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Nach nur acht Monaten im Betrieb läuft der Vertrag für die große Traglufthalle südlich von Holzkirchen zum Jahresende aus. Verlängert wird er nicht.

Schon Ende des Jahres

Aus für Traglufthallen: Was jetzt mit den Flüchtlingen passiert

Holzkirchen/Rottach – Die Tage der Traglufthallen in Holzkirchen und Rottach sind gezählt. Früher als vermutet, wohl bereits Ende 2016, werden die Sammelunterkünfte geräumt.

Das heißt: Für 300 Flüchtlinge muss das Landratsamt neue Quartiere finden. Gelingt das nicht, will die Regierung einen Plan B aktivieren. Die Zuständigkeiten beim Thema Flüchtlinge, auch auf regionaler Ebene, sie sind komplex. Der Freistaat, vertreten durch die Regierung von Oberbayern (ROB), trägt die Kosten, die Organisation vor Ort übernimmt das Landratsamt. So war es offiziell die Kreisbehörde in Miesbach, die mit Traglufthallen-Anbieter Paranet die Verträge für die Standorte im Moarhölzl südlich von Holzkirchen und im Birkenmoos bei Rottach-Egern schloss. Vereinbart wurde eine Laufzeit von einem Jahr – mit der Option, drei Monate vor Ablauf zu verlängern.

Diese Option wird das Landratsamt nicht ziehen – auf Geheiß der Regierung von Oberbayern, wie die Behörde auf Anfrage bestätigt. Die Hallen waren schnell verfügbar, dafür aber auch sehr teuer. Die Jahresmiete der Rottacher Halle beläuft sich auf 616 182 Euro, in Holzkirchen sogar auf 1,154 Millionen Euro (wir berichteten). Da der Flüchtlings-Zustrom abebbte, hält die Regierung die kostspieligen Hallen, die man zudem als „prekäre Unterbringungsformen“ einstuft, für entbehrlich.

Die Sammelquartiere wurden zwar erst im Februar (Rottach) und April (Holzkirchen) tatsächlich belegt, die Verträge datieren laut Landratsamt aber bereits vom Dezember (Holzkirchen) und Januar (Rottach). Entsprechend laufen die Verlängerungs-Fristen demnächst aus. „Spätestens im September hätten wir also aktiv werden müssen“, sagt Behördensprecher Gerhard Brandl. In anderen Worten: Nach nur achtmonatiger Belegung wird die Holzkirchner Halle wieder verschwinden, wenig länger war die Halle am Tegernsee in Betrieb. „Das ist Stand der Dinge“, sagt Brandl, „man weiß natürlich nie, wie sich die Flüchtlingslage entwickelt.“

Noch sind beide Hallen gut belegt. Laut Brandl wohnen im Moarhölzl aktuell 192 Flüchtlinge, im Birkenmoos sind es 97. Das Landratsamt geht davon aus, dass im Laufe der nächsten Wochen noch etliche Asylanträge beschieden werden und sich die Belegungszahlen „natürlich“ reduzieren. Dennoch ist zunächst das Landratsamt gefordert, den verbleibenden Rest anderswo im Landkreis unterzubringen. Ein Ausweichquartier dürfte das ehemalige Hotel Bastenhaus in Tegernsee werden, in dessen Umbau zum Flüchtlingsheim die Regierung rund 80 000 Euro steckt (wir berichteten).

Sollte Miesbach nicht genug Quartiere auftreiben, will die ROB einspringen. „Gegebenenfalls erarbeiten wir gemeinsam mit den Landratsämtern landkreisübergreifende Lösungen“, teilte die ROB mit. Das heißt: Miesbacher „Hallen“-Flüchtlinge werden notfalls auf andere Landkreise verteilt.

Bleibt die Problematik der „Fehlbeleger“: In der Holzkirchner Halle wohnen 17 Flüchtlinge, die bereits ihre Anerkennung haben. Sie können ihren Wohnsitz frei wählen, finden aber selten eine Wohnung. Als „Obdachlose“ fallen sie in die Zuständigkeit der Marktgemeinde. Man werde die Holzkirchner mit diesem Problem nicht sitzen lassen, sagt Brandl: „Die Bürgermeister haben vereinbart, die Unterbringung anerkannter Flüchtlinge solidarisch anzupacken.“

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