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Da geht’s lang: Der Oberland Pferde-Park, der an der einstigen Raketenstellung in Kleinhartpenning entstehen soll, wirbt mit Plakaten und Flyern.

Auf dem Gelände der ehemaligen Raketenstellung

Pferde-Park plant Eröffnung

Kleinhartpenning - Ponys und Pferde, Spielplatz und Brotzeit: Mit dem Oberland Pferde-Park soll am 1. Juli in Kleinhartpenning ein „Ausflugsziel für die ganze Familie“ eröffnen. Das Landratsamt prüft die Pläne noch.

Die Flyer und die Plakate des Oberland Pferde-Parks kündigen Vielversprechendes für Familien mit Kindern an: Kutschfahrten und Ponyreiten, einen Abenteuerspielplatz für größere Kinder und einen Spielplatz für die kleineren, dazu einen Naturlehrpfad sowie einen Streichelzoo mit Ziegen, Meerschweinchen, Hühnern und Kaninchen – ein „Familienerlebnis“ eben. Und auch ein „zünftiges Reiterstüble“ mit Biergarten erwarte die Besucher, heißt es im Flyer. Das klingt nach einem netten Freizeitvergnügen für Familien. Es erinnert allerdings auch an die einst gescheiterten Pläne für einen Wildpark. 

Rückblende: Die Schaustellerfamilie Kaiser hatte 2004 dem Bund das Areal der ehemaligen Raketenstellung bei Kleinhartpenning abgekauft. Die Marktgemeinde, die die rund 15 Hektar gern selbst erworben hätte, um diese wieder der klassischen Grünlandwirtschaft zuzuführen, kam nicht zum Zug. Damals plante Alfons Kaiser einen Wildpark: Er siedelte auf dem Gelände Lamas, Alpakas, Ziegen und Ponys an. 

Die Behörden allerdings stellten sich quer. Ihr Argument: Der zu erwartende Besucherverkehr sei zu viel in dem Gebiet. Und ein Wildpark genieße keine landwirtschaftliche Privilegierung. Es folgte ein jahrelanger Rechtsstreit. Zunächst bekam Kaiser vor dem Verwaltungsgericht die landwirtschaftliche Privilegierung für sein Projekt zugesprochen. Dagegen wiederum zogen Landratsamt und Gemeinde zu Felde. Kaiser unterlag 2010 schließlich letztinstanzlich vor dem Bundesverwaltungsgericht. 

Die Familie steckte den Kopf allerdings nicht in den Sand. Mit einem erfahrenen Reitanlagen-Planer entwickelte Alfons Kaisers Sohn Egon eine neue Vision für die einstige Flugabwehrstellung: das Oberland-Gestüt. Eine Lösung, mit der schließlich auch das Landratsamt leben konnte. Das Projekt bekam 2012 die landwirtschaftliche Privilegierung zugesprochen. Geplant waren eine Araber-Zucht, Unterstellplätze für Pensionspferde, eine Reithalle sowie ein Reit- und Dressurplatz samt Reiterstüberl. 

Das Gestüt läuft seither wie geplant. „Wir haben elf verschiedene Pferderassen“, erklärt Egon Kaiser. Dazu zähle auch die kleinste Pferderasse der Welt: argentinische Falabella, die nur 70 Zentimeter groß werden. „Die sehen aber nicht aus wie Ponys, mit großem Kopf und gedrungenem Körper, sondern wie richtige Pferde“, erklärt Kaiser, „die sind wunderschön, wie Araber.“ Die Pferde des Hofs könnten künftig besichtigt werden. In der Region sind zahlreiche Flyer ausgelegt und mehrere Plakate aufgestellt worden, die teils auch auf den Eröffnungstermin am 1. Juli hinweisen. Ein großes Eröffnungsfest sei aber nicht geplant, sagt Kaiser. Geöffnet ist der Pferde-Park laut Flyer täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr. Im Unkostenbeitrag von neun Euro pro Person ist eine Kutschfahrt inbegriffen, für Kinder obendrein ein Mal Ponyreiten. 

Kaiser will die Sache offenbar nicht allzu hoch hängen: „Wir wollen nichts versprechen, was wir nicht halten können“, sagt er auf Anfrage. „Wir sind ein Pferdehof mit Reiterstüberl und Imbiss. Mit einem Freizeitpark ist das nicht zu vergleichen.“ Der Name Pferde-Park sei auf das weitläufige Gelände zurückzuführen, das man der Öffentlichkeit zugänglich machen wolle. „Wir wollen nicht mehr über die alte Geschichte sprechen“, betont Kaiser auf den jahrelangen Streit mit den Behörden angesprochen, „diese Sache ist vom Tisch.“ 

Das Landratsamt scheint sich in der Bewertung des Pferde-Parks noch nicht ganz sicher. „Kollegen waren dort und haben sich das angeschaut“, berichtet Gerhard Brandl, stellvertretender Sprecher der Behörde. Es handle sich um einen „Grenzfall“: „Es wird geprüft, ob dafür eine Genehmigung erforderlich ist.“ Die Entscheidung wolle das Landratsamt dieser Tage fällen.

Von Katrin Hager

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