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Die Entwicklung des Otterfinger Sportzentrums am Altstandort würde wohl 17,6 Millionen Euro kosten. 

Kostenschätzung: 17,6 Millionen Euro

Sportzentrum am Nordring wird zu teuer

Otterfing - 17,6 Millionen Euro muss die Gemeinde Otterfing in die Hand nehmen für die Entwicklung des Sportzentrums am Altstandort. Diese Kostenschätzung stellte Architekt Till Fischer jetzt in der Sondersitzung des Gemeinderates vor.

Thomas Hogger (Grüne) rechnete die Zahlen schnell nach: „Das sind pro Einwohner 2500 Euro oder für jedes Mitglied des TSV Otterfing 10 000 Euro“, meinte er. „Das ist weder angemessen noch finanzierbar.“ 

Ernüchternd waren die Zahlen, die Architekt Till Fischer jetzt in der Sondersitzung zum Sportzentrum vorstellte. Errechnet hatte er sie anhand eines Testentwurfs der Halle mit der vom Gemeinderat gewünschten Nutzung, also mit Dreifachturnhalle samt Mehrzwecknutzung wie den Faschingsbällen. Allein diese koste schon neun Millionen Euro. Dazu kommt ein Parkdeck für 3,5 Millionen, der Abbruch des Otterfinger Hofes samt Neubau. Allerdings sei eine endgültige Berechnung erst möglich, wenn der Gemeinderat eine endgültige Planung beschlossen habe. 

Ob es dazu kommt, darf nach der Sitzung bezweifelt werden. Die zweite Hürde, die bei der Entwicklung des Altstandortes – die im Bürgerbegehren vor einem Jahr gefordert wurde – zu nehmen ist, ist der Lärmschutz. Hier hatte Gutachter Dominik Prislin ein zweites Gutachten erstellt und neun Nutzungs-Varianten untersucht, darunter mit einer optimierten Sportnutzung der Freiflächen sowie Nutzungszeiten. Derzeit ergeben sich Überschreitungen außerhalb der Ruhezeiten von bis zu fünf dB(A). Diese seien tolerabel nach der Altbestandsregelung. Kritischer wird es sonntags zwischen 13 und 15 Uhr sowie nach 22 Uhr. Hier gebe es Überschreitungen bis zu 13 dB(A). „Selbst bei einer optimierten Planung und mit einer Lärmschutzwand von fünf Metern Höhe ist eine Nutzung nur eingeschränkt möglich.“ Dasselbe gelte für die Turnhalle, besonders durch Parker. Nur 18 Veranstaltungen seien möglich pro Jahr.

Deutlich wurde Florian Brand, vom Umweltschutz im Landratsamt. „Durch das Gutachten hat sich die Situation verändert. Es ist fraglich, ob der Altanlagenbonus durch die starken Überschreitungen noch anwendbar ist. Eigentlich müsste sofort eine Nutzungseinschränkung gemacht werden.“ Kreisbaumeister Werner Pawlovsky sprach von einem immissionsrechtlichen Damoklesschwert. Selbst Lärmschutzmaßnahmen würden nicht helfen, und eine acht Meter hohe Wand sei ortsplanerisch undenkbar.

 „Wir können froh sein, dass am Nordring so geduldige Menschen wohnen“, so Bürgermeister Jakob Eglseder. Andreas Eichhorn (SPD) meinte, Sportplätze in der Nähe von Wohngebieten könnten nicht mehr betrieben werden. Vize-Bürgermeisterin Ulrike Stockmeier (FW) sagte: „Wir hatten gehofft, den Altstandort erhalten zu können.“ Robert Schüßlbauer (CSU) stellte fest: „Jetzt haben wir neun Varianten durchgespielt. Bei keiner ist die uneingeschränkte Nutzung möglich. Da brauchen wir gar nicht weiter zu diskutieren.“ Stockmeier überlegte, nur die Mehrzweckhalle zu renovieren. Eglseder widersprach: „Wir hatten schon 2001 ein Gutachten, dass renovieren teurer wird als ein Neubau“, sagte er. „Seitdem haben wir jährlich zwischen 50 000 Euro und 100 000 Euro investiert. Heuer erst 50 000 Euro für den Boden. So viel haben wir für die jetztigen Gutachten ausgegeben.“ Laut Schüßlbauer ist das Sportzentrum am Nordring nicht zu halten. „Wir müssen einsehen, dass wir hier nichts entwickeln können.“ Florian Rothbauer (CSU) sah in einer Verlagerung einen Vorteil: „Das wird etwa drei Millionen Euro günstiger, weil wir dann kein Parkdeck und eine Lärmschutzwand brauchen.“ Eglseder meinte: „Es darf sich der gesamte Ort Gedanken machen. Ideen sind willkommen.“

Von Siegfried Niedergesäss

Die wichtigsten Kosten

Gebäude: Sport- und Mehrzweckhalle neun Millionen Euro; Abbruch Otterfinger Hof 363 000 Euro; Parkdeck 3,5 Millionen Euro; Gastronomie eine Million Euro; -Freiflächen: Rasenspielfelder 740 000 Euro; Ballfangzaun 36 000 Euro; Flutlichtanlage 66 000 Euro; Laufbahnen 99 000 Euro; Weitsprung Anlauf 30 800 Euro, Grube 42 000 Euro; Kugelstoßen 6000 Euro; Gestaltete Randflächen (Zufahrten, Stellplätze) 592 000 Euro; Randflächen 75 000 Euro; Tribüne 125 000 Euro; Tribünendach 516 000 Euro; Räume für Freisport 396 000 (2 Beachvolleyballfelder 2,7 Millionen Euro); Lärmschutzwand 647 000 Euro; Linksabbiegespur Staatsstraße 360 000 Euro.

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