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Die blauen Linien zeigen das Gesamtprojekt mit vierspurigem Ausbau der B 318, Südspange und den Umfahrungen für Großhartpenning und Kurzenberg. Die letzten beiden Teilprojekte stehen im BVWP-Entwurf unter weiterer Bedarf mit Planungsrecht. Bei der Ansicht handelt es sich um vorläufige Platzhalter.

Holzkirchner Südspange

„Die Trasse ist nicht in Stein gemeißelt“

Holzkirchen - Bei der Südspange scheiden sich die Geister. Manche wollen sie, manche bekämpfen sie. Die Schutzgemeinschaft gegen Verkehrsbelästigung in Holzkirchen wünscht sich eine Umfahrung. Im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) wittert sie eine neue Chance.

Entscheidend ist für die Schutzgemeinschaft die Trasse, die im BVWP-Entwurf angemeldet wurde, erklärt Vorsitzender Simon Drexl. „Die südlichere Trasse ist die bevorzugte und wirtschaftlichere“, behauptet er. Sie verläuft südlich von Thann und nördlich von Sufferloh. Der Verein könne zwar mit beiden Varianten – auch mit der nördlicheren Schwester – leben, glaube aber, dass viele Holzkirchner die südlichere favorisieren. Eben weil sie nicht so nah an Holzkirchen rückt. „Diese Trasse ist auch nicht die, mit der oft Angst gemacht wird.“ 

Drexl beruft sich auf den BVWP-Entwurf, in dem es heißt: „Es ist in der Umweltverträglichkeitsstudie noch ein weiterer konfliktarmer Korridor näher an der Ortschaft Holzkirchen aufgezeigt.“ Und: „Die Alternative wird in nachfolgenden Planungsschritten detaillierter zu bewerten sein, aus wirtschaftlichen Gründen erscheint sie nicht vorzugswürdig und wird deshalb nicht für die Anmeldung berücksichtigt.“ 

Christian Rehm, Leiter des Straßenbauamts Rosenheim, betont auf Anfrage unserer Zeitung, dass es trotzdem keine Festlegung gebe. Nachdem die ortsferne Südspange aus naturschutzfachlichen Gründen geplatzt war, habe man sich auf konfliktärmere, ortsnahe Korridore konzentriert. Auch wenn für den Entwurf die südlicherer Variante angemeldet wurde, heiße das nicht, dass die zum Zuge kommt. „Diese Trasse ist nicht in Stein gemeißelt.“ Sie fungiere als Platzhalter. „Diese haben wir deshalb gewählt, weil eine Südumfahrung, die noch näher an Holzkirchen ist, auf noch mehr Widerstand stoßen würde.“ Weil sie eine Chance hatte, in den vordringlichen Bedarf zu kommen. Rückschlüsse auf andere Motive ließen sich nicht ableiten. 

Er verweist auf eine Passage, die im BVWP über der von Drexl genannten steht: Der Verlauf des Projekts stelle eine der Lösungsmöglichkeiten dar, steht dort. „In den nachfolgenden Planungsstufen kann sich der Verlauf verändern. In diesem Fall wird regelmäßig eine neue gesamtwirtschaftliche Bewertung zum Nachweis der Bauwürdigkeit des Projekts durchgeführt.“ 

Nach der Öffentlichkeitsbeteiligung, die bis 2. Mai läuft, müsse das Kabinett entscheiden. Den wegweisenden Plan erwarte das Straßenbauamt Ende 2016. Falls die Südspange im vordringlichen Bedarf bleibe, fange das Straßenbauamt mit Planungen an, die es der Gemeinde vorlege. Einen Gemeinderatsbeschluss – so wie von Hartpenning muckt auf gefordert (wir berichteten) – hält Rehm nicht für sinnvoll. Man müsse Konkretes abwarten. Danach sehe man, wie man die Gemeinde einbezieht. 

Auch Drexl fände einen jetzigen Beschluss ungut. Für ihn gibt es viele Gründe für eine Südspange. Sie sei auch die Chance für Hartpenning, eine eigene Umfahrung zu bekommen, die wie die Kurzenberger in der nachgeordneten Kategorie „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ steht. Zudem sinke laut den Daten im BVWP auf den Ortsdurchfahrten Holzkirchens (Süden) und Großhartpennings die Kfz-Belastung von durchschnittlich 9000 bis 12 000 pro Tag auf 2000 bis 3000. Diese Zahlen beziehen sich auf das Gesamtprojekt, das Südspange, die beiden Westumfahrungen und den vierspurigen Ausbau der B 318 umfasst. Die Gesamtkosten liegen bei 38,6 Millionen. 

Ein strittiges Thema ist der hausgemachte Verkehr versus Durchgangsverkehr. Daran knüpft sich die Frage, inwiefern eine Südspange Entlastung brächte. An unterschiedlichen Messsstellen ist Verkehrsplaner Ralf Kaulen zu anderen Ergebnissen gekommen. Für Schutzgemeinschafts-Mitglied Michaela Scheel ist der Wert wichtig, der am südlichen Ortseingang gemessen wurde. Über 55 Prozent ordnet Kaulen hier dem Durchgangsverkehr zu. Die Gegner interpretieren Kaulens Gutachten aber anders. Scheel sieht ein weiteres Argument pro Südspange: „Hier könnte man Lärmschutzmaßnahmen durchführen.“ 

„Der Verkehr wird mehr und wird sich nicht in Luft auflösen“, meint Drexl. „Wir haben ein Problem, aber wir können es ändern.“ (mar)

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