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Gute Laune: Spontan hatte Thomas Müller am Wochenende beim Challenge-Cup in seiner neuen Heimatgemeinde Otterfing vorbeigeschaut – sehr zur Freude von Bürgermeister Jakob Eglseder (r.).

Schon jetzt kommen Schaulustige an die Baustelle für sein Haus

Thomas Müller will hohe Mauer bauen - und bekommt Sondergenehmigung

Otterfing - Thomas Müller will sich für seinen Neubau in Wettlkam mit einem hohen Zaun und einer noch höheren Mauer gegen Schaulustige wappnen. Der Gemeinderat macht für den FC Bayern-Star eine Ausnahme.

Unverkrampft, unkonventionell, authentisch, bayerisch: So wie er Fußball spielt, gibt sich Thomas Müller in der Regel auch, wenn er kein Trikot trägt. Gut gelaunt schaute er am vergangenen Wochenende spontan beim Challenge-Cup auf dem Otterfinger Sportplatz vorbei, verfolgte das Endspiel und überreichte die Siegerpokale.

Schon jetzt tauchen Schaulustige an der Baustelle auf

Vom Sportplatz ist es nicht weit zu seinem Neubau, in dem fleißig gewerkelt wird. Der Bauplatz hat sich längst herumgesprochen, regelmäßig tauchen dort Schaulustige auf. 

Um die Privatsphäre auf dem Grundstück zu wahren, plant das prominente Paar – Müllers Frau Lisa gilt als ambitionierte Pferdesportlerin (Dressur) – eine deutliche Abschirmung. Ohne weiteres ist das aber nicht möglich, denn die Einfriedungssatzung der Gemeinde Otterfing begrenzt die Höhe von Zäunen und Mauern: 

Eigentlich ist so ein Zaun nicht erlaubt

Maximal 1,20 Meter sind genehmigungsfrei. „Wir waren da bisher immer sehr streng“, betonte Bauamtsleiter Heinz Hirz am Dienstag im Gemeinderat, als es um den Antrag der Müllers auf eine Ausnahmegenehmigung ging, „aber in diesem speziellen Fall befürwortet die Verwaltung eine Abweichung.“ 

1,85 Meter hohe Mauer - 1,65 Meter hoher Zaun

Es geht konkret um die Seite des Grundstücks, die an den öffentlichen Straßenraum angrenzt. Dort soll laut Hirz, sieben Meter von der Grundstücksgrenze entfernt, eine elf Meter breite Mauer entstehen mit einem zweiflügligen Tor und einer Gartentür. 1,85 Meter soll die Mauer hoch sein. An die Mauer schließt ein Staketenzaun aus Holz an, der etwas niedriger ausfällt, aber immer noch 1,65 Meter hoch werden soll. Die restlichen Grundstücksseiten, so ist es dem Eingabeplan zu entnehmen, wird ein genehmigungsfreier, waagrechter Holzzaun (drei Bretter) begrenzen, hinter den ein Maschendrahtzaun gesetzt wird. „Der Antrag auf isolierte Befreiung betrifft nur die eine Seite“, betont Hirz. 

"Muss ja nicht jeder sehen, ob er rote oder grüne Badehose trägt"

Auf Nachfrage von Andreas Eichhorn (SPD) ging der Bauamtsleiter in der Sitzung näher auf die Begründung der Antragsteller ein. Es gehe um den Schutz der Privatsphäre und um die Sicherheit des prominenten Paares. Hirz verwies darauf, dass das Anwesen auch gut eingepflanzt werde. „Selbst mithilfe eines Teleobjektivs muss ja nicht jeder sehen können, ob die Leute im Grundstück gerade eine rote oder grüne Badehose tragen.“ 

Wird Müller zum Präzedenzfall?

Angesichts der Prominenz der Antragsteller fürchtet Hirz auch nicht, dass aus der Ausnahmegenehmigung ein Präzedenzfall konstruiert werden kann. „Es sei denn, es ziehen weitere Bayern-Stars nach Otterfing.“ Die Ausnahme sei durch die besondere Popularität gut begründet. „Es wäre falsch, hier von einer ,Lex Müller‘ zu sprechen.“ Der Gemeinderat folgte dem Vorschlag der Verwaltung und genehmigte die höhere Einzäunung einstimmig. 

Sonst will Gemeinde genau aufpassen: "Sonst werden Straßen zu Schluchten"

In dem Zusammenhang kündigte der Bauamtsleiter an, sich demnächst die 20 Jahre alte Einfriedungssatzung vorzunehmen und dem Gemeinderat eine Modernisierung vorzuschlagen. Eine deutliche Lockerung der Vorgaben dürfe man jedoch nicht erwarten. Jägerzäune etwa seien laut Satzung nicht erlaubt und das solle auch so bleiben. „Ziel ist es, innerhalb der Gemeinde eine gewisse Einheitlichkeit herzustellen“, sagte Hirz. 

Auf Nachfrage von Stefan Burgmayr (FWG) betonte der Bauamtsleiter, dass Lärmschutzwände- oder wälle nicht als (grundsätzlich genehmigungsfreie) Einfriedung gelten. „Für Lärmschutzanlagen braucht es immer eigene Bauanträge.“ Er empfahl dem Gemeinderat, bei Lärmschutz-Wünschen sehr genau hinzuschauen. Sonst könne es passieren, dass Straßen zu Schluchten werden. „Hohe Wände an Grundstücksgrenzen können ein dörfliches Erscheinungsbild stärker beeinträchtigen als ein Haus."

avh

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