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Hier beginnt Palnkam: Gleich hinter der Kapelle und dem Gebüsch soll Wohnbebauung entstehen.

Gemeinderat Otterfing 

Bauwünsche am Ortsrand Palnkam

Otterfing – Für zwei Wohnbau-Vorhaben bohrt die Gemeinde Otterfing ihren Bebauungsplan Palnkam auf. Direkt am Ortsrand sollen anstelle einer Kfz-Gewerbehalle zwei Einfamilienhäuser entstehen. Zudem ist am Erlacher Weg, auf einer Hofstelle, ein neues Wohnhaus geplant. Auch andere Grundstücksbesitzer machen sich Hoffnungen – das aber vergeblich.

Wo Otterfing aufhört und der Ortsteil Palnkam anfängt, das ist auf den ersten Blick kaum trennscharf zu erkennen. Östlich der Palnkamer Straße sind die Orte fast zusammengewachsen, westlich markiert der Erlacher Weg die Grenze. Just dort, zwischen der Einmündung des Erlacher Wegs und der Straße Wirtsanger, steht eine eingeschossige Gewerbehalle. Der Besitzer will die Halle abreißen und stattdessen, für den Wohnbedarf der Familie, ein größeres oder zwei kleinere Häuser bauen. 

Während das Landratsamt sich nur ein Haus wünscht, tendiert Otterfings Bauamtsleiter Heinz Hirz zur Zweihaus-Lösung. „Das passt besser dahin“, glaubt Hirz, „wir haben hier eine sensible Ortsrandlage.“ Die kleineren Häuser würden zudem die als Baudenkmal geführte Kapelle in der Nachbarschaft weniger beeinträchtigen. 

Damit die gewerblich genutzte Halle in Palnkam neuer Wohnbebauung weichen kann, stellt der Gemeinderat die Weichen.

Grundsätzlich kann sich die Verwaltung eine Wohnbebauung an der Stelle aber vorstellen. Einstimmig beschloss auch der Gemeinderat, den Bebauungsplan in diesem Sinn zu ändern. Über die Zahl der Häuser, deren Höhen, über Garagen und Zufahrten müsse man aber noch reden, ehe als nächster Verfahrensschritt im Gemeinderat der Planbilligungsbeschluss ansteht, sagte Hirz: „Nachdenken müssen wir auch, ob die Gemeinde Einliegerwohnungen zulässt.“ 

Angekoppelt an das Verfahren wird ein Bauwunsch auf einer Hofstelle außerhalb der Bebauung am Erlacher Weg. Auch hier gab der Gemeinderat einstimmig die Planung frei. Ein zusätzliches Einfamilienhaus (Austragshaus) mit Garagen für die Familie soll dort entstehen. „Dafür müsste wohl ein Obstgarten verlegt werden“, sagte Hirz. Da der Bauplatz nahe an einer landwirtschaftlichen Geflügelzucht liege, seien zusammen mit dem Landratsamt immissionsrechtliche Belange zu prüfen. Andererseits gelte es, das Austragshaus nicht zu weit in den Außenbereich zu rutschen. „Hier gilt es abzuwägen“, betonte der Bauamtsleiter. 

Bei beiden Änderungen will die Gemeinde im Vorfeld auf die Unterzeichnung von Ankaufsverträgen pochen, um zu verhindern, dass die Grundstücke frei verkauft werden können und so zu Spekulationsobjekten werden. „Das sind zwei Einzelfall-Entscheidungen, die nicht als Bezugsfälle dienen können“, betonte Hirz. 

Tatsächlich gibt es gerade am Erlacher Weg seit Jahren große Begehrlichkeiten, eine neue Baureihe zu öffnen. Treibende Kraft ist der Otterfinger Werner Huihammer. Er hatte dort, zusammen mit anderen, vor 30 Jahren eine Parzelle als „Bauerwartungsland“ erworben und darauf gehofft, dass die Gemeinde dem Baudruck nachgibt. Seit 1993 versuchte er es mit entsprechenden Anträgen, wurde von der Gemeinde aber stets abgeblockt. Huihammer sieht sich gegenüber anderen Bauwerbern benachteiligt, es werde mit zweierlei Maß gemessen. Vor einem Jahr klagte er sogar vor dem Verwaltungsgericht (wir berichteten) – letztlich ohne Erfolg. 

„Wir wollen dort am Erlacher Weg die Wiesen und die Schutzzone zwischen den Ortseilen erhalten, so steht es in unserem Ortsleitbild“, sagt Bürgermeister Jakob Eglseder auf Anfrage. Huihammer hatte zuletzt sogar angeboten, der Gemeinde Bauland zu schenken, sofern sie eine Baureihe ausweist. „Darauf dürfen wir gar nicht eingehen“, betonte Eglseder, „das wäre ein unzulässiges Koppelungsgeschäft.“ Im Gemeinderat gebe es dazu keine zwei Meinungen. 

Dass Grundstücksbesitzer in der Vergangenheit vermeintliche Ortsrandlagen parzellierten und als Spekulationsobjekte („Bauerwartungsland“) verkauften, sei für die Gemeinde ärgerlich, sagte Eglseder. Allein am Stützenfeldweg gebe es 70 solcher Parzellen. „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sich der Gemeinderat davon unter Druck setzen lässt."

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