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Die Talente der Holzkirchner entdecken

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Antreiber: Franz Lutje (l). und Frank Strathmann nahmen am Netzwerktreffen „Engagierte Stadt“ teil.

Holzkirchen - Vereine gelten als Kitt der Gesellschaft. Doch ihre Kräfte schwinden. Neue Formen des Miteinanders sind gefragt. Holzkirchner Bürger haben das Modell „Engagierte Stadt“ entdeckt – eine Plattform für eine aktive Bürgergesellschaft. Erste Schritte sind sehr vielversprechend.

Das Programm „Engagierte Stadt“ ist ein neuartiges Förderprogramm, gemeinsam getragen vom Bundesministerium für Familie und einigen Stiftungen. Es unterstützt keine Einzelprojekte, sondern fördert ausschließlich Kooperationen von Organisationen, Initiativen und Kommunen. In einer bundesweiten Ausschreibung suchte das Konsortium im Frühjahr Orte zwischen 10 000 und 100 000 Einwohnern, die ihr bürgerschaftliches Engagement mit allen relevanten Organisationen in ihrer Kommune zu einem stabilen Netzwerk weiterentwickeln wollen. Es winken Fördermittel von bis zu 50 000 Euro.

Eine Chance, die die Bürgerstiftung Holzkirchen nutzen will. Sie organisierte einen Antrag, der prompt erfolgreich war: Man schaffte es unter 271 Bewerbern in die Finalrunde mit 55 Bewerbungen. „Wir bereiten uns jetzt auf die finale Teilnahme vor und arbeiten dafür, die Engagement-Landschaft in Holzkirchen zu stärken“, sagt Frank Strathmann, Vorsitzender der Bürgerstiftung.

Bis zum 20. Juli ist Zeit, ein detailliertes Konzept auszuarbeiten. Dafür fand sich eine zehnköpfige Steuerungsgruppe, die bereits Ergebnisse vorweisen kann. So konzentriert sich die Holzkirchner Bewerbung auf die Handlungsfelder Integration, Inklusion, Jugend und Senioren. Bei einem Treffen mit Vereinen und Verbänden sei der Wunsch laut geworden, in Holzkirchen eine „Freiwilligen-Messe“ durchzuführen, berichtet Strathmann. So könnte eine „Freiwilligen-Börse“ entstehen. Weiter geplant sind eine „Generationenbrücke“ sowie Aktionen, um speziell Jugendliche für ehrenamtliche Tätigkeiten zu mobilisieren.

Eine wesentliche Rolle soll zudem der vom Holzkirchner Forum Inklusion konzipierte „Treffpunkt BürgerMitte“ spielen. „Das soll helfen, Hemmschwellen leichter zu überwinden, und Bürger bei der Suche nach Engagement-Möglichkeiten unterstützen“, erklärt Elisabeth Dasch, die für das Forum Inklusion im Steuerungsgremium sitzt. Über diese Plattform könnten sich Bürger und Organisationen austauschen. Den Aufbau dieser Engagement-Plattform unterstützt auch die Marktgemeinde. „So können wir Talente und Potentiale der Holzkirchner entdecken und für die Gemeinschaft weiterentwickeln“, hofft Bürgermeister Olaf von Löwis.

„Holzkirchen gehört zu den Gemeinden in Deutschland, in denen bürgerschaftliches Engagement eine besondere Perspektive hat“, findet Strathmann. Schon jetzt profitiere man von der Bewerbung. Die 55 Teilnehmer der Finalrunde tauschten sich jüngst zwei Tage lang in Berlin aus, mit dabei waren Strathmann und Franz Lutje, einer der Integrationsbeauftragten der Marktgemeinde. „Das Treffen hat uns bestärkt, eine Engagement-Landschaft zu etablieren, in der alle beteiligten Verbände, Vereine, Initiativgruppen und Organisationen, aber auch Einzelpersonen, ihre Stärken einbringen können“, betont Strathmann.

Ob es die Holzkirchner Bewerbung in die finale Förderphase schafft, entscheidet sich im Herbst. Eine zwölfköpfige Jury bewertet die Vorschläge.

Von Andreas Höger

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