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Landwirtschaftliches Versuchsprojekt

Wiesen-Transfer in Wettlkam

Otterfing - Viele Wiesen werden intensiv genutzt, die Artenvielfalt bleibt auf der Strecke.  Wie sich Landwirte hier helfen können, zeigt ein Forschungsprojekt. Als „Spenderfläche“ dient ein Feld bei Wettlkam. 

Man sieht’s der Wiese nicht gleich an, aber in ihr steckt Vielfalt. Georg Schlickenrieder, biologisch wirtschaftender Archehofbauer aus Otterfing, lässt auf seinem Feld südlich von Wettlkam (Flurname: Am Horn) seit Jahren der Natur ihren Lauf – und die dankt’s mit Artenreichtum. Valentin Dietrich aus dem nur wenige Kilometer entfernten Endlhausen (Gemeinde Egling) hätte auch gern wieder so eine Wiese und bewarb sich deswegen bei einem Forschungsprojekt der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL).

Der Feldversuch lautet: Das samenreiche Mahdgut aus Wettlkam wird auf die zuletzt intensiv genutzte Wiese bei Endlhausen aufgebracht. „Dafür haben wir dort einen neun Meter breiten Streifen aufgefräst“, erklärt Sabine Heinz, Projektleiterin im LfL. Vor wenigen Tagen holte sich Dietrich in Wettlkam einen Ladewagen voll Artenreichtum – es war der erste Schnitt des Jahres – und verteilte den Inhalt auf seinem Versuchsstreifen. „Beim Trocknen fallen die Samen aus“, erklärt Heinz, „viele Keime werden wohl erst im Herbst austreiben, wenn es feuchter wird.“ Ziel ist, dass sich die Spenderpflanzen aus Wettlkam, ausgehend von dem Saatbett, nach und nach auf das ganze Feld Dietrichs verteilen.

„Im Naturschutz gibt es diese Methode schon länger“, erklärt Heinz. Hier gehe es aber nicht darum, möglichst vollständige Pflanzenbestände oder seltene Arten zu transferieren. „Wir wollen durch Übertragung regional typischer Wiesenarten das Niveau der artenreichsten Grünlandschläge in Bayern erreichen.“ Auf der Wettlkamer Wiese fand die Expertin unter anderem Margeriten, Witwen- und Glockenblumen, Zittergras, Braunellen- und sogar Johanniskraut. Der regionale Ansatz ist mitentscheidend. „Es gibt ja auch Pflanzmischungen zu kaufen“, sagt Heinz, „aber das wird der regionalen Natur nicht gerecht.“

Fünf solcher Mahdgut-Übertragungen sind für das Projekt „Artenanreicherung im Wirtschaftsgrünland“ geplant. Ein zweites Versuchsfeld in Oberbayern liegt in Bernried am Starnberger See. „Die Idee dahinter ist, dass sich Landwirte untereinander helfen“, sagt die Projektleiterin, die dafür Fördergelder von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung locker gemacht hat. In den kommenden zwei Jahren werden Erfahrungen gesammelt und dokumentiert.

Geplant ist, einen praktischen Leitfaden für Landwirte zu erstellen, die ihre Grünland-Plantagen bis dahin mehrfach im Jahr unters Messer genommen und fleißig gedüngt haben, künftig aber wieder auf artenreiche Wiesen setzen. „Das muss nicht bio sein“, sagt Heinz, „wir wissen, dass Kühen artenreiches Gras besser schmeckt und sie davon gern mehr fressen.“ Der Clou: Beim Prinzip „Wiesen-Transfer“ hilft den Landwirten ein Berufskollege, der davon finanziell profitieren könnte.„Vielleicht lässt sich sogar eine Förderung erwirken“, hofft Heinz.

Nebenerwerbs-Landwirt Dietrich hat sich für die Versuchsreihe gemeldet, weil er sein Grüngut als Pferdefutter vermarktet und sich deshalb kräuterreiches, rohfaseriges Heu wünscht. Georg Schlickenrieder mäht sein artenreiches Wettlkamer Spenderfeld nur zweimal im Jahr, die Ernte lässt er in der Regel zu Grascobs für die Winterfütterung pressen.

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