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Keine weichen Drogen: Amphetamine.

Valleyerin und Waakirchner wegen Dealen vor Gericht

Valleyerin (20) verwandelt Eltern-Wohnung in Drogen-Hölle

Valley – Zwölf Mal unerlaubter Erwerb, 14 Mal verbotenes Handeltreiben mit Amphetamin und Marihuana: Dafür standen eine Valleyerin (20) und ein Waakirchner (19) jetzt vor Gericht.

Es waren keine Kavaliersdelikte, die sich eine 20-jährige Valleyerin und ein 19-jähriger Waakirchner da geleistet haben: Das damalige Pärchen kaufte im Internet Amphetamine und Marihuana und veräußerte diese teils gewinnbringend an Dritte weiter. Dafür mussten sich die beiden bei einer Schöffensitzung am Miesbacher Amtsgericht verantworten. 

Die Angeklagten räumten auch umgehend ein, von Juli 2014 bis August 2015 mit Betäubungsmitteln Handel getrieben zu haben, was es Amtsgerichtsdirektor Klaus-Jürgen Schmid und den Schöffen erheblich erleichterte, den Fall aufzuklären. Zwölf Mal bestellte das Duo über zwei verschiedene Internet-Plattformen Drogen. Gar 14 Fälle wurden gezählt, in denen die Valleyerin und der Waakirchner Marihuana und Amphitamine im insgesamt „dreistelligen Gramm-Bereich“, wie der Staatsanwalt ausführte, an den Mann brachten. Alles spielte sich dabei in der elterlichen Wohnung der 20-Jährigen ab. 

Einen Großteil der bestellten Ware konsumierten die beiden aber auch selbst. „Bei den Amphetaminen lag der Konsum in 15 Monaten aber bei lediglich 25 Gramm“, erklärte der Rechtsanwalt des Waakirchners, Bernd Dufner. Marihuana nahm das ehemalige Pärchen damals schon regelmäßiger zu sich – etwa ein Gramm pro Tag, sagte die Valleyerin aus. 

Eine lange Drogen-Vergangenheit hatten die Beschuldigten davor aber nicht. Es waren anscheinen eher missliche Lagen, die die beiden zum illegalen Rauschmittel-Handel bewogen. „Das Geld, das wir durch den Verkauf eingenommen haben, haben wir dann für neue Drogen ausgegeben“, erklärte der 19-Jährige ganz offen. Er hat im Bundeszentralregister schon einen einschlägigen Eintrag wegen unerlaubten Erwerbs von Betäubungsmitteln. 

Seit bereits neun Monaten sind die beiden aber völlig clean, was erste Drogen-Screenings bestätigten. Von ihren damaligen Freundeskreisen haben sie sich ebenfalls entfernt. „Es tut mir leid, was ich getan habe, aber das hat mir die Augen geöffnet“, sagte die Valleyerin reuig. „Seit ich nicht mehr kiffe, ist alles viel besser“, meinte der Waakirchner schon fast erleichtert, obwohl er wusste, dass er für diese Tat noch seine Strafe erhalten würde. 

Und die sollte in den Augen der Staatsanwaltschaft so aussehen: drei Wochen Dauerarrest und Fortsetzung der Drogen-Screenings. „Es waren bei beiden private Umstände, die sie zum Handeltreiben mit Drogen bewogen haben, dennoch sind Amphitamine keine weichen Drogen“, befand der Staatsanwalt. Dem konnte sich Rechtsanwalt Dufner nicht anschließen: „Größtenteils haben die beiden das Zeug für den Eigenbedarf hergenommen, und die Menge der konsumierten Amphitamine war sehr gering.“ Er hielt zwei Wochen Freizeitarrest sowie eine Geldauflage für den 19-Jährigen für ausreichend. Verteidigerin Susanne van Lier schloss sich dem für ihre Mandantin an. „Die Tat geschah in einem Zeitraum, in dem meine Mandantin ein sehr verletzbarer, junger Mensch war“, meinte van Lier. 

Leitner verurteilte die beiden Angeklagten schließlich zu einer Jugendstrafe mit einer Bewährungszeit von zwei Jahren. Zudem müssen der Waakirchner eine Geldauflage in Höhe von 1000 Euro – 1700 Euro Drogengeld wurden bereits bei der Hausdurchsuchung sichergestellt – und die Valleyerin eine solche in Höhe von 2700 Euro an die Drogenberatung Condrobs bezahlen. 

hph

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