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Geduld ist gefragt: Am Montag startete die Baustelle in der Holzkirchner Ortsdurchfahrt. Vier Wochen lang regelt eine Ampel den Verkehr.

Baustelle in der Münchner Straße

Graben für die Geothermie-Wärme

Holzkirchen - Das Fernwärmenetz der Gemeindewerke wird weiter gesponnen. Am Montag begannen Grabungsarbeiten in der Münchner Straße, die Rohre werden bis in die Erlkamer und St. Josef-Straße gezogen. Vier Wochen lang müssen Autofahrer vor der Baustellenampel geduldig sein. Dreimal wird die Ortsdurchfahrt sogar komplett gesperrt.

Die Wärme kommt bald aus der Tiefe: Die demnächst sprudelnde Geothermie-Energie verwerten die Gemeindewerke primär für ihr in weiten Teilen schon bestehendes Fernwärme-System – und nicht wie ursprünglich geplant für die Verstromung in einem Kraftwerk. 

Der Strategiewechsel war möglich, weil die erste Bohrung genug heißes Thermalwasser verspricht; vor allem aber gewann die Marktgemeinde, die hier über die Gemeindewerke als Investor auftritt, Zeit für den Bau des teuren Kraftwerks in der Alten Au (wir berichteten). Hier kam der Bund den Geothermie-Investoren entgegen, indem die auf 20 Jahre garantierte, hohe Einspeisevergütung (25,2 Cent je Kilowattstunde) für alle Geothermie-Kraftwerke gewährt wird, die bis Ende 2019 am Netz sind. Lange mussten die Gemeindewerke davon ausgehen, dass die Frist bereits 2017 ausläuft. Dann wäre Eile geboten gewesen, um die hohe Einspeisevergütung zu retten. 

Nunmehr aber können sich die Gemeindewerke mit dem lukrativen, aber aufwendigen Kraftwerksbau etwas länger Zeit lassen und stattdessen über die Fernwärme ihre ersten Geothermie-Euro verdienen. Um mehr potenzielle Abnehmer zu erschließen, drücken die Werke beim Netzausbau aufs Tempo.

Die am Montag eröffnete Baustelle in der Münchner Straße verlängert den Hauptstrang etwa 200 Meter in Richtung Bahnhof. „Wir gehen heuer auch schon rund 40 Meter in die Erlkamer Straße rein“, berichtet Albert Götz senior, der die Baustelle organisiert. Von dort sucht die Fernwärme den direkten Kontakt mit der Geothermie in der Alten Au: Über die Carl-Weinberger-Straße soll die Rosenheimer Straße erreicht und überquert werden, über die Lindenstraße geht es dann in die Alte Au. Das allerdings ist noch Zukunftsmusik. 

Die aktuelle Grabung läuft ortsauswärts bis zur St. Josef-Straße, biegt dort ab und endet an der Einmündung der Dekan-Imminger-Straße. „Wir wollen die neue Kirche gleich ans Netz holen“, sagt Götz. So bald wie möglich soll zudem der Zusammenschluss der drei Fernwärme-„Inselnetze“ gelingen, die bisher von je einer Heizzentrale gespeist werden. 

Aufgerissen wird die Münchner Straße vor allem, aber nicht nur für die Fernwärme-Rohre. „Wir legen auch Breitband für schnelles Internet mit rein“, sagt Götz. Zudem werden Wasserleitungen erneuert und punktuell Kanalrohre saniert. Zwei Abschnitte sind geplant, die Baustelle wird also einmal wandern.

Gebraucht wird nur eine Straßenseite, den halbseitigen Verkehr regelt eine Ampel. Dreimal muss die Leitung aber auch über die Ortsdurchfahrt gelegt werden, dafür sind laut Götz Vollsperrungen unumgänglich. „Wir weichen damit in die Nacht aus“, kündigt der Bauleiter an. Die Vollsperrungen sollen sich jeweils auf die Spanne von 22 bis 5 Uhr beschränken. Wann das genau der Fall sein wird, kann Götz noch nicht sagen: „Erst mal wird die Hauptachse in der Münchner Straße reingelegt.“ Die nächtlichen Umleitungen erfolgen großräumig über die Nordspange (MB 9). 

Vier Wochen sind für die Baustelle angesetzt. Läuft alles nach Plan, kann der Verkehr spätestens ab Freitag, 16. September, wieder ohne Behinderungen laufen. (avh)

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