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Das ist geplant: Das Fraunhofer-Institut soll ein neues Freiversuchsgelände bekommen (rot). Der Gemeinderat hofft, dass in diesem Zuge auch ein Ringschluss bei der Gewerbegebiets-Erschließungsstraße möglich wird.

Fraunhofer-Institut in Oberlaindern

Mehr Platz für die Forscher

Valley – Das Gelände des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik in Oberlaindern soll wachsen: 3,5 Hektar sollen zum Freiversuchsgelände werden. 

Am Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) in Oberlaindern hat der Dominoeffekt eingesetzt: Nachdem die Nordseite des Institutsgeländes mit zwei großen Hallen für die Forschung etwa an Flugzeugrümpfen bebaut wurde, brauchen die Forscher nun neue Flächen für das Freiversuchsgelände.

Seit 60 Jahren betreibt das Institut in Oberlaindern bautechnische Grundlagenforschung direkt an der Witterungsfront. Das Wetter um Holzkirchen bietet dafür ideale Voraussetzungen: viele Sonnenstunden, hohe Niederschlagsmengen, starke Temperaturschwankungen – und gerne auch mal alles binnen eines einzigen Tages. „Bei Föhn zum Beispiel“, erklärt Dr. Klaus Breuer, stellvertretender Leiter des IBP, auf Nachfrage unserer Zeitung. Damit die Kräfte der Natur im Dienste der Wissenschaft wirken können, werden frei exponierte Objekte der Witterung ausgesetzt. Das können nur Materialkacheln sein, die einem Langzeittest unterzogen werden. Oder es können Modellhäuser sein, um zu erforschen, „wie sich verschiedene Bautypen im Wetter verhalten“, erläutert Breuer. Gerade in den vergangenen Jahren gewann die energetische Forschung stetig an Bedeutung. „Das ist ein Feld, das sich von Tag zu Tag wandelt“, sagt Breuer.

Damit die Witterungseinflüsse auf die Versuchsaufbauten möglichst nicht abgemildert werden, müssen diese auch frei stehen können. Das bedeutet, dass das Areal nicht dicht bepackt werden kann, sondern die Versuchsbauten locker verteilt werden müssen. Wie das in der Praxis aussehen kann, ist auf dem südlichen Teil des Areals schon zu sehen, wo verschiedene Versuchsbauten stehen – auch kleinere Häuser. Was genau, hängt immer auch von den Aufträgen ab, die das Institut von Unternehmen oder der öffentlichen Hand bekommt.

Der Platz, der nun als Freiversuchsgelände neu hinzukommen soll, ist daher auch nicht knapp bemessen: Die Fläche umfasst rund 35 000 Quadratmeter, erklärte Architekt Gerhard Krogoll im Gemeinderat. Er begleitet das Verfahren für die Gemeinde. Der Gemeinderat segnete die Änderung des Flächennutzungsplans mit 12:3 Stimmen und die Aufstellung eines Bebauungsplans mit 15:0 Stimmen ab. Letztere umfasst nicht nur das neue Freiversuchsgelände, sondern auch eine Parzelle mit Baurecht für eine zusätzliche Recycling-Halle im Norden des Institutsgeländes, nahe der großen neuen Hallen.

Die Höchstmaße will der Gemeinderat erst noch in der Diskussion mit dem Institut festlegen. Denn einen Freibrief will das Gremium den Forschern nicht ausstellen. Zumindest die Dimensionen der Versuchsbauten sollen diskutiert werden. „Sonst könnte ja auch eine Riesenhalle ein Versuchsbau sein“, meinte Josef Beil (CSU). Auch Günter Schuler (SPD) wünschte sich mehr Informationen von dem Institut, was auf der Fläche geplant sei. Georg Nöscher (CSU) konnte die Skepsis zwar nachvollziehen. Aber: „Es ist natürlich auch klar, dass das Fraunhofer-Institut, wenn es eine Fläche kauft, dort keinen Weizen anbauen will.“ Hans Lindmeier (FWG) erinnerte daran, dass die Erweiterung nach dem Ausbau im Norden für die Gemeinde nicht überraschend komme. Claudia Zimmer (Valleyer Liste) ergriff Partei für die Forschungseinrichtung: „Wir sollten stolz sein, dass wir ein solches Institut bei uns haben.“

Zumal die Erweiterung im Südwesten auch den Gemeinderat hoffen lässt: nämlich darauf, dass die Freiflächenversuche weiter vom Gewerbegebiet am Hilgnerfeld östlich des Instituts abrücken. Bisher müssen dortige Bauvorhaben mit den Forschern abgestimmt werden, um die Freilandversuche nicht unwillentlich zu beeinträchtigen. Magnus Epp jun. (FWG) regte an, mit dem Institut nun auch über den von der Gemeinde längst gewünschten Ringschluss der Gewerbegebiets-Erschließungsstraße zu verhandeln, den das Institut bisher ablehnte.

Katrin Hager

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