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„Es hat sofort gefunkt“: Heino Kuhlemann (v.l.), OPED-Geschäftsführer Stefan Geiselbrechtinger, Andreas Haßler (OPED), Florian Brunner und Alexander Schmid von der SMG sowie Bürgermeister Andreas Hallmannsecker.

Zentrum für Medizin-IT bei Oped

Ein Silicon Valley im Miniaturformat

Oberlaindern - Es soll ein Zentrum für Medizin-IT werden: Im Medizinpark Valley bei Oped ist die Kuhlemann Medical IT Valley GmbH eingezogen. Und die hat Großes vor.

Für viele ist die Einführung einer elektronischen Patientenakte ein heikles Thema. Aus Datenschutzgründen, aus Angst, Unbefugte könnten an sensible Informationen gelangen. Seit 1. Januar 2015 ist die elektronische Gesundheitskarte samt Lichtbild in Deutschland Pflicht, in den folgenden Jahren sollen dort unter gewissen Voraussetzungen immer mehr Daten gespeichert werden. Für Heino Kuhlemann aus Schliersee ist diese Entwicklung ein Segen. So könnten Vorerkrankungen, Befunde, Therapien, Medikamente, Röntgenbilder oder CT-Ergebnisse digital erfasst werden. Und der Arzt hat auf einen Blick alle Daten vor sich. „Wenn Infos fehlen, wird ein Patient unter Umständen schlechter behandelt“, warnt Kuhlemann. Nebenwirkungen durch versehentliche Mischung von Medikamenten könnten drohen. Es gehe also um die Verbesserung der Versorgung. Kuhlemann selbst setzt dabei weniger auf die Gesundheitskarte, dafür aber auf Smartphones. Mit diesem könne ein Patient beispielsweise Daten mit ins Krankenhaus nehmen.

Mit solchen Belangen, mit Informationstechnik im Gesundheitswesen, beschäftigt sich die Kuhlemann Medical IT Valley GmbH, die Kuhlemann jetzt in Oberlaindern gegründet hat. Er hat Räume im Medizinpark 1 bei Oped bezogen. Dort soll ein richtiges Zentrum für Medizin IT entstehen. Ein ganzjährig geöffnetes Technologie-Zentrum ist geplant, mit Consulting, Ausstellung, Demo-Center – wo IT-Anbieter ihre Geräte und Software live zeigen können –, regelmäßigen Workshops und Veranstaltungen unterschiedlicher Formate im Bereich Medizin IT und eHealth. „Mit dem Medizinpark haben wir einen idealen Standort gefunden, um unsere Beratungsarbeit und ein Medical IT Valley aufzubauen“, sagt Kuhlemann. Als Kunden und Gäste sollen IT-Unternehmen, medizinische Einrichtungen und beteiligte Akteure einer modernen Gesundheitsversorgung in die Region gezogen werden. Leute aus aller Welt sollen kommen, können sich eventuell hier ansiedeln. „Expansionsmöglichkeiten gibt es hier genug“, sagt Oped-Begründer Andreas Haßler. Kuhlemann spricht augenzwinkernd von einem „Mini-Silicon-Valley“, das Wortspiel mit Medical IT Valley sei bewusst so gewählt. „Das richtige Valley ist aber bei uns“, scherzt Bürgermeister Andreas Hallmannsecker.

Man freue sich, „ein junges Start-Up-Unternehmen mit einem guten Netzwerk und IT-Know-how“ im Haus zu haben, sagt Oped-Geschäftsführer Stefan Geiselbrechtinger. „Es hat sofort gefunkt.“ Oped sei dabei in einer Doppelfunktion. Zum einen als Nutzer – für die Digitalisierung der eigenen Produkte und Prozesse. Zum anderen vermiete man Räume an die GmbH. „Wir sind etwas enger zusammengerückt.“ Bislang arbeitet Kuhlemann mit einem Kollegen. In einem zweiten Schritt sollen die GmbH erweitert und die richtig großen Ausstellungsräume eingerichtet werden. Das kann erst geschehen, wenn Oped den Neubau nördlich des Medizinparks errichtet hat. Laut Geiselbrechtinger beträgt der Invest 15 Millionen Euro. Bezugstermin im „Medizinpark 2“ ist wohl Ende 2017. Gedacht ist der Neubau für die Bereiche Produktion, Lager, Logistik und Versand. Forschung und Entwicklung bleiben im Medizinpark 1.

Eingefädelt hatte die Kooperation mit Kuhlemann die Standortmarketing Gesellschaft Landkreis Miesbach (SMG). Laut Geschäftsführer Alexander Schmid ist die Medical-IT ein „riesiger Wachstumsmarkt“. Und der Nordlandkreis sei im Medizinbereich gut bestückt– etwa mit Hexal in Holzkirchen und der Medizintechnik-Firma Apurano, die in Warngau starte. Es entstehe „eine ernstzunehmende Größe in der Metropolregion München“.

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