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Ihren Hund beschimpft hat eine Otterfingerin. Ihr Nachbar dachte, er wäre gemeint. (Symbolbild)

Vom Nachbarn verklagt

Frau landet vor Gericht, weil sie Hund beschimpft hat

Otterfing - Weil sie ihren Hund mit "Scheißkerl, der nach Scheiße stinkt" beschimpfte, musste sich eine Otterfingerin (53) wegen Beleidigung vor dem Miesbacher Amtsgericht verantworten.

Aus ihrer eigenen Sicht allerdings saß die Otterfingerin nur auf der Anklagebank wegen ihres stinkenden Hundes. Sein Frauchen machte den kleinen Vierbeiner immer wieder für das ganze Schlamassel verantwortlich. 

Im Oktober des vergangenen Jahres muss der Hund wohl in einer Jauchegrube gelandet sein. Anders konnte sich die 53-Jährige nicht erklären, warum er derart schlecht gerochen hat, dass sich die Otterfingerin zu folgendem Satz in Richtung ihres Hundes hinreißen ließ: „Du bist ein Scheißkerl, der nach Scheiße stinkt!“ Das Tier ließ die Anschuldigung unkommentiert. 

Nicht aber der Nachbar der Hundebesitzerin, ein 48-jähriger Saarländer. Er dachte gar, dass die Beleidigung gegen ihn gerichtet sei, woraufhin er die Frau anzeigte. Somit trafen sich die Nachbarn jetzt vor Gericht wieder. 

Bereits in der Vergangenheit gab es dicke Luft: Schon seit dem Einzug des Saarländers vor eineinhalb Jahren in das Mehrfamilienhaus soll es ständig Ärger zwischen den beiden geben haben. „Damals hat er gesagt, dass wir Bayern ein arrogantes Pack sind“, erzählte die Angeklagte. Freunde hat sich der Mann damit nicht unbedingt gemacht. Die Streitigkeiten schaukelten sich hoch, immer wieder flogen die Fetzen zwischen den Nachbarn. 

Eine andere Anzeige gab es auch schon. Angeblich soll die Frau das Auto des Mannes zerkratzt haben, Beweise dafür hatte er nicht. Das Verfahren wurde daraufhin eingestellt. Beweisen kann die Angeklagte allerdings auch nicht, dass der 48-Jährige, wie sie behauptete, „mir immer wieder den Stinkefinger zeigt, wenn er mich sieht“. Im Gegenzug beschuldigte der Saarländer seine Kontrahentin, „dass sie nachts oft betrunken ist, rumschreit und mit den Türen knallt“. 

Ein typischer Nachbarschaftsstreit, dachte sich auch Rechtsreferendar Giannini. Er war sich sicher, dass die Angeklagte mit der Beleidigung ihren Hund und nicht ihren Nachbarn gemeint hat. „Scheißkerl ist eben ein Kosename für meinen Hund, weil er öfter mal unangenehm riecht“, sagte die Otterfingerin, als sie das letzte Wort hatte. Amtsrichter Walter Leitner machte es derweil kurz: „Der Ausdruck passt auch auf einen Hund“, meinter er. Leitner gab der 53-Jährigen noch den Rat mit auf den Weg, dass sie in Zukunft mit ihren Äußerungen aufpassen soll. In diesem Fall kam die Frau aber noch mal mit einem Freispruch davon – und ihr Hund natürlich auch.

hph

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