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Besuch im Südschwarzwald: Projektleiter Johannes Wiesler (v. l.) informierte Matthias Hefter (Pfarrgemeinderats-Vorsitzender), Bernhard Plöckl, Irene Höfer, Bernhard Burgmayr (Kirchenpfleger), Katharina Hüttl und Wunibald Mayer.

Ein Besuch im Schwarzwald

Wo die Holzkirchen für St. Josef entstehen

Holzkirchen - Die Holzkirchen für Holzkirchen werden im Südschwarzwald geformt. Eine  Delegation der katholischen Kirchenverwaltung, zu der sich Pfarrgemeinderatsvorsitzender Matthias Hefter gesellte, war neugierig und stattete den Holzbauern jetzt einen Besuch ab.

Holzkirchen – Die Firma Holzbau Amann aus dem badischen Weilheim-Bannholz hat die komplizierten Fertigbauteile für die beiden markanten „Vulkan“-Gebäude – die neue Pfarrkirche St. Josef und die benachbarte Kapelle Hl. Familie – in eigenen Werkstätten vorgefertigt. In der kommenden Woche startet der Aufbau in Holzkirchen

„Wir waren fasziniert von der präzisen und hochmodernen Technik“, berichtet Pfarrgemeinderatsvorsitzender Matthias Hefter, der mit einer Delegation der Kirchenverwaltung ins Badische gereist war. Beeindruckt waren die Holzkirchner nicht minder von der Hingabe, mit der sich die 50 Mitarbeiter der Firma in die schwierigsten Konstruktionen stürzen, die aus Holz vorstellbar sind. „Unsere Kirchen sind in den besten Händen“, ist sich Hefter sicher. 

Fünf Stunden dauerte die Fahrt vom Oberland in den Landkreis Waldshut; die Schweiz liegt in unmittelbarer Nachbarschaft, nach Frankreich und an den Rhein ist es nicht weit. Sechs Stunden nahm sich Projektleiter Johannes Wiesler Zeit, um den Holzkirchnern die Arbeitsabläufe zu erklären. Die beiden Kirchengebäude sind als 3-D-Modell bis ins Detail durchgeplant. 

Besonders angetan war Hefter von der vollautomatischen, computergesteuerten Endfertigung der Leimbinder-Elemente. Die Rohlinge werden auf den Millimeter genau geschliffen, Bohrer und Fräsen stanzen Vertiefungen und Löcher ins Holz. „Teilweise führen die Maschinen gegenläufige Bewegungen aus“, berichtet Hefter, „das ist irre.“  Konkret beobachtete die Gruppe, wie einer der Deckenringe für die Kapelle entstand. Keines der vielen Wabenelemente gleicht dem anderen. 

Wenn der Baustoff Holz höchsten Konstruktionsansprüchen genügen muss, ist das Interesse der Schwarzwälder Spezialisten geweckt. Im französischen Metz bauten sie etwa das Centre Pompidou. „Dort sind die Balken nicht nur gebogen, sondern in sich gewunden“, sagt Hefter staunend. In Moskau (Kaufhaus Gum) und Paris gestalteten sie Edel-Boutiquen. Große Flugzeughangars in Basel und Düsseldorf wurden gebaut. Entfernte Ähnlichkeit mit der Holzkirchner Kirche lässt sich mit dem „Jahrtausend“-Turm der Bundesgartenschau 1998 in Magdeburg feststellen. 

Etwa zehn Wochen wird der Aufbau der beiden Kirchen in Holzkirchen in Anspruch nehmen. Vor Ort werden die Schwarzwälder von der Dietramszeller Zimmerei Jakob Bscheider unterstützt. Hefter ist sich sicher, dass die markanten Bauwerke viele Holzbauer und Architekten in ihren Bann ziehen werden. „Wir bekommen ein Juwel“, sagt der Pfarrgemeinderats-Vorsitzende, „wir freuen uns auf diese zwei Schmuckstücke.“

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