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Die Pläne sind abgesegnet: Otterfings Bürgermeister Jakob Eglseder steht an der Stelle, wo nächstes Jahr gebaut wird.  

Weil die Schülerzahlen wachsen

Schulanbau in kostet Rund 2,7 Millionen Euro - ohne Schnicknack

Otterfing - Vier Klassenzimmer, dazu Räume für Mittagsbetreuung und die Volkshochschule werden hier entstehen. Die Kosten schätzen die Planer auf rund 2,7 Millionen Euro.

Die Schülerzahlen in der Gemeinde wachsen. Derzeit tummeln sich 210 Mädchen und Buben im Schulhaus, das Raumprogramm ist damit ausgereizt. Die Prognosen deuten aber darauf hin, dass zum nächsten Schuljahr alle Jahrgangsstufen dreizügig fahren – und damit ist die Gemeinde gefordert, mehr Platz zu schaffen. 

Das ortsansässige Büro Zach skizzierte dafür eine Planung, die einen dreigeschossigen Anbau im Westen vorsieht (wir berichteten). Bei der Vorstellung im Gemeinderat betonte Architekt Michael Zach, dass man auf „jeglichen Schnickschnack“ am und im Gebäude verzichtet habe.

Der Baukörper ist 33 Meter lang und 11,50 Meter breit. Hohe Fenster, geschützt durch Absturzsicherungen, versprechen viel natürliches Licht. „Die Kinder können im Sitzen rausschauen“, erklärte Zach. Selbst in die Mehrzweckräume im Souterrain, in denen Vhs und Mittagsbetreuung unterkommen, wird Sonnenlicht fluten, da die Flanken wie im Altbau abgegraben werden. 

In den oberen Stockwerken ist den vier Klassenzimmern jeweils ein Gruppenraum zugeordnet. „Eine klare, sehr zweckmäßige Planung“, stellte Georg Schlickenrieder (CSU) fest. Roberto Sottanelli (SPD) ergänzte, dass die Beschränkung auf das Nötigste mit der Schule abgesprochen sei. „In den Klassenzimmern wird es etwa nur kaltes Wasser geben.“ 

Die Garderoben können, wie von der Schule gewünscht, im Flur unterkommen. „Vom Brandschutz her ist das kein Problem“, sagte Zach. Einen eigenen Zugang bekommt der Anbau nicht, alle Versorgungsleitungen werden vom Altbau gelegt. Auf eine aufwendige Lüftungsanlage wird verzichtet, stattdessen bekommen die Zimmer Einzelraum-Belüftungen.

Offen ist noch, wie genau die Fassade gestaltet wird. „Ich hoffe, das schaut dann auch nach was aus“, sagte Max Ruf (SPD). Das Gelb und Blau vom Altbau käme in Frage, sagte Zach. „Aber die Farbgebung ist jetzt noch nicht das Thema.“ Solche Einzelheiten ließen sich im weiteren Verfahren abstimmen. Dass der Anbau niedriger ausfällt als der Altbau und das Satteldach eine abweichende Neigung aufweist, gefiel Thomas Hogger (Grüne) nicht recht. So wären im Anbau „zweckfreie und unnötige Räume“ entstanden, rechtfertigte dies der Architekt. „Außerdem zeigt die Zäsur, dass hier ein Neubau entsteht. Das soll man auch erkennen.“

Der Grundsatzbeschluss des Gemeinderats dient auch als Grundlage für den Zuschussantrag bei der Regierung. Wie Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) auf Anfrage erklärte, schätzt das Architekturbüro Zach die Kosten aktuell auf 2,7 Millionen Euro. „Ich hätte die Kosten gerne gedeckelt“, sagt der Bürgermeister, „auch als Ansporn für den Architekten, im Kostenrahmen zu bleiben.“ Über den Winter will man Angebote einholen, im Frühjahr 2017 könnten die Handwerker dann loslegen.

Mindestens eines der vier zusätzlichen Klassenzimmer, so wünscht es sich die Gemeinde, soll im Herbst 2017 schon nutzbar sein. Sollte in einigen Jahren noch mehr Platz nötig sein, bietet die aktuelle Planung die Chance, einen weiteren Baukörper rechtwinklig an den Anbau anzudocken – dann wieder parallel zum jetzigen Altbau.

Der von der Gemeinde geplante Anbau an die Otterfinger Schule (siehe Haupttext) bekommt eine Mobilfunk-Abschirmung. Das beschloss der Gemeinderat mit 9:3-Stimmen in seiner jüngsten Sitzung in gesonderter Abstimmung. 

Architekt Gerhard Zach vom Planungsbüro schätzt die Mehrkosten auf 10 000 bis 15 000 Euro. Hauptsächlich gehe es darum, ein spezielles Gewebe in die gemauerte Fassade einzubringen. Fensterglas schirme die Strahlung ohnehin zu 99 Prozent ab. 

Der Schutz erfolgt insbesondere angesichts einer Mobilfunkantenne auf einem der Schule benachbarten Privatdach. „Kinder sind da besonders empfindlich“, sagte Andreas Eichhorn (SPD). Es gebe besorgniserregende Fälle in Spanien, wo Schüler an Leukämie erkrankt seien, was womöglich auf Mobilfunkstrahlung im Klassenzimmer zurückzuführen sei. Die Kosten für eine Abschirmung seien ja übersichtlich. 

Robert Schüßlbauer (CSU) sieht die Gemeinde sogar im Zugzwang, da man zuletzt den Altbau der Schule aufwendig abschirmen hatte lassen. „Es wäre blödsinnig, das im Anbau jetzt zu unterlassen.“ Ideal wäre freilich, das betonte Stefan Burgmayr (FWG), wenn besagte Sendeanlage bald aus der Dorfmitte verschwinde: „Dafür haben wir ja den Mast im Gewerbegebiet gebaut.“ 

Gerhard Heimerer (CSU) stimmte für die Abschirmung, ihm kam die Diskussion aber „ein bisserl komisch vor“. Denn neun von zehn Kindern hätten selbst ein Handy in der Schule dabei.

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