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Hat eine "kleines Vermögen" in seinen Pferdepark gesteckt: Egon Kaiser. Im Hintergrund: Der Abenteuerspieplatz.

Ein Rundgang in Bildern

Alles fertig außer die Erlaubnis: Ein Besuch im Pferdepark

Holzkirchen – Aus Raketenstellung mach Familien-Attraktion: Egon Kaiser hat seinen Pferdepark fertig - mit Spielplatz und Streichelzoo. Nur das OK von den Behörden fehlt. Ein Rundgang.

Joe ist ein American Quarterhorse, zehn Jahre alt, und der ganze Stolz von Egon Kaiser. Der Sauerlacher ist passionierter Westernreiter, Joe stammt aus der Zucht des berühmten Pferdeflüsterers Monty Roberts. „Pferde waren in unserer Familie schon immer wichtig“, sagt der 43-Jährige. Die Schausteller-Dynastie Kaiser bot lange Ponyreiten auf dem Oktoberfest an. Mittlerweile zieht Kaiser mit dem „Cyberspace“ auf große Volksfeste, einem wilden Teil, das Körpergefühle wie beim Bungee-Jumping verspricht.

Schausteller-Familie Kaiser: Vom Oktoberfest nach Kleinhartpenning

Im idyllischen Kleinhartpenning, wo Joe auf der Koppel steht, spielt Adrenalin keine Rolle. Als die Luftwaffe vor über zehn Jahren die Hawk-Raketenstellung auflöste, kaufte die Familie das 16 Hektar große Gelände vom Bund – damals sehr zum Verdruss der Marktgemeinde Holzkirchen, die das Gelände gerne selber gehabt hätte. Es ging sogar vor Gericht. „Aber das ist Schnee von gestern“, sagt Kaiser. Seit zwei Jahren betreibt die Familie, landwirtschaftlich privilegiert, offiziell ein Gestüt mit zehn Pensionspferden und Zucht. Die alten Militärbauten wurden abgerissen oder landwirtschaftlich umgenutzt.

Raketenstellung der Bundeswehr wird zur Familienattraktion

Das weitläufige Gelände brachte den Unternehmer auf die Idee, das Gestüt zu einem „Pferdepark“ auszubauen. „Wir wollen Kinder und Jugendliche spielerisch an das Thema Pferd heranführen“. sagt der Vater von zwei kleinen Töchtern. Die kleinen Gäste dürfen Ponys striegeln und führen, auch mal draufsitzen. Egons Vater Alfons Kaiser (68) bietet Kutschfahrten an. Nicht fehlen darf ein großer Abenteuerspielplatz nebst großem Hüpfkissen. Stolz ist Kaiser auf seinen Naturlehrpfad mit 15 Lernstationen, wo die Besucher wie im Tierpark erfahren, welcher Vierbeiner da gerade vor einem steht.

So sieht der Pferdepark Oberland aus: Ein Rundgang

„Das ist kein Disneyland oder so was“

Verschiedene Pferderassen sind zu sehen, darunter Vollblut-Araber und Falabellas, die kleinsten Pferde der Welt. Daneben grast eine Alpaka-Herde. Im Streichelzoo warten Burenziegen, Minischweine und sieben Cochin-Hühner. „Müssten sieben sein, wenn der Milan nicht eins geholt hat“, sagt Kaiser beim Rundgang durchs Gelände. „Das ist kein Disneyland oder so was“, betont Kaiser, „das ist ein Pferdebetrieb, das ist Landwirtschaft“.

„Ich habe hier ein kleines Vermögen reingesteckt.“

Darauf genau baue das Konzept auch auf: Kinder aus der Stadt sollen Tiere erleben können. „Natürlich will ich damit auch Geld verdienen“, sagt Kaiser, „ich habe hier ein kleines Vermögen reingesteckt.“ Der Unkostenbeitrag beläuft sich auf neun Euro.

Alles da - nur die Genehmigungen fehlen

Allerdings ging Kaiser sein Projekt allzu blauäugig an. Die Behörden erfuhren vom Pferdepark erst, als ein Flyer die Eröffnung für 1. Juli ankündigte. „Ich hab’ das Pferd von hinten aufgezäumt, war mein Fehler“, räumt er kleinlaut ein. Auch der Flyer sei nicht ganz glücklich geraten. Mittlerweile gab es ein Gespräch im Landratsamt Miesbach. Kaiser muss sich die Parkplätze vor dem Gelände genehmigen lassen. Zudem will die Behörde prüfen, ob die Imbiss-Station genehmigungsfähig ist. Auch das Landwirtschaftsamt wird noch einmal vorbeischauen und das Projekt auf die Privilegierung abklopfen.

Einen neuen Eröffnungstermin gibt es nicht. „Erst wenn ich wirklich alle Genehmigungen habe, gibt es einen neuen Termin“, sagt Kaiser. Vom Erfolg seines Konzepts ist er überzeugt: „Das wird eine Bereicherung für die ganze Region.“

avh

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