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"Immer Ärger mit Kili“: Kilian Rest, Dorfmeister der Herzen, sprang als 14. Team ein – sein Teamkamerad aus dem Feuerwehrhaus glänzte durch Nichtstun.

Sautrogrennen beim Hartpenninger Dorffest 

Gold gleich bei der Premiere

Großhartpenning – Es ist der feucht-fröhliche Höhepunkt des Festes: Beim Hartpenninger Dorffest traten am Samstag 14 Teams bei der elften Auflage des Sautrogrennens an. Gold ging an ein Neulings-Team.

Alles war bestens hergerichtet. Die Feuerwehr Hartpenning hatte den Dorfweiher von den Pflanzen im Wasser befreit und die Naturtribüne für die etwa 1000 begeisterten Zuschauer vorbereitet. Das Wetter passte ebenfalls, sommerliche Temperaturen nahe an die 30 Grad lockten allerdings eher zum Baden. Vielleicht lag es daran, dass heuer ungewöhnlich viele Teams mit ihrem Sautrog kenterten oder schon beim Einsteigen untergingen. 

An Ehrgeiz fehlte es ihnen aber nicht: Stürmisch paddelten die Teilnehmer, kämpften um jeden Zentimeter und jede Zehntelsekunde – mit dem Ergebnis, dass im Wettkampf gleich zwei Paddel zu Bruch gingen. Kein Wunder: Heuer ging es schließlich nicht nur um die Weltmeisterschaft, sondern auch noch um olympisches Gold, wie Stadionsprecher Mike Fischer vor dem Startschuss ankündigte und damit die 14 Teams anspornte. Das Angebot für eine Live-Übertragung im Fernsehen habe man aber abgelehnt: „Wir wollen, dass das Sautrogrennen exklusiv für die Großhartpenninger bleibt“, erklärte Fischer unter dem lauten Jubel der Zuschauer. 

Unter ihnen war auch Jörg Burggraf, mit Sebastian Köpferl der Sieger des Jubiläumsrennens vor einem Jahr. Heuer verzichtete er. Aber ein Burggraf war doch dabei: Sein Sohn Maxi trat gemeinsam mit Samuel Karli an. Als Team Sakamabu sollten sie die Tradition fortsetzen und die Familienehre verteidigen. So wirklich gelang ihnen das aber nicht. Schon im Vorlauf kippte ihr Trog bereits nach vier Metern um, und anstatt wieder einzusteigen, schoben die beiden den Trog erst mal. „Das gibt wegen Bescheißens fünf Strafsekunden“, verkündete Fischer. Die gestoppten 2:30 Minuten reichten nicht für den Einzug ins Halbfinale. 

Noch schlechter sah es für Kilian Rest aus. Als letzter hatte er sich überreden lassen, an den Start zu gehen. „Damit wir 14 Teams für die Vorläufe haben“, so Fischer. Einen Mitstreiter fand Rest nicht, holte sich darum eine Übungspuppe aus dem Feuerwehrhaus und trat als „Immer Ärger mit Kili“ an, frei nach Hitchcocks Krimikomödie. Mehr als ein starker Start gelang Rest nicht, schon nach wenigen Metern musste er zum ersten Mal ins Wasser. Nur mit der Unterstützung anderer Teams gelang es ihm überhaupt, den Trog wieder aufzurichten. 3:24 Minuten brauchte er. Keiner war langsamer. Aber er gewann die Herzen der Zuschauer. 

Ein Spektakel: Rund 1000 Besucher verfolgten das feucht-fröhliche Sautrogrennen beim Hartpenninger Dorffest. Heuer ging’s sogar um olympisches Gold. 

Für das Finale qualifizierten sich die Holzettis, Richard Holzer mit Sohn Luca, gegen die Betzinger Cowgirls (Josefa und Eva Betzinger) und „Mein persönlicher Favorit“ (Philip Kaiser und Lukas Noderer), die allerdings gegen „De 4 weißn Orschbacken“ (Lisa Immle und Anna Winterhalter) alles geben mussten. „Die pumpen wie die Maikäfer“, stellte Fischer fest. 

Im Endlauf siegten in einem spannenden Rennen die Holzettis mit ein wenig Glück: Kurz vor dem Ziel kenterte der Trog des Teams „Mein persönlicher Favorit“. Damit war das Rennen entschieden, die Fabelzeit von 1:50 Minuten für die Holzettis hatte nur noch statistischen Wert. „Weltmeister und Olympiasieger“, verkündete Fischer: „Antreten ist im nächsten Jahr Pflicht.“ 

Für Richard Holzer keine Frage: „Natürlich will ich den Titel verteidigen“, erklärte er. Zehn Jahre lang hatte er beim größten Ereignis in Großhartpenning nur zugeschaut, heuer hatte es ihn gejuckt. 

Kaum war das Sautrogrennen beendet, fielen die ersten Regentropfen aus dunklen Gewitterwolken. Für die Macher des Dorffests kein Problem, sie hatten einen Plan B: Im Zelt und im Feuerwehrhaus wurde weiter gefeiert bis weit nach Mitternacht. Die musikalische Begleitung lieferte die Blaskapelle Hartpenning. Am Sonntag klang das Fest mit dem Frühschoppen und dem Auftritt der Plattlergruppe des Trachtenvereins d’Herzbergler aus.

Siegfried Niedergesäß

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