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Die Vorbereitungen laufen: In der Festhalle in Kreuzstraße, die durch einen Zeltanbau erweitert wurde, soll am Freitag, Samstag und Sonntag kräftig gefeiert werden.

Warum auf ihrer Fahne die Mutter Gottes prankt

Drei Tage Party: Valleyer Burschenverein feiert 40-Jähriges

Kreuzstraße - Der Burschenverein Hohendilching-Sollach feiert am Wochenende (3. bis 5. Juni) sein 40-jähriges Bestehen. Die Chronik verrät, warum ihre Fahne so klerikal daherkommt.

Sie sind ausgesprochen pfiffige Diebe, sie wissen, wie man – zumal im Fasching – die Sau rauslässt und sie können anpacken, wenn es gilt, eine fetzige Party oder ein griabiges Fest auf die Beine zu stellen: Die Mitglieder des Burschenvereins Hohendilching-Sollach leisten seit nunmehr 40 Jahren ihren Beitrag, damit es nicht langweilig wird in der Gemeinde Valley. Am Wochenende wird das Jubiläum gebührend gefeiert. „Am Sonntag erwarten wir 1000 Gäste“, sagt Vorsitzender Markus Hitzelsperger. 

Der 26-Jährige, der sein Amt vor zwei Jahren angetreten hat, ist mittlerweile der elfte Burschenchef. „Es war die Generation unserer Väter, die den Verein gegründet hat“, berichtet Schriftführer Toni Huber (25). Sein Vater Anton senior zählte zu den 15 jungen Männern aus Hohendilching und Sollach, die im Mai 1976 den Verein offiziell aus der Taufe hoben. Als Vorsitzender der ersten Stunde fungierte Josef März.

Im Juli 1977 folgte die erste selbstorganisierte Veranstaltung – ein Gartenfest beim Gasthaus Vordermaier, das zum Vereinslokal avancierte. Dort stellten die Burschen 1978 ihren ersten Maibaum auf, den 1980 aber ein Blitz zu Boden streckte. 1981 folgte ein neuer Maibaum, seitdem hält man den Fünf-Jahres-Takt. Aus einem Maibaum-Helferfest entwickelte sich die Tradition der Schupfenfeste, die es bis 2012 gab. 

Den Ritterschlag für Burschenvereine holte man sich gleich dreimal ab. Der erste Maibaumdiebstahl gelang 1989 an der Autobahnraststätte Valley. 20 Jahre später „wurden wir nach so manchen erfolglosen Wochen wieder zum Besitzer eines fremden Maibaums“, wie es in der Chronik heißt. Die Föchinger Burschen mussten die Beute mit Brotzeit und Bier auslösen. Der bis dato letzte Coup gelang vor fünf Jahren, als der Maibaum des Argeter Trachtenvereins entführt wurde.

Im Fasching liefen die Burschen regelmäßig zu Höchstform auf. Von 1979 bis 1997 war man Gastgeber von Faschingsbällen beim Vordermaier. In den Jahren 2000 und 2010 luden die Burschen zu zwei wilden Bettlhochzeiten ein. In jüngster Zeit lockte der Verein mit zwei Laufstallpartys junges Publikum aus der Region nach Sollach. Aktuell sind 45 Mitglieder eingeschrieben. 

Warum auf der Fahne die Mutter Gottes gestickt ist

Mit der Vereinsfahne hat es eine besondere Bewandtnis. Das gute Stück – es zeigt auf der einen Seite die Muttergottes von Kleinhöhenkirchen und auf der anderen einen junger Pflüger – gehörte ursprünglich dem katholischen Burschenverein Oberland-West Pfarrei Unterdarching. Dieser Verein war auf das energische Zutun des damaligen Unterdarchinger Pfarrers Josef Schlaipfers 1949 entstanden. Der Pfarrer hatte Wind davon bekommen, dass einige seiner Schäflein einen „wilden“ Burschenverein gründen wollten, mit dem aus Sicht des Pfarrers fragwürdigen Ziel, Versammlungen abzuhalten und Tanzabende durchzuführen. Eiligst wurde ein „katholischer“ Gegenentwurf ins Leben gerufen. 

Wie alten Chroniken zu entnehmen ist, ärgerte sich der Pfarrer, dass der benachbarte Burschenverein Unterdarching-Laindern wenig Lust verspürte, sich angesichts einer damals bereits 50-jährigen Tradition den katholischen Burschen des Pfarrers anzuschließen. Das änderte sich auch nicht, als sich der Verein 1954 eine repräsentative Fahne zulegte. Mit der Versetzung des Pfarrers 1957 verlor der Verein seinen wichtigsten Organisator. Es gab Streitereien mit dem Burschenverein Unterdarching-Laindern, was zuweilen in wildes Geraufe ausartete. Und es fehlte Nachwuchs. 1958 löste sich der katholische Verein auf. 

Die alte Fahne ließ der neue Burschenverein umsticken und veranstaltete anlässlich seines zehnjährigen Bestehens 1986 eine große Fahnenweihe. Die Patenschaft übernahmen die einstigen „Raufbrüder“ aus Unterdarching, denen der Burschenverein Hohendilching-Sollach seit Jahren freundschaftlich verbunden ist.

Das Festprogramm:

Freitag, 3. Juni: 19.30 Uhr Bieranstich und Ochsenessen mit im Ganzen gegrilltem Ochs vom Spieß. Es spielen die Mangfalltaler Musikanten auf, Barbetrieb.

Samstag, 4. Juni: 19.30 Uhr Bier- und Weinfest (mit Tanz). Für Stimmung sorgen die Schlossies, Barbetrieb. 

Sonntag, 5. Juni: 8 Uhr Empfang der Vereine mit einem Weißwurstfrühstück. 10.30 Uhr Festgottesdienst auf der Kapellenwiese in Kreuzstraße, anschließend Festzug durch den Ort in Richtung Bahnhof, im Gegenzug zurück, Schwenk in Richtung Grub und zurück zur Festhalle am Spitzweg 9. 12 Uhr gemeinsames Mittagessen, anschließend spielt die Unterdarchinger Musi, Barbetrieb.

avh

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