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Das Angebot war da - nur die Kinder blieben aus bei der Valleyer Ferienbetreuung. 

Preis: Rund 1000 Euro pro Woche

Trotz Ernüchterung: Gemeinde hält an Ferienbetreuung fest

Valley - Die Not schien groß – doch entweder war sie doch nicht so drängend, oder die Abhilfe kam schlicht zu spät: Die Ferienbetreuung für Grundschüler in Valley ist gescheitert – für diese Sommerferien.

Denn ad acta gelegt ist das Projekt Ferienbetreuung nicht, wie Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG) jetzt im Gemeinderat erklärte. Wie berichtet, hatten Valleyer Eltern Unterschriften gesammelt, um dem Wunsch nach einer Schulkindbetreuung in den Sommerferien Nachdruck zu verleihen. Im Mai seien die Unterschriften schließlich übergeben worden, sagt der Bürgermeister. Die Zeit, eine Lösung auf die Beine zu stellen, war also knapp. Für zwölf Kinder war laut Hallmannsecker zunächst Interesse angemeldet worden. Die Gemeinde trödelte nicht. Tatsächlich stand kurz vor den Ferien ein Angebot: Die Gemeinde fand zwei Betreuerinnen, die kurzfristig in die Bresche gesprungen wären, die Gemeinde hätte die Räume der Mittagsbetreuung an der Valleyer Schule zur Verfügung gestellt. Doch dann blieb das vermeintlich vorhandene Klientel aus.

Nachdem das Angebot stand, habe die Gemeinde die Interessenten nochmal angeschrieben und teilte die Modalitäten mit, sagt Hallmannsecker. Der Betrieb der Ferienbetreuung hätte rund 1000 Euro pro Woche gekostet, etwa für Personal und die nötigen Versicherungen. Die Räume der Mittagsbetreuung hätte die Gemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt, dazu auch Strom, Wasser und Reinigung. „Das ist ja auch ein Zuschuss der Gemeinde“, betont Hallmannsecker.

Auf zwölf Kinder heruntergerechnet wären damit pro Kind und Stunde vier Euro für die Eltern fällig geworden, bei acht Stunden Buchungszeit am Tag wären es also 32 Euro insgesamt gewesen, zuzüglich Verpflegung. Doch dazu kommt es nun gar nicht: „Verbindlich angemeldet wurden nur zwei Kinder“, berichtet Hallmannsecker. Vielleicht kam die Lösung für einige Eltern schon zu spät und sie haben sich eine andere organisiert, anderen scheint die Betreuung das Geld dann doch nicht wert gewesen zu sein: „Manche Eltern hätten sich zehn Euro für den ganzen Tag vorgestellt“, sagt Hallmannsecker. Dabei lägen die Kosten am untersten Rand: „Wenn ein kirchlicher oder privater Träger das übernimmt, kostet das schon 40 Euro am Tag.“

Abhaken wollen Hallmannsecker und der Gemeinderat das Thema Ferienbetreuung trotz der Ernüchterung aber noch nicht. Denn dass berufstätige Eltern – und insbesondere Alleinerziehende – ein Problem haben, mit ihren Urlaubstagen die Ferienzeiten der Kinder zu überbrücken, ist unbestritten. „Wir sehen die Problematik schon“, versichert der Bürgermeister, „und das wird künftig auch noch mehr ein Thema werden.“

Im Herbst soll deshalb wieder eine Arbeitssitzung zum Thema stattfinden. Dabei sei auch zu diskutieren, wie die finanzielle Stellung der Familien berücksichtigt werden kann. „Es ist ein Unterschied, ob einer einen eigenen Betrieb und fünf Häuser hat, oder ob es in einer Familie knapp zugeht.“ Gerade dann, wenn eine Gemeinde die Betreuung mit öffentlichen Geldern subventioniert. „In der Kinderkrippe sind die Preise zum Beispiel nach Einkommen gestaffelt.“ Wer mehr zahlen kann, wird also auch weniger subventioniert und zahlt deshalb mehr. Die Kostenberechnung sei aber insgesamt schon sehr schwierig, erklärt Hallmannsecker. Es geht schon damit los, dass eigentlich erst klar sein müsste, wie viele Kinder betreut werden: Denn bis fünf Kinder reicht eine Betreuungsperson, ab sechs Kindern sind zwei vorgeschrieben. Wobei sich der Stundensatz natürlich verringert, je mehr Kinder fest angemeldet sind: Eine gute Auslastung der Plätze wäre also wichtig. Auch die unterschiedliche Qualifikation des Betreuungspersonals muss die Gemeinde in der Kalkulation berücksichtigen. „Erzieherin, Kinderpflegerin oder Helferin verdienen ja unterschiedlich.“

Für das kommende Jahr will die Gemeinde versuchen, frühzeitig eine Ferienbetreuung in Valley anzubieten: in den Oster- und den Pfingstferien jeweils eine Woche und während der Sommerferien vier Wochen, voraussichtlich für zwölf bis 15 Kinder. „Das ist keine Pflichtaufgabe einer Gemeinde“, stellt der Bürgermeister klar, „aber wir wollen ja helfen.“

Katrin Hager

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