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Gemeinsam Ideen entwickeln: Bürgermeister Olaf von Löwis (M.), Ortsplanerin Manuela Skorka und Verkehrsexperte Ralf Kaulen redeten mit den Hartpenningern im Neuwirt über Lösungsmöglichkeiten.

Infoabend in Großhartpenning

Schnelle Soforthilfe gegen Verkehr

Hartpenning - Großhartpenning leidet unter dem Verkehr. Was man tun kann, um die Situation zu entzerren, erklärte Verkehrsplaner Ralf Kaulen nun bei einem Infoabend. Das Zauberwort lautete: punktuelle Sofortmaßnahmen. So richtig konkret wurde es aber nicht.

Bevor es losgeht, legt Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) die Spielregeln fest: „Um 22 Uhr sollten wir fertig sein.“ Zweitens: Auch wenn manche enttäuscht sein werden: „Was wir heute nicht tun wollen, ist, über die Südumgehung und den Bundesverkehrswegeplan zu diskutieren.“ Denn die Umfahrung würde, wenn überhaupt, ohnehin erst in mindestens 15 Jahren realisiert. „Das Warten ist nicht zumutbar.“ Es gehe darum, schnelle, finanzierbare und rechtlich mögliche Sofortmaßnahmen zu entwickeln. 

Der Infoabend zur Orts- und Mobilitätsentwicklung in Großhartpenning stieß auf großes Interesse. Der Gewölbesaal im Neuwirt war prall gefüllt. Verkehrsplaner Ralf Kaulen und Ortsentwicklerin Manuela Skorka (siehe Kasten) stellten Ideen zur Verbesserung der Verkehrssituation und der städtebaulichen Qualität im Ort vor. 

Zunächst ging es um den Verkehr. „Das ist ein Thema, das uns schon lange belastet“, meinte Löwis. Bekanntlich möchte die Gemeinde die Problematik mit einem Mobilitätskonzept für alle Ortsteile in den Griff kriegen, an dem Kaulen und Skorka mitarbeiten. Jetzt ging es nur um Großhartpenning. Löwis betonte, dass Bürger miteinbezogen wurden. An der Kreuzung von Piesenkamer Straße und B 13 gebe es den Wunsch nach einer Querungshilfe, etwa mit einer Ampel. Bisher sei es daran gescheitert, dass die Gemeinde den Grund nicht erwerben konnte. 

Dann trat Kaulen ans Rednerpult. Das größte Problem in Großhartpenning stellten die beiden Ortseingänge dar, die als solche nicht erkennbar seien. Des weiteren sei die Ortsdurchfahrt ein von Kfz dominierter Raum mit hohen Verkehrsmengen und hohen Geschwindigkeiten. Die Folgen: Sicherheitsgefährdungen, Lärm und Abgase. Zudem herrschten schlechte Bedingungen für Fußgänger und Radler. 

Laut Kaulens Zählungen passieren etwa 9300 Fahrzeuge pro Tag die B 13 im Ort, davon vier Prozent Lkw. Auffällig sei, dass es keine Spitzenzeiten gebe, die Belastung herrsche permanent. Eine Befragung Kaulens am Ortsausgang von Holzkirchen Richtung Hartpenning hat ergeben, dass dort 55 Prozent der Durchgangsverkehr ausmache.

 Verkehr vermeiden könne man durch mobile Bankanlaufstellen, Sanitätsdienste oder Bibliotheken, erklärte Kaulen. Sowie durch ein gutes Fußgänger- und Radlnetz, das mit dem öffentlichen Verkehr verknüpft ist. Man könne an der Linienführung des gemeindlichen Ortsbusses schrauben. Kaulen plädierte für eine Taktverdichtung der BOB, um so Pendler aus Tölz zu reduzieren. „Wir werden auch künftig Kfz in Großhartpenning haben.“ Diese könne man durch eine verträgliche Verkehrsführung steuern. 

Eine Tempo-30-Zone auf der Ortsdurchfahrt sei verboten, weil es sich um eine Bundesstraße handle. Auf eine Umfahrung zu warten, dauere zu lange. Ein Ausbau mit durchgehenden Rad- und Gehwegen nehme fünf bis zehn Jahre in Anspruch, plus Grunderwerb. Vorerst seien punktuelle Sofortmaßnahmen realistisch. So sollte man die Ortseingänge so gestalten, dass man den Autofahrern signalisiert: „Fahr langsam, hier wohnen Menschen.“ Etwa mithilfe von Mittelinseln, Verschwenkungen oder eines Kreisverkehrs an der Sufferloher Straße. Auch hier sei Grunderwerb nötig. In anderen Straßen sollte Tempo 30 gelten. 

Dann waren die Bürger dran: Einer sorgte sich um den Schneeräumdienst, mit vielen Gehwegen werde dieser komplizierter. Laut Kaulen wird dies in der Planung berücksichtigt. Christoph Scholz von Hartpenning muckt auf meinte, dass die Preise für die Grundstücksflächen der Knackpunkt für die Realisierung seien. Der Quadratmeterpreis betrage 20 Euro, so Löwis. An diesem Gemeinderatsbeschluss sei nicht zu rütteln. 

Ein Bürger wollte wissen, ob man die B 13 nicht – wie von Holzkirchen nach Otterfing – abstufen könne. Erstens sei eine Tempo-30-Zone auch auf einer Staatsstraße nicht machbar, so Löwis. Laut Peter Schiffmann vom Landratsamt scheitert eine Abstufung deshalb, weil es zwischen Tölz und Holzkirchen keine weitere Bundesfernstraße gebe.

 Beim Rausgehen konnten sich Bürger Karten schnappen, auf die sie ihre Ideen schreiben und die sie ins Rathaus schicken dürfen. „Wir hoffen auf viele Anregungen“, so Löwis.

Altes Schulhaus und Ortsgestaltung

Das alte Schulhaus in Hartpenning dient derzeit nur als Lagerfläche. Eigentlich viel zu schade, findet die Gemeinde. Es soll was geschehen. „Es sind schon viele Ideen bei uns gelandet“, sagte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) beim Infoabend. FWG-Gemeinderat Hubert Müller etwa habe mal Wohnnutzung ins Spiel gebracht. Aber auch Vereinssaal oder Bürgerhaus seien vorgeschlagen worden. „Wir wollen es gemeinsam entwickeln“, sagte Löwis zu den Bürgern. Jennifer Sura und Doris Hötzendorfer vom Bauamt stellten Überlegungen für das 2960 Quadratmeter große und gemeindeeigene Grundstück vor. Löwis betonte, dass es sich dabei nicht um konkret geplante Maßnahmen handle. Es wurden drei Ideen für eine mögliche Bebauung auf dem Schulgrundstück gezeigt. Variante eins sähe einen Erhalt des Schulhauses vor. Auf der Fläche zwischen Straße und Gebäude könnten Stellplätze oder eine Platzfläche entstehen. Im rückwärtigen Bereich sei dann eine Bebauung mit Reihenhäusern möglich. Bei Variante zwei und drei würde das Schulhaus abgebrochen und durch einen Neubau, der näher an der B 13 liegt, ersetzt. Für die Rückseite wurde eine Bebauung mit Geschosswohnungsbau plus Tiefgarage vorgeschlagen. Eine öffentliche Freifläche – die bei Bedarf auch als Parkplatz diene – liege dann zwischen den Gebäuden. Ortsplanerin Manuela Skorka gefällt das Schulhaus: „Es liegt mitten im Ort“, sagte sie. Hier gebe es viel Handlungsspielraum, zumal es der Gemeinde gehöre. Das Gebäude sei Teil des Dorfkerns, den man als solchen gar nicht so wahrnehme, obwohl er mit Kirche, Feuerwehr, Gasthaus und Bäcker bestückt sei. Die Bürger sollten sich beispielsweise überlegen, ob sie mehr Gemeinschaftsräume für Vereine oder Freiflächen im Ort wünschten. Ob sie einen zentralen Dorfplatz möchten oder Wohnprojekte für Ältere sowie andere Unterstützungsbedürftige. Und welche Nutzung sie sich für die Schule vorstellen. Skorkas Idee dafür: Man könnte den Kindergarten dorthin verlegen. Bürger Christoph Scholz hielt wenig von einem „gemeindefinanzierten Gemeinschaftsraum“, weil dieser mit den zwei Gastronomien konkurriere. „Ich vermisse einen Dorfladen.“ FWG-Gemeinderat Müller wünschte sich einen SB-Terminal mit Geldautomat. Einige Anwohner mahnten an, den Platz hinter der Schule nicht zu verbauen, da er bei Veranstaltungen als Parkplatz genutzt wird. (mar)

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