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Quo vadis? Die Marktgemeinde steht am Bahnhof vor einer wichtigen Weichenstellung: Hat das Jugend-Freizeitareal dort noch den passenden platz, wenn die Bahn das Areal zu einer "Mobilitäts-Drehscheibe" ausbaut?

Jugend-Freizeitareal am Ladehof in Holzkirchen

Bremsen Bahnpläne das Projekt aus?

Holzkirchen – Die Bahn macht ernst: So schnell wie möglich will die DB Station & Service den Holzkirchner Bahnhof in eine moderne „Mobilitäts-Drehscheibe“ verwandeln. Die Gemeinde überlegt jetzt, ob die am Ladehof vorgesehene Jugendfreizeitstätte zu einem neuen Bahnhofsviertel passt. Die Planungen wurden vorsorglich angehalten.

Große Pläne hat Günther Pichler, der für Bayern zuständige Chef der DB Station & Service, für den Holzkirchner Bahnhof. „Das sind Premiumflächen“, schwärmte er vor gut einem Jahr, als er ankündigte, das gesamte Areal „neu erfinden“ zu wollen. Nicht nur zu einer Mobilitäts-Drehscheibe soll sich der Bahnhof entwickeln, sondern unter Umständen sogar mit einer Einkaufsmall samt Parkdeck ausgestattet werden. Pichler, der selbst in Holzkirchen wohnt, betonte damals, alsbald Taten folgen zu lassen. 

Dass der Bahn-Manager hier nicht auf Bummel-, sondern auf Eilzug setzt, machte er jüngst bei einem Besuch im Rathaus deutlich. „Seine Entschlossenheit hat mich überrascht“, sagte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) jetzt im Hauptausschuss, „die Bahn will das so schnell wie möglich.“ Auf Vorschlag von Löwis signalisierte der Hauptausschuss Zustimmung dafür, die Überplanung des Bahnhofsareals nicht durch eigene Projekte vorschnell zu verbauen.

 Konkret traf es das schon seit Jahren angedachte Vorhaben, nördlich des Skaterparks eine Jugendfreizeitanlage zu bauen. „Wir sollten uns überlegen, ob der Ladehof wirklich der richtige Standort für so ein Jugendprojekt ist“, sagte Löwis. Auch Städteplanerin Manuela Skorka, eine der „drei Weisen“ des von der Gemeinde beauftragten Mobilitätskonzepts, empfahl laut Löwis eine genaue Prüfung dieser folgeschweren Strukturentscheidung. „Am Bahnhof spielt der Verkehr die Hauptrolle“, sagte der Bürgermeister, „die Jugend ist vielleicht in der Ortsmitte im Herdergarten besser aufgehoben.“ Das JUZ befinde sich dort ja bereits. 

Josef Sappl sen. (CSU) wünscht sich zur Standortfrage der Jugendfreizeitstätte eine Stellungnahme der gemeindlichen Streetworker. „Der Bahnhof gilt als Brennpunkt. Macht’s da Sinn, das Ganze ins Ortszentrum zu verlagern?“ Die Gemeinde müsse sich die Frage stellen, für welche Jugendliche das Projekt geplant sei, ergänzte Ulrike Küster (Grüne): „Es gibt auch Jugendliche, die keine Probleme machen, und die wollen auch was haben.“ 

Elisabeth Dasch (SPD) regte an, dass sich alle Beteiligten den Sommer über dazu Gedanken machen. „Wir drehen jetzt nur eine kleine Schleife“, sagte der Bürgermeister, „wir rütteln nicht daran, die Freizeitanlage wo auch immer zu bauen.“ Fast 400 000 Euro sind dafür im Haushalt reserviert. 

Gleich nach den Ferien ist ein eintägiger Workshop angesetzt, in dem alle Fachleute mit Vertretern der Gemeinderats-Fraktionen die Optionen am Bahnhof durchsprechen wollen. „Ewig warten wir auf die Bahn aber nicht“, betonte CSU-Sprecher Christoph Schmid. Sebastian Franz (CSU) stellte klar, „dass die Gemeinde nicht die Traumfabrik der Bahn ist“. Der von Pichler stets als Referenz-Projekt gepriesene Bahnhof in Aschaffenburg sei so toll auch wieder nicht. „So was will ich bei uns ausdrücklich nicht“, ergänzte Küster, die jüngst in Aschaffenburg weilte. 

Für den Holzkirchner Bahnhof plant Pichler unter anderem eine zusätzliche Unterführung im Norden, etwa auf Höhe des Reitschulwegs. „Dieser Durchstich wäre wunderbar“, fand Küster. Von den Bahnsteigen soll eine flache, behindertengerechte Rampe nordwärts führen und dann in den neuen Tunnel münden. Der Skaterpark der Gemeinde wäre dabei nicht im Weg, sagte Löwis. Laut Pichler ist die bestehende Unterführung heillos überlastet. Nach Erhebungen der Bahn passieren diesen Tunnel täglich rund 15 000 Menschen. „Numerisch ist das so, als wenn ganz Holzkirchen einmal am Tag durch diesen Tunnel geht“, sagte der Bürgermeister.

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