat auch die Ablehnung seitens der Flüchtlinge nicht akzeptiert. „Auch wenn es uns unverständlich scheint, dass sie ausgezogen sind: Wir können sie jetzt doch nicht hängen lassen.“ Die 63-Jährige schaute am Freitag immer mal wieder bei den Eritreern vorbei. Lutje berichtete, dass die Krise der vergangenen Tage die grundsätzliche Hilfsbereitschaft der Holzkirchner nicht geschmälert habe: „Gerade in den vergangenen Tagen haben etliche neue Leute ihre Hilfe angeboten.“

avh

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Baustelle A8: Nach den Ferien geht's wieder los

Holzkirchen/Hofolding – Kraftfahrer auf der Autobahn in Fahrtrichtung München brauchen bald wieder gute Nerven: Die Baustelle auf der A8 zieht auf den nächsten …
Baustelle A8: Nach den Ferien geht's wieder los

Unbekannte klauen Mountainbike von Holzkirchner Buben 

Holzkirchen - Als er wieder kam, wahr sein Fahrrad weg: Ein teures Mountainbike wurde zwischen Montagnachmittag und Dienstagmorgen vom Holzkirchner Bahnhof geklaut. 
Unbekannte klauen Mountainbike von Holzkirchner Buben 

SPD bereitet Antrag gegen Südspange vor

Holzkirchen - Um das Thema Südspange drehte es sich bei einem Diskussionsabend, der Holzkirchner SPD eingeladen waren. Ergebnis: Es wird einen Antrag dagegen geben.
SPD bereitet Antrag gegen Südspange vor

Frau (20) macht seltsame Beobachtung am Waldrand

München - Eine 20-jährige Frau machte am Mittwoch Abend in einem Waldstück bei Großhartpenning eine merkwürdige Beobachtung: Ein Mann gab Schüsse aus einem Auto ab - und …
Frau (20) macht seltsame Beobachtung am Waldrand

Kommentare