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Selbstbewusst: die drei Jugendbeauftragten (v.l.) Max Röger, Claudia Nitsch und Max Knopp.

Gemeinderat lässt Ideen sacken

Jugendbeauftragte wünschen sich Studentenwohnheim

Holzkirchen - Mehr Bolzplätze, ein echter Runder Tisch Jugend und ein Studentenwohnheim. Die drei Jugendbeauftragten der Gemeinde haben Ideen. Do so einfach ist es auch wieder nicht.

Sie sollten der Jugend in der Gemeinde eine Stimme geben. Und die Suche nach ihnen war gar nicht so leicht. Im Sommer 2015 hatte der Gemeinderat endlich drei Jugendbeauftragte gefunden – und bestellt. Ein Jahr später haben Max Röger, Claudia Nitsch und Max Knopp jetzt einen Sachstandsbericht im Holzkirchner Gemeinderat präsentiert. Sie traten sehr selbstbewusst mit einigen Ideen auf – die drei wissen, was sie wollen. 

Als erstes kam Nitsch zu Wort: „In dem Jahr ist viel passiert“, erzählte sie. Die Jugendbeauftragten haben sich mit Fraktionen, Jugendfreizeitstätte (JUZ) sowie Christian Probst, der sich im Container am Ladehof um die mobile Jugendarbeit kümmert, kurzgeschlossen. Der erste Eindruck: „Beim JUZ hat mich überrascht, dass nachmittags zum Teil über 50 Jugendliche da sind.“ Erfreulich sei zudem, dass Tanja Schmuck Verstärkung mit zwei neuen Mitarbeitern bekommen hat. „Die ergänzen sich gut“, findet Nitsch. 

Verstärkung sei auch in der Jugendarbeit nötig. „Viele Jugendlichen brauchen Leute, die ihnen zuhören.“ Vielleicht könne man hier durch finanzielle Mittel mehr bewegen. „Wir wollen aber nicht dem Trugschluss verfallen, dass es reicht, viel Geld in die Hand zu nehmen.“ 

Geld in die Hand nimmt die Gemeinde am Ladehof. Nitsch begrüßt es, dass Schwung in die Pläne kommt (wir berichteten). Dort plant die Kommune ein Jugend- und Freizeitgelände neben dem Skatepark. Ein Zeitplan steht noch aus – immerhin hat die Gemeinde heuer im Haushalt 392 000 Euro für das Projekt reserviert. „Das freut uns“, meinte Nitsch. Per Facebook – die Jugendbeauftragten haben eine eigene Seite sowie einen Internetauftritt eingerichtet – wollen die drei die Wünsche für die konkrete Gestaltung des Ladehofs sammeln, berichtete Max Knopp. 

Gemeinderat Karl Bär (Grüne) fand es gut, dass sich am Ladehof was tut. „Es gibt viele Jugendliche, denen nicht geholfen werden muss“, meinte er. „Die brauchen einen Ort, wo sie rumhängen können.“ Elisabeth Dasch (SPD) würde es begrüßen, wenn Jugendliche sich bei der Entwicklung einbringen. „Dann schätzen sie es mehr.“ 

Laut Knopp wären ferner mehr Bolzplätze nötig. Wie berichtet, hatte die Gemeinde 2015 das Bolzen auf einer Wiese am Albrecht-Dürer-Ring nach Anwohnerbeschwerden untersagt. Neue Chancen winken eventuell an der Sportanlage der Holzkirchner Realschule. Laut Robert Haunschild, Geschäftsleiter im Rathaus, gibt es Überlegungen, den Platz für den Breitensport zu öffnen; vielleicht sogar noch zu den Sommerferien hin. 

Knopp brannte ein noch viel wichtigerer Wunsch auf der Seele: „Mir als Azubi ist aufgefallen, wie hoch die Mietpreise hier sind“, meinte er. „Man findet nichts, was man ansatzweise bezahlen kann.“ Deshalb schlug er ein Studentenwohnheim vor. Vielleicht könne man ein Asylbewerberheim später für Studenten umbauen, meinte Röger. Hier machte Albert Kraml (CSU) ein ernstes Gesicht: „Wohnraum für Studenten ist schwierig“, warnte er angesichts des ohnehin angespannten Wohnungsmarkts. „Aber mal schaun, was wir machen können.“ Birgit Eibl (FWG) fand die Idee interessant. Sebastian Franz (CSU) meinte: „Da würde ich direkt einziehen.“ 

„Unser Ziel ist es außerdem, dass wir unseren Bekanntheitsgrad unter den Jugendlichen stärken“, erklärte Röger. Über Plakate mit QR-Code sollen die Ideen verbreitet werden. Zudem forderte er einen Runden Tisch Jugend, an dem Jugendliche sitzen. An dem bestehenden säßen nur Erwachsene. Auch für Foolskino hatte Ideen: Die Karten dort seien teuer. „Eine Vergünstigung für die Jugend wäre wünschenswert“, meinte Röger. Auch für Jugendliche über zwölf Jahre. Dann würden mehr Junge ins Kino gehen, „anstatt draußen rumzulungern“. Der Gemeinderat ließ die Vorschläge erstmal sacken. Es gibt viel zu tun.

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