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Voll bis unters Dach: Fabian Kniegl will seine Geschäftsfläche in Reitham erweitern.

"Jeder freie Platz vom Keller bis zum Zuhäusl mit Rädern vollgestellt"

Der Bike-Rancher erweitert - neue Austellungsräume

Warngau – Die Landwirtschaft ist weg, auf dem ehemaligen Bauernhof in Reitham dreht sich inzwischen alles ums Radl. Doch der Bike Ranch geht der Platz aus.

 Kniegl will erweitern. Der Warngauer Gemeinderat will das ermöglichen.

„Treten musst du, wir sorgen für den Rest“, so lautet der Internet-Werbespruch der Bike Ranch in Reitham. Damit preist Geschäftsführer Fabian Kniegl (38) seinen Fahrradservice und -verkauf an. Der Radl-Betrieb sitzt wirtschaftlich fest im Sattel, seit 14 Jahren. Aber abstrampeln musste sich Zweiradmechanikermeister Kniegl schon in den ersten Geschäftsjahren, nachdem er den ehemaligen Bauernhof Zum Schweizer (Baujahr 1917) von seinen Eltern übernommen hatte. Die hatten dort früher mit den Großeltern noch Landwirtschaft betrieben. Mittlerweile floriert das Fahrradgeschäft so gut, dass die rund 900 Quadratmeter Fläche kaum mehr ausreichen. „Jeder freie Platz, vom Keller bis zum Zuhäusl, ist mit Radln vollgestellt“, erklärt Kniegl.

Davon hatte sich auch Bürgermeister Klaus Thurnhuber (FWG) bei einem Besuch überzeugt. „Das Geschäft läuft sehr gut“, berichtete der Rathauschef nun im Gemeinderat, als ein Ausbau-Antrag Kniegls zur Debatte stand. Der Betrieb habe bereits fünf Angestellte und expandiere. „Da werden Arbeitsplätze geschaffen“, erklärte Thurnhuber. Eins zeige das Geschäftsmodell deutlich: „Aus einem kleinen Bauerndorf, hauptsächlich landwirtschaftlich geprägt, kann ein richtiges Unternehmen herauswachsen.“

Das glaubte Kniegl zum Start seiner Selbstständigkeit anfangs selbst nicht: „Ich war skeptisch, weil Reitham nicht zentral liegt.“ Mittlerweile laufe es aber gut. Jetzt möchte er seine Geschäftsräume erweitern, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Dafür reichte Kniegl einen Antrag ein – der vom Gemeinderat einstimmig befürwortet wurde.

Auf rund 200 Quadratmetern möchte Kniegl den U-förmigen Bauernhof im westlichen Gebäudetrakt um eine zusätzliche Lagerfläche und Ausstellung erweitern – der Hausstruktur angepasst. Genauere Angaben zum Bauvorhaben gebe es noch nicht. „Es sind momentan lediglich Skizzen und keine konkreten Pläne“, erklärte Bauamtsleiter Michael Wagner. Fest stehe: „Der Fahrradhandel mit Werkstatt platzt aus allen Räumen.“ Darum werde die Gemeinde in erster Etappe im Rahmen der Ortsabrundung die Grenzen des Bebauungsplanes dafür erweitern. Zusätzliche Parkflächen seien ebenfalls geplant, dafür müsse ein bestehendes Gebäude weichen, so Wagner. Dies sei dringend notwendig, weiß Thurnhuber, „die Leute stehen dort Schlange, um bedient zu werden“.

Auch Leonhard Obermüller (CSU) lobte das Bauvorhaben: „Diese Firma ist ein Gewinn für jeden“, sagte er. „Es ist unsere Aufgabe als Gemeinderat, solche Unternehmen, die sich aus dem Nichts entwickelt haben, zu unterstützen.“ Parteikollege Adolf Schwarzer betrachtete das Bauvorhaben als Bereicherung: „Dadurch werden Wohn- und Arbeitsqualität ermöglicht.“ Darum gebe es nichts anderes, als ja zum Antrag zu sagen. Und auch die anderen Räte nickten zustimmend. Die Gemeinde hat ihr wohlwollendes Einverständnis signalisiert. Nun braucht es konkrete Baupläne, die im nächsten Schritt vorzulegen sind.

Fassbare Daten werten derweil Fahrrad-Fachzeitschriften im Kuchendiagramm aus: Laut Kniegl sei seine Bike Ranch unter den fünf Prozent der Jahres-umsatzstärksten Bike-Geschäfte gelistet. „Da gibt es nur eine Handvoll Geschäfte bei uns“, berichtet der 38-Jährige stolz. Und das, obwohl er keinen Online-Versand betreibt. „Wir verkaufen rein lokal. Vor Ort. In Reitham.“

Von Daniel Wegscheider

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