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Auf der Wiese neben dem Medizinpark will Oped einen Erweiterungsbau errichten.

Oped-Erweiterung im Gewerbegebiet Osterläng

Gewaltiger Neubau bekommt Satteldach aufgesetzt

Valley – Die geplante Erweiterung der Firma Oped in Oberlaindern ist einen Schritt weiter. Der Gemeinderat hat das Baurecht für das Gewerbegebiet Osterläng vorangetrieben. Läuft alles glatt, könnte das Gebiet im Sommer baureif werden.  

Das Baufenster mutet in seinen Dimensionen eigentlich eher an wie ein Scheunentor: bis zu 160 Meter lang und 60 Meter breit. Wegen einer Gasleitung rutscht der ganze Komplex nochmal zwei Meter nach Norden. Das Gebäude soll wie berichtet eine Wandhöhe von bis zu zwölf Metern und eine Firsthöhe von bis zu 16 Metern bekommen. Darin ist ein Puffer eingeplant für einen zusätzlichen Ausbau in einigen Jahren. In einem ersten Schritt ist ein etwa 115 Meter langer Neubau vorgesehen. Ein gewaltiger Kubus, nichtsdestotrotz. 

Was diesem Kubus als Dach aufgesetzt wird, war allerdings umstritten. Kreisbaumeister Werner Pawlovsky brachte statt des bislang geplanten Satteldachs eine andere Option aufs Tableau: Diese sah zwei längs verlaufende, schmalere Satteldächer vor, mit einem Flachdach dazwischen. Die Fassade des Neubaus wäre dadurch unterbrochen, zwei schlankere Giebel rechts und links hätten einen wuchtigen mittigen Giebel ersetzt. 

Bei einer nicht-öffentlichen Arbeitssitzung diskutierte der Gemeinderat mit Kreisbaumeister und Oped-Vertretern die Dachformen durch. „Der Vorschlag des Kreisbaumeisters gefällt mir besser“, bekannte Magnus Epp jun. (FWG) nun im Gemeinderat, „bei einem Gebäude dieser Größe sollte man schon das Dach berücksichtigen.“ Der Bau sei gewaltig, da müsse man auf das Ortsbild achten. 

Genau dem sei die Variante aber nicht zuträglich, fanden andere: „Das Gebäude ist halt mal groß, das wäre nur gekünstelt“, meinte Bernhard Schäfer (FWG). Und der Bau befinde sich eben in einem Gewerbegebiet, fasste Architekt Gerhard Krogoll zusammen, der im Auftrag der Gemeinde den Bebauungsplan erstellt; das klassische Satteldach sei da „ehrlicher“. Obendrein brächte ein innenliegendes Flachdach Probleme mit sich, etwa bei Schneefall. Die Varianten Walmdach und unterbrochenes Satteldach mit zwei Giebeln bekamen jeweils nur drei Stimmen, mit 13:3 entschied sich der Gemeinderat für das konventionelle Satteldach. 

Die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt forderte in ihrer Stellungnahme, den Faktor für die Berechnung der Ausgleichsfläche von 0,3 auf 0,4 anzuheben. Das Gremium folgte dieser Aufforderung mit 15:1 Stimmen. Die nötige ökologische Ausgleichsfläche wächst damit von rund 4600 um gut 2000 Quadratmeter. 

Das Unternehmen CCL Label, das den Oped-Nachbarn Avery-Zweckform übernommen hat, hatte ebenfalls nichts grundsätzlich einzuwenden, wies allerdings darauf hin, dass die Gemeinde bei weiterer Bebauung den Wasserdruck und damit die Versorgung mit Löschwasser sicherstellen solle. Die Gemeinde lässt überprüfen, dass der Wasserdruck gewährleistet bleibt. Was über die Grundversorgung von 96 Kubikmetern hinausgehe, etwa für Sprinkleranlagen, dafür müssen die Firmen ohnehin selbst sorgen, so der Bürgermeister. 

Von Bürgern waren keine Einwände eingegangen, bestätigt Hallmannsecker, trotz der Ausmaße des geplanten Neubaus nördlich des Medizinparks, dessen Planung vor rund sechs Jahren umstritten war. „Damals waren viele Emotionen im Spiel“, sagt der Bürgermeister heute, „aber man sieht, dass der Bau gelungen und es eine solide Firma ist.“ Von deren Erfolg profitiere auch die Gemeinde: Das Unternehmen sei inzwischen der größte Gewerbesteuerzahler in der Kommune. 

Erschließungsarbeiten schreiten voran

Derweil schreiten die Bauarbeiten für die Erschließung der Gewerbegebiete Osterläng und am Martinshof voran. Der Bahnübergang am Waldhausweg musste wegen der Bauarbeiten für die Erschließung der Gewerbegebiete Osterläng und Martinshof geschlossen werden – auch für Fußgänger. 

Der Parkplatz auf Gemeindegrund nördlich der Bahnlinie, auf dem normalerweise Oped-Mitarbeiter ihre Fahrzeuge abstellen, ist deshalb derzeit nicht mehr nutzbar, erklärt Bürgermeister Andreas Hallmannsecker. Für die Dauer der Bauarbeiten habe die Gemeinde deshalb einen provisorischen Parkplatz neben Kirche und Friedhof aufgekiest, auf dem rund 25 Autos Platz finden. Dieser Parkplatz verschwindet wieder, wenn die Erschließungsarbeiten abgeschlossen sind. 

Wie berichtet, bekommt die Ortsdurchfahrt derzeit eine Linksabbiegespur an der Einmündung des Waldhauswegs. Dieser wird derweil verbreitert. Wann der Bahnübergang selbst um einen Meter nach Osten aufgeweitet wird, steht noch nicht genau fest. Bis Ende Juli sollte dies aber passiert sein, so Hallmannsecker, damit im Anschluss asphaltiert werden könne.

Katrin Hager

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