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Jenseits der Stille: Damit die Trauer-Gäste den Pfarrer besser hören, wünscht sich die Kirchenverwaltung am Otterfinger Friedhof eine Anlage mit Mikrofonen.

Jenseits der Stille

Kirchenverwaltung wünscht sich Lautsprecher für Friedhof

Otterfing - Wenn auf dem Friedhof in Otterfing viel los ist, dann geht der Pfarrer unter – akustisch. Darum sollen Lautsprecher her - glücklich war der Gemeinderat nicht.

15 000 Euro für acht Lautsprecher und zwei Mikrofone sowie die notwendigen Erdarbeiten, um Kabel zu verlegen, damit der Pfarrer bei großen Beerdigungen und Kirchenfesten auf dem gesamten Otterfinger Friedhof und nicht nur in der Kirche zu hören ist – das wünscht sich die Kirchenverwaltung. Und auch, dass die Gemeinde dies zahlt. Bei den Otterfinger Gemeinderäten stieß dieser Antrag in der jüngsten Sitzung auf nur wenig Verständnis.

Keinen Widerspruch gab es zunächst, als CSU-Fraktionsvorsitzender Robert Schüßlbauer feststellte, dass der Pfarrer mitunter tatsächlich schwer zu vernehmen sei. „Durchsagen auf dem Ostbahnhof sind da besser zu verstehen“ – gerade, wenn einige Trauergäste vor der Tür stehen bleiben müssten. Gleiches gelte für hohe Kirchenfeste wie Allerheiligen. Dennoch hatte Schüßlbauer Bedenken: „Ich bin ein Gegner einer festen Anlage. Besser wäre eine mobile Anlage, die dort aufgestellt wird, wo sie gebraucht wird.“ Sehr hoch kam ihm der Betrag von 15 000 Euro vor. Das müsse erst geprüft werden.

Michael Falkenhahn (SPD) wollte wissen, ob die Anlage dann auch der Gemeinde gehöre, wenn sie von ihr gekauft werde, und welchen Anteil die Kirche zahle. „Die hat doch genug Geld, um das anzuschaffen.“ Zehn Prozent der Kosten wolle die Kirche übernehmen, sagte Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) und verwies darauf, dass die Kommune für den Friedhof zuständig sei. Sein Kompromissvorschlag: „Wir können Fachleute prüfen lassen, was optimal ist.“

Das reichte Max Ruf (SPD) allerdings nicht. Er schlug vor: „Wenn wir das zahlen, sollten wir die Anlage auch anschaffen und dann allen Vereinen zur Verfügung stellen. Sie sollte der Allgemeinheit dienen.“ Für Vize-Bürgermeisterin Ulrike Stockmeier (Freie Wähler) keine ideale Lösung. „Die Anlage sollte in einer Hand bleiben. Darauf muss aufgepasst werden“, sagte sie. Sonst sei sie schnell kaputt oder die Mikrofone würden vielleicht verloren gehen.

Der Rathauschef plädierte dafür, einen positiven Grundsatzbeschluss zu fassen. Außerdem koste die Anlage mit den Mikrofonen nur 5000 Euro. Mit 10 000 Euro würden die Erdarbeiten für das Verkabeln zu Buche schlagen. Die grundsätzliche Zustimmung lehnte das Gremium mit 16:1 allerdings ab. Erst solle die Verwaltung die technischen Möglichkeiten prüfen und verschiedene Angebote einholen. Außerdem solle das Vorhaben heuer nicht mehr realisiert, sondern im Haushalt 2017 berücksichtigt werden. Florian Rothbauer (CSU) bat darum, auch prüfen zu lassen, ob der Kauf wirklich notwendig sei. „Vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit für entsprechende Anlässe wie beispielsweise Allerheiligen, eine Anlage zu leihen.“

Siegfried Niedergesäss

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