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Die Legende hält Hof: Dave Hill (l.), Sänger und Chef der Briten Demon, beim Trveheim-Auftritt in Otterfing.

Heavy Metal in Otterfing 

Trveheim-Festival: Nah dran am großen Vorbild

Otterfing - Premiere gemeistert: Die Veranstalter des Trveheim-Festivals bieten in Otterfing eine kleines „Keep it true“

Das Ziel war hoch gesteckt, aber die jungen Musiker der Landkreis-Band Skullwinx haben die Feuertaufe bestanden. Ein „Keep it true“-Festival im Kleinen wollten sie in Otterfing aufziehen – als Messlatte diente damit nichts weniger als das Heavy-Metal-Festival für Fans der reinen Lehre schlechthin. Wacken? Für „Keep it true“-Anhänger ist die weltweit bekannte Großveranstaltung in guten Teilen eine Mischung aus Metal-Fasching für Festival-Touristen, denen die Musik oft nicht viel bedeutet.

In Otterfing nennt sich das Festival Trveheim und ist schon rein von der Location her ein kleines „Keep it true“: Mehrzweckhalle mit Bühne, CD- und T-Shirt-Stände in der Halle (solange es die Gästezahl erlaubt), und ein fachkundiges Publikum. Neun Bands hatten Skullwinx – deren Mitglieder aus Waakirchen, Otterfing und Holzkirchen kommen – eingeladen, darunter zwei echte Legenden, die freilich am Schluss randurften. Bei den Briten Demon gab’s dann doch technische Probleme. Beim ersten Song „Night of the demon“ war Sänger Dave Hill nicht zu hören, mitten im Set gab die Snare-Drum den Geist auf – fünf Minuten Pause. Für die Fans kein Problem, weil bei Metal-Konzerten dieser Größenordnung die Musik der Star ist – da braucht es keine durchchoreografierte Show. Gemessen daran hat sich Hill einmal zu oft für die vermeintlichen Pannen entschuldigt – mit dem Hinweis, dass es für die Veranstalter eine Premiere war.

Denn die war letztlich gelungen. Am Eintritt gab’s ein Stoffbändchen, am Merchandise-Stand ein Festival-Shirt, die Getränke-Preis waren so günstig wie kaum anderswo (2,50 eine Halbe), und was an Problemen auftrat, lösten die Veranstalter. Unter anderem mussten die den Super-GAU für ein Metal-Festival, und das auch noch in Bayern, abwenden – nämlich dass das Bier ausgeht. Pünktlich zur Primetime gegen 20 Uhr wurde es tatsächlich knapp, doch das Team um die Hauptorganisatoren Konstantin Karpaty und Lennart Hammerer trieb Nachschub auf, der zumindest hielt, bis Demon die Bühne verließen.

Das war eine Stunde später, als eigentlich vorgesehen, was bei Festivals dieser Art keinen ernsthaft stört. Neben Umbaupausen, die länger waren als vorgesehen, lag das auch am Verkehr. Forensick aus dem Nordschwarzwald etwa schlugen in Otterfing eine Viertelstunde vor ihrem geplanten Auftritt auf. Attic aus der Nähe von Gelsenkirchen mussten erst ihr etwas aufwendigeres Bühnenbild aufstellen, ehe sie ihren okkult angehauchten Metal mit King-Diamond-Gesang dem Publikum präsentierten.

Die gut 330 Zuhören erwiesen sich übrigens als sehr dankbare Zuhörer und honorierten, dass nahezu alle Bands mit sichtbarer Freude in Otterfing spielten, mit immer lauterem Applaus.

Das galt natürlich auch für die Lokalmatadore Skullwinx, die ihren vornehmlich schnell gespielten Epic-Metal erfolgreich unter die Leute brachten, und dies gerne auch mit ihrer neuen CD getan hätten. Doch die Plattenfirma hatte es nicht geschafft, die CD rechtzeitig zu pressen, was die Skullwinx doch erheblich ärgerte.

Ansonsten überzeugten auf der Bühne die Berliner Space Chaser mit ihrem an Overkill und Exodus angelehnten Thrash Metal, Freund der härteren Gangart, die Schweden Steelwing spielten eines ihrer letzten Konzerte überhaupt – sie lösen sich auf –, und die deutschen Trance, die zweite Legende dieses Abends, bewiesen, dass in den 1980er-Jahren geschriebener Heavy Rock ganz hervorragend altern kann. Ein rundes Angebot für Traditions-Metaller.

Wie ernst es ihnen damit ist, das Festival in Otterfing zu etablieren, bewiesen die Organisatoren damit, dass die ersten Plakate für das Trveheim Vol 2. schon gedruckt sind. Am 1. und 2. September 2017 soll’s die doppelte Packung geben. Zwei Tage Metal der alten Schule, was auch heißt: Die Fans werden campen wollen, eine zusätzliche organisatorische Herausforderung. Die ersten Bands stehen schon fest, Ostrogoth aus Belgien, Talon aus Bayreuth, die seit Jahrzehnten nicht mehr aufgetreten sind, und Cloven Hoof. Eingeweihte schnalzen da schon jetzt mit der Zunge, und die beiden Haupt-Acts harren noch der Bekanntgabe. Der Weg zum kleinen „Keep it true“ scheint vorgezeichnet.

Von Daniel Krehl

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