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Ein lauschiges Plätzchen: Im ehemaligen Dorfladen (hinten) neben dem Warngauer Rathaus zieht ein Eiscafé ein. Auch unterm Blätterdach der mächtigen Kastanien dürfen die Besucher bald Eis schlecken und Cappuccino schlürfen.

Belebung im Dorfzentrum

Warngau bekommt seine erste Eisdiele

Warngau – Das gab’s noch nie im Dorf: Warngau bekommt seine erste Eisdiele. Die Gemeinde hat den ehemaligen Dorfladen für diesen Zweck verpachtet. Damit soll Leben ins Ortszentrum kommen. Vor allem für junge Leute.

Es ist ein lauschiges Plätzchen, auf das die Rathausmitarbeiter und Bürgermeister Klaus Thurnhuber jeden Tag blicken: Mächtige Kastanienbäume werfen ihren Schatten auf den kleinen Vorplatz zwischen Rathaus und Altwirtsanwesen, der etwas erhöht – fast wie eine Empore – liegt und einen Blick aufs Dorfzentrum bietet. Wie schön es wäre, wenn sich dort was rührt, davon bekamen sie schon einen Vorgeschmack, als die Hortgruppe wegen eines Wasserschadens im Neubau vorübergehend in den Altwirtssaal ausgelagert war (wir berichteten) und die Kinder dort ab und zu spielten. „Da war richtig Leben im Dorf“, erinnert sich Thurnhuber. 

Lang braucht er sich nicht mehr gedulden, bis sich dort wieder was rührt: Im Juli eröffnet unten im Altwirtsanwesen ein Eiscafé. Für Thurnhuber eine Ideallösung für den zuletzt leer stehenden Dorfladen. „Das wird eine echte Bereicherung fürs Dorf“, glaubt der Rathauschef. „Wir wollen, dass der Dorfplatz belebt wird.“ 

Gastronomie gibt es zwar schon in Warngau. Der Gasthof Zur Post mit seiner kleinen Terrasse liegt in Sichtweite der künftigen Eisdiele, und jenseits der Bundesstraße gibt es die Konditorei Klaus mit Tagescafé. Die Eisdiele sei dafür eine wunderbare Ergänzung. „Mit einer Eisdiele tun wir unserer bestehenden Gastronomie nicht weh“, meint Thurnhuber. Im Gegenteil, man schaffe einen zusätzlichen Treffpunkt auch für Jugendliche, der in Warngau bisher noch fehlte. „Wenn ich ins Eiscafé gehe, will ich dort hin und nicht beim Wirt einkehren und ein Eis als Nachspeise oder eine Torte in der Konditorei essen“, sagt Thurnhuber. „Eine Eisdiele war deshalb schon immer mein Favorit.“ 

Auch einen Pächter hat die Gemeinde gefunden: Elvis Scapolan. Er führt den Betrieb mit seinem Vater. Die Familie hat einschlägige Erfahrung, erklärt Thurnhuber. „Wir glauben, das funktioniert gut“, sagt der Bürgermeister. Der Pachtvertrag läuft zehn Jahre. „Schließlich muss er auch etwas investieren, das ist eine Vertrauenssache.“ Die Gemeinde als Verpächterin hat die Räume zwar renoviert. Aber die Eistruhen und die Küche baut der Pächter ein. Und daran hängt momentan auch die Eröffnung: Die Familie wartet noch auf die Lieferung der Ausstattung, die eigentlich schon da sein sollte. Scapolan traut sich deshalb noch nicht so recht zu sagen, wann das Eiscafé nun eröffnet. „Aber bis die Sommerferien beginnen, klappt es bestimmt“, verspricht er. 

Die Familie Scapolan, die aus Jesolo stammt und vor und 40 Jahren nach Deutschland kam, ist seit Jahrzehnten in der eisigen und süßen Branche tätig. Sie führte Eiscafés unter anderem in Frankfurt und auch in Jesolo. Zuletzt verschlug es die Familie nach Bayern, wo sie unter anderem in Ottobrunn eine Eisdiele betrieb. Ihr Eis produziert die Familie selbst, sagt Elvis Scapolan. In Warngau will die Familie daneben Snacks wie Tramezzini anbieten, die auch zu einem gepflegten Glas Prosecco passen oder Wanderer stärken. Geöffnet wird im Sommer durchgehend ab 9 bis etwa 23 Uhr, im Winter kürzer. „Wir müssen schauen, was funktioniert“, sagt Scapolan. Das gilt auch für das Angebot neben Eiscreme und Kaffeespezialitäten. Aus dem Namen des Cafés machen die neuen Betreiber momentan noch ein Geheimnis. Die Familie hatte auch die Warngauer um Namensvorschläge gebeten, Listen lagen in Schule und Kindergarten aus. 

Wer sein Eis schlecken, seinen Cappuccino schlürfen oder mit Prosecco anstoßen will, muss sich bei Sonnenschein oder an lauen Abenden nicht ins Café hineinsetzen: „Wir haben ihm den Platz vor dem Brunnen zugeordnet“, erklärt Thurnhuber, „dort kann er bestuhlen und Tische aufstellen.“ Auch unter den Kastanienbäumen. „Der Platz da oben ist ein Traum“, sagt Thurnhuber. Ein lauschiges Plätzchen eben, wie geschaffen als Treffpunkt.

Katrin Hager

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