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Das Haus für Kinder in Otterfing wird von der Gemeinde betrieben. Das könnte sich ändern.

Haus für Kinder

Gemeinde will Trägerschaft abgeben

Otterfing - Die Gemeinde überlegt, ihr Haus für Kinder an einen privaten Träger abzugeben. Das würde das Rathaus personell  und finanziell entlasten. 

Kita-Plätze in ausreichender Zahl – und möglichst breiter pädagogischer Färbung – sind ein Qualitätsmerkmal für Gemeinden. Kitas selbst zu betreiben, gehört allerdings nicht zu den Pflichtaufgaben von Rathäusern. In Weyarn und Warngau etwa kümmern sich ausschließlich private Träger um die Kinderbetreuung, in Valley liegt nur die Krippe in gemeindlicher Hand. Anders sieht es in Holzkirchen aus, wo die Gemeinde zwei große Kitas sowie den Kindergarten in Hartpenning selbst führt. Kinderbetreuung bieten hier außerdem neun private und kirchliche Träger an. 

In Otterfing – mit aktuell 4800 Einwohnern die zweitgrößte Kommune im Landkreis-Norden – trägt die Gemeinde selbst einen großen Anteil der Betreuung. Das Haus für Kinder bietet vier Kindergarten-Gruppen (je 23 Plätze) und zwei Krippengruppen (je zwölf Plätze). Die Nachfrage steigt. „Sieht so aus, als ob wir ab Februar oder März eine dritte Krippengruppe bekommen“, sagt Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU). 

Ergänzt wird das Angebot vom zweigruppigen Pfarrkindergarten St. Georg und dem neu eröffneten Montessorihaus mit je zwei Kindergarten- und Krippengruppen. Neuerdings verdichten sich Pläne, dass zusätzlich ein Waldkindergarten als Privatinitiative eröffnet. „Dazu liegt ein Antrag vor“, bestätigt Eglseder. 

Die Gemeinde ist gesetzlich verpflichtet, private Träger mit Personalkostenzuschüssen zu unterstützen. Zuletzt überwies das Rathaus jährlich 200 000 Euro an den Montessori-Trägerverein und 140 000 Euro an St. Georg. Dazu kommen „Deckungsbeiträge“, deren Übernahme von den Trägern separat beantragt und vom Gemeinderat genehmigt werden muss. Jüngst gab der Gemeinderat 15 000 Euro für den Pfarrkindergarten frei, weil der 2015 vor der Montessori-Eröffnung auf die Schnelle eine zusätzliche Notgruppe organisiert hatte. In der Regel trägt das Rathaus 80 Prozent des betrieblichen Defizits im Pfarrkindergarten. Montessori bekam als „Anschubspritze“ rund 50 000 Euro. 

Auch der Betrieb im Haus für Kinder läuft trotz staatlicher Personalkostenzuschüsse nicht kostendeckend. Eglseder schätzt den Fehlbetrag auf rund 150 000 Euro im Jahr – zuzüglich der Personalkosten. „Eine Summe, die wir gerne reduzieren würden.“ Die Verpflichtung eines privaten Trägers könnte helfen. 

Ausgelöst wurden die Überlegungen durch aktuelle Tarifbeschlüsse, nach denen Kita-Führungspersonal in höhere Tarifgruppen eingestuft werden kann. „Das wäre aber verbunden mit der Übernahme von organisatorischen Aufgaben, die bisher vom Rathaus erledigt wurden“, sagt der Bürgermeister. 

Der Geschäftsleiter und der Bürgermeister kümmern sich um Belange im Haus für Kinder, vor allem aber die Kämmerei. „Eine Mitarbeiterin dort ist zu 80 Prozent mit Kindergarten-Themen beschäftigt“, sagt Eglseder. Es gelte etwa, permanent ein Auge auf den Personalschlüssel zu werfen. „Wird der unterschritten, drohen schnell Kürzungen der staatlichen Personalzuschüsse.“ Im Zuge der neuen Tarifordnung könnten solche Aufgaben stärker auf das Kita-Führungspersonal übergehen. Oder macht es Sinn, gleich einen privaten Träger ins Boot zu holen? „Erste Kontakte gab es schon.“ 

Der Bürgermeister ist sich nicht sicher, ob eine komplette „Privatisierung“ der Otterfinger Kinderbetreuung die richtige Entwicklung ist. „Ich halte es schon für wichtig, als Gemeinde direkten Zugriff auf die Kinderbetreuung im Ort zu haben.“ Ein kompletter Rückzug sei also, trotz finanzieller Vorteile, ein „zweischneidiges Schwert“. 

Das Haus für Kinder bleibt im neuen Kita-Jahr 2016/17 noch in Trägerschaft der Gemeinde. Was danach wird, muss der Gemeinderat entscheiden. Eglseder kündigte eine nichtöffentliche Grundsatzdebatte in der nächsten Sitzung an.

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