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Hat Otterfing nicht: einen Supermarkt. Aber braucht's den denn überhaupt?

FWG-Treffen: Bürger hätten gern einen Drogeriemarkt

Braucht Otterfing einen Supermarkt? Bürger skeptisch

Otterfing – Die Freien Wähler in Otterfing sind sich einig. „Einen Vollsortimenter wie Edeka, Tengelmann oder Rewe brauchen wir nicht“, meinte Uta Oehller. Und damit stand sie nicht allein da.

Neun Frauen und fünf Männer waren zur Versammlung der Freien Wähler in der Pizzeria Da Michele gekommen und diskutierten über die Ansiedlung eines Supermarkts, das Sportzentrum und die Zusammenarbeit im Gemeinderat, an der Vize-Bürgermeisterin und Fraktionssprecherin Ulrike Stockmeier (FWG) harte Kritik übte.

Dem Gemeinderat sei nichtöffentlich bereits eine von zwei Untersuchungen der Firma Cima zum Supermarkt vorgestellt worden. „Dabei ging es auch um mögliche Standorte“, so Stockmeier. Welche, das wollte sie nicht im entferntesten andeuten. „Aus einer nichtöffentlichen Sitzung darf nichts nach außen dringen“, entschuldigte sie sich. Nur so viel: Die Experten würden einen Vollsortimenter bejahen. Dadurch ließe sich ansonsten abfließende Kaufkraft wieder im Ort halten. Die Verkaufsfläche müsse mindestens 1200 Quadratmeter betragen. Unterhalb dieser Marke investiere kein Konzern in einen neuen Standort. Außerdem solle der Vollsortimenter im Ort liegen und nicht außerhalb.

„Was wir brauchen, haben wir schon vor Ort“, fand Irene Tübke: einen Metzger, drei Bäcker, ein Fruchthaus. Käme nebst dem Discounter Penny nun auch ein Supermarkt, „wird ein großer Teil dieser kleinen Geschäfte aufgeben müssen“, war sich Tübke sicher. Notwendig sei allerdings ein Drogeriemarkt, war die einhellige Meinung. „Da sieht es schlecht aus“, so Stockmeier. Entsprechende Investoren hätten sich noch nicht gemeldet. Wünschenswert sei auch ein Wochenmarkt. „Das versuchen wir schon seit 20 Jahren, aber bisher scheiterte es am geringen Interesse der Landwirte“, so Stockmeier. Am Ende kam sie zu dem Ergebnis: Die Entscheidung über einen Vollsortimenter wird nicht einfach. Aber das Meinungsbild der Versammlung würden die Freien Wähler beachten.

Schnell abgehandelt war das Thema Sportzentrum, das der Gemeinderat bis zu einer Klausur im Oktober zurückgestellt hat. „Da muss es einen kompletten Neuanfang geben, das heißt, es müssen neue Gedanken her“, so Stockmeier. Auch, was den Standort betreffe, nachdem Gutachten jetzt ergeben hätten, dass am Nordring keine weitere Entwicklung möglich sei. „Es gibt Möglichkeiten an anderen Standorten und es gibt auch andere Möglichkeiten der Finanzierung als durch den Verkauf von Grundstücken“, so Stockmeier. „Ich hoffe, dass im Oktober neue Gedanken kommen und zugelassen werden.“

Kritik übte sie an Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU), der die Bürgerversammlung genutzt habe, in epischer Breite, etwa 45 Minuten lang, noch einmal das Thema zu präsentieren, obwohl „alles ausgeleuchtet und diskutiert worden war, neues kam da nicht“, meinte Stockmeier. Schwierig sei auch die Zusammenarbeit im Gemeinderat, weil „wir nicht immer alle Informationen bekommen“, meinte die Vize-Bürgermeisterin. 

Es gebe keinen Gedankenaustausch mehr zwischen den Fraktionen, keine Fraktionssprechersitzung. Das sollte wieder üblich werden. „Ich habe wiederholt versucht, meine Hand zur Zusammenarbeit zu reichen, aber dazu gehören immer zwei Leute“, sagte Stockmeier, „meine Hand wurde nicht genommen.“ Es müsse sich aber etwas ändern, forderten die Anwesenden. Oehller: „Für uns Bürger sieht es so aus, als sei der Gemeinderat viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Da wird viel Zeit und Energie verbrannt.“

Siegfried Niedergesäss

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